Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Viele pflegende Angehörige fühlen sich alleingelassen.
+
Viele pflegende Angehörige fühlen sich alleingelassen.

Hessen

Häusliche Pflege: Hilfen kommen nicht an

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Eine VdK-Umfrage unter Pflegenden offenbart gravierende Informationsdefizite. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf müsse verbessert werden.

Die meisten Haushalte mit Pflegebedürftigen benötigen mehr Unterstützung. Sie brauchen bessere Beratung und eine kontinuierliche Begleitung – etwa durch einen Pflege-Co-Pilot.

Diese Forderungen leitet der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen von den Ergebnissen einer Umfrage ab, die er anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai veröffentlicht hat. Demnach kommen die vorhandenen Hilfsangebote nicht an, weil sie nicht bekannt sind. Zahlreiche der rund 3000 Befragten gaben an, keine oder nur unzureichende Beratung erhalten zu haben. Lediglich rund 20 Prozent nahmen die Hilfe eines Pflegestützpunktes in Anspruch. Rund 60 Prozent wussten nicht, dass sie eine Reha, etwa eine Kur, beantragen können. Einzig die Hälfte hatte den Entlastungsbetrag von 125 Euro im Monat beantragt, der jedem Pflegebedürftigen zusteht. Und 90 Prozent hatten weder einen Pflegekurs noch eine -schulung besucht, in dem Kenntnisse und Hilfestellungen vermittelt werden.

Häusliche Pflege

Knapp 450 000 Menschen in Hessen und Thüringen sind pflegebedürftig.

80 Prozent werden zu Hause betreut. In vielen Fällen allein durch Familienmitglieder und nahestehende Menschen.

Mehr als 3000 Betroffene haben sich an der VdK-Umfrage beteiligt. jur

Die Belastung der pflegenden Angehörigen, so das Ergebnis, ist hoch und nimmt mit dem Pflegegrad der zu pflegenden Person sowie der Dauer der Pflege zu. Zwei Drittel der Befragten stimmen der Aussage zu, sich durch den Pflegealltag erschöpft oder belastet zu fühlen.

VdK-Landesvorsitzender Paul Weimann sieht anlässlich der hohen Teilnahme an der Umfrage Handlungsbedarf. „Wir verstehen sie als einen deutlichen Auftrag an die Politik, pflegende Angehörige besser zu unterstützen.“ Die Pflegestützpunkte in Hessen und Thüringen müssten ausgebaut werden. „Wir brauchen mehr Personal, mehr Zweigstellen und zusätzliche Außensprechstunden, damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wohnortnah und schnell Hilfestellung bei allen Fragen und Problemen bekommen können.“ Notwendig sei eine kontinuierliche Begleitung für die Gesamtdauer der Pflege.

Nachholbedarf sieht der VdK außerdem bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Viele Befragte hatten ein mangelndes Entgegenkommen auf Seiten ihrer Arbeitgeber beklagt, wenn sie um mobiles Arbeiten oder eine flexiblere Zeiteinteilung baten. „Deshalb fordern wir für Pflegende den Rechtsanspruch auf eine teilweise oder vollständige Freistellung von der Arbeit, analog zur Elternzeit“, so Weimann. Wie beim Elterngeld sollten sie in dieser Zeit als Lohnersatz ein Pflegepersonengeld erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare