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Hessen: Ärzteschaft der privatsierten Uniklinik schlägt Alarm

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Von: Jutta Rippegather

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Wie geht es weiter mit der Uniklinik Gießen -Marburg? Das beschäftigte mal wieder den Landtag.
Wie geht es weiter mit der Uniklinik Gießen -Marburg? © Oliver Schepp (GAZ)

Die Sorge um medizinische Versorgung und den Wissenschaftsbetrieb in Mittelhessen ist groß. Asklepios hat den Geldhahn zugedreht.

Die Klinikdirektor:innen der privatisierten Uniklinik Gießen-Marburg dringen auf eine zeitnahe Einigung zwischen dem Land Hessen und der Betreibergesellschaft Rhön/Asklepios. Es sei „unverantwortlich“, dass die Klinik seit der Privatisierung 2006 als einziges Großklinikum in Deutschland weitgehend ohne Landesmittel für Investitionen auskommen müsse. Ein langjähriger Rechtsstreit darüber werde den Betrieb lähmen und bereits bestehende Defizite bei Bau und Geräten weiter verschärfen. „Engpässe in der Patientenversorgung auf universitärem Niveau und in den Verpflichtungen für Forschung und Lehre wären unausweichlich“, heißt es in der Resolution, die die Pressestelle der Klinik am Donnerstag versandte.

Verhandlungen fortsetzen

Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) fühlt sich bestätigt. Die Verhandlungen über eine Anschlussvereinbarung an das sogenannte Zukunftspapier müssten dringend fortgesetzt und zu einem Ergebnis geführt werden. Der Klinikbetreiber Rhön/Asklepios hatte die bisherige Abmachung mit dem Land gekündigt und die Gespräche über eine neue abreißen lassen. „Mit wachsender Besorgnis und Unverständnis“ nähmen die Klinikdirektor:innen dies zur Kenntnis.

Herausragende Bedeutung

Sie appellieren an alle Beteiligten, die Verhandlungen im Interesse des Klinikums, seiner Patient:innen und Mitarbeiter:innen umgehend abzuschließen. „Die zu treffende Vereinbarung darf nicht nur rein monetär/fiskalischen Erwägungen folgen, sondern muss die herausragende Bedeutung dieser Uniklinik für die medizinische Versorgung der gesamten mittelhessischen Region und darüber hinaus im Blick haben.“ Bei Forschung und Lehre spielten sie eine zentrale Rolle. Es gehe auch um Grundsätzliches: Eine zeitnahe Einigung sei „der Prüfstein für die Tragfähigkeit des Konzeptes eines privatisierten Universitätsklinikums.“ Nach Ansicht der Direktor:innen hatte die Privatisierung „zwei Geburtsfehler mit drastischen Folgen“: Rhön habe bei der Übernahme der 95 Prozent für einen unbestimmten Zeitraum auf Investitionsförderung durch das Land als Minderheitsgesellschafter verzichtet. Auch sei schnell deutlich geworden, dass der Ersatz nur darin bestanden habe, von Rhön Kredite zu erhalten, die die Klinik mit Zinsen zurückzahlen müsse. Die Übernahme von Rhön durch Asklepios vor zwei Jahren habe die Situation noch verschärft. Laufende Investitionsvorhaben seien angehalten worden, darunter Bauprojekte, zu denen Rhön sich vorher verpflichtet hätte.

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