1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Hessen: Ärger wegen Flatrate-Ticket

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jutta Rippegather

Kommentare

Im Rhein-Main-Gebiet führt die Deutsche Bahn das System ab April im ganzen S-Bahn-Netz ein.
Günstige Tickets müssen bezahlt werden. © Christoph Hardt/ Imago

Hessens Kommunen sorgen sich um Finanzierung des geplanten neuen Angebots. Sie befürchten weitere Belastungen.

Das Flatrateticket für 31 Euro im Monat für Bedürftige stößt bei Hessens Städten auf wenig Begeisterung. Sie seien vorab nicht informiert worden, geschweige denn gefragt. Auch hätten sie sich gewünscht, dass erst einmal die Finanzierung des Deutschlandtickets abschließend geklärt sei. Denn es sei zu befürchten, dass die von Bund und Land avisierten Zuschüsse nicht ausreichten. Dass auf die Kommunen zusätzliche Belastungen hinzukämen, obwohl deren Haushalte schon jetzt massiv unter Kostensteigerungen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) litten, monierten Vertreter des Hessischen Städtetags am Dienstag.

Starttermin April/Mai

Am Montag hatten Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Sozialminister Kai Klose (beide Grüne) in Wiesbaden ein neues Flatrateangebot für Menschen mit geringem Einkommen ab 18 Jahre angekündigt. Es soll 31 Euro im Monat kosten und in ganz Hessen gültig sein. Details müssten noch mit den Verkehrsverbünden sowie den Kommunen besprochen werden. Möglicher Starttermin könne April oder Mai sein.

Städtetagspräsident Heiko Wingenfeld vermisst bei den Landespolitikern den „Blick für das Machbare“. Es würden Erwartungen geweckt, die angesichts des Fachkräftemangels und der gestiegenen Personalkosten schwer zu erfüllen seien. „Die Finanzierung muss klar geregelt sein“, forderte der CDU-Oberbürgermeister von Fulda. Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) teilt dessen Kritik. Zwischen den Jahren 2019 und 2022 habe sich der Zuschussbedarf für den Betrieb des ÖPNV in Darmstadt fast verdoppelt – auf 41 Millionen Euro im Jahr. Die Presseberichte zur neuen hessischen Flatrate habe ihn „überrascht“, zumal die Verhandlungen um die Finanzierung des Deutschlandtickets noch nicht beendet seien sagte Partsch, Zweiter Vizepräsident des Hessischen Städtetags.

Der Paritätische Hessen und der DGB Hessen-Thüringen hingegen begrüßten den Vorstoß der Landesregierung. Zugleich forderten sie Nachbesserungen: Der Preis von 31 Euro monatlich sei noch zu hoch. Die vorgesehene Beschränkung der Gültigkeit auf Hessen sehen sie kritisch. „Damit werden Menschen mit geringen Einkommen benachteiligt gegenüber Nutzer:innen des beschlossenen 49-Euro-Tickets, das bundesweit gelten wird.“

Auch interessant

Kommentare