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Probelauf für das Impfzentrum im Kongresszentrum Darmstadtium, Darmstadt
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Die Impfteams dürfen bald auch Jugendliche impfen.

Hessen

Hessen ändert die Strategie beim Impfen

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Das Land Hessen will beim Impfen die Hürden für Benachteiligte senken. Ab Ende Juni sollen auch Schülerinnen und Schüler den Piks bekommen.

Einige Bundesländer sind schon vorgeprescht. Im Juni will auch Hessen die Priorisierung bei den Impfungen abschaffen. Dann können sich alle Interessierten registrieren lassen. Außerdem soll am 26. Juni die Immunisierung der Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren beginnen. Die dritte Neuigkeit sind quartiersbezogene Impfaktionen und mehrsprachige Informationen, mit denen die Landesregierung Menschen an „sozioökonomisch benachteiligten Orten“ besser erreichen und deren Impfbereitschaft steigern will. Dies kündigten die drei zuständigen Minister am Montag in Wiesbaden an.

Impfstoff bleibt „ein rares Gut“

Das vom Bund für Juni vorgegebene Ende der Priorisierung bedeute allerdings nicht, dass jetzt alle die gleiche Chance erhalten, einen Termin zu ergattern, betonte Innenminister Peter Beuth (CDU). Zwar kann sich jede:r auf dem Landesportal registrieren lassen, doch Vorrang genießen weiterhin jene Menschen, deren Gesundheitsrisiko im Fall einer Corona-Infektion besonders hoch ist. Denn auch in dieser Gruppe warten noch einige auf einen Termin – was nicht an den Kapazitäten in den Impfzentren liege, sagte Beuth. Die könnten sogar noch eine Schippe drauflegen. Limitierender Faktor bleibe der Impfstoff. „Er ist ein rares Gut.“ Aber immerhin fließe der Nachschub jetzt so zuverlässig, dass die Rücklagen für die Zweitimpfungen aufgelöst werden konnten.

Am knapp bemessenen Impfstoff wird sich auf absehbare Zeit wohl nichts ändern. Gleichwohl hatte die Gesundheitsministerkonferenz beschlossen, allen 12- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot zu unterbreiten. Möglich wird dies, weil der Bund den Ländern zusätzliches Serum bereitstellen will, sobald die Zulassung des Biontech-Vakzins für über Zwölfjährige erfolgt. Die Landesregierung rechnet damit in Kürze.

Immunität wächst

Knapp 2,4 Millionen Personen in Hessen haben eine Erstimpfung erhalten – 37 Prozent der Bevölkerung. Mehr als zehn Prozent auch die Zweitimpfung (Stand 16. Mai).

Die Arztpraxen setzten seit Anfang April knapp 700 000 Spritzen.

Auf einen Termin im Impfzentrum warten rund 2000 Personen der Priorisierungsgruppe eins, die sich den Angaben zufolge erst kürzlich gemeldet haben, außerdem 12 000 Personen aus Priorisierungsgruppe zwei.

Aus Priorisierungsgruppe drei sind 797 000 Personen registriert, rund 288 000 Personen mit Termin.

Die vom Bund für die Impfzentren angekündigten Impfstoffmengen bleiben konstant. Hessen erhält wöchentlich 170 000 bis 180 000 Dosen. jur

Die Impfung übernehmen die regionalen Impfzentren. Das heißt, Impfwillige müssen sich auf dem Landesportal registrieren. Erziehungsberechtigte, die ihr Kind ohnehin begleiten müssen, können sich gleich auch eine Spritze setzen lassen. „Ein Bonus“, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU), der die Organisation verteidigte. Die Landesregierung wolle die Schulen nicht noch mehr belasten. Im Idealfall könne das zum 28. August beginnende neue Schuljahr mit vielen Durchgeimpften und mehr Normalität beginnen. Wer noch nicht dran war, müsse sich weiterhin zweimal pro Woche testen.

Vor-Ort-Aktionen mit mobilen Teams sollen auch Menschen erreichen, die bisher nicht zum Impfen kommen

Einen stärkeren Fokus will Sozialminister Kai Klose (Grüne) auf jenen Teil der Bevölkerung legen, der zwar berechtigt ist, aber aus welchen Gründen auch immer den Zugang zum Serum nicht findet. Das Land werde die Kommunen bei Vor-Ort-Impfaktionen unterstützen, wie sie bereits mit mobilen Teams stattgefunden haben. Gleiches gelte für Angebote an wohnsitzlose Menschen. „Der Anspruch auf eine Schutzimpfung soll so niedrigschwellig wie möglich umgesetzt werden können“, sagte Klose.

Viele Akteure des Gesundheitswesens unterstützen die Bemühungen des Landes, benachteiligte Gruppen besser zu erreichen, sie auf das Impfangebot des Landes hinzuweisen und zusätzlich zu motivieren, diese in Anspruch zu nehmen. „Bereits jetzt sind Informationen zur Corona-Schutzimpfung in zwölf Sprachen online verfügbar.“

Diese würden ausgeweitet und von Gesundheitsämtern, kommunalen Netzwerken mit Verbänden und Migrantenorganisationen verbreitet. „Ziel ist es, die Hürden zu überwinden, um die Impfquote im Sinne des Gemeinschaftsschutzes zu erhöhen.“

Das Ende der Impfpriorisierung und die Kommunikation beleuchtet der Kommentar: Wissen macht mündig

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