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Glücksspielsucht ist ein Problem, das sich durch alle Schichten zieht.
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Glücksspielsucht ist ein Problem, das sich durch alle Schichten zieht.

Glücksspiel

Gute und böse Glücksspiel-Anbieter

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Der Glücksspiel-Staatsvertrag zieht die Grenze zwischen legalem Spiel und Schwarzmarkt. Lotto Hessen dringt auf konsequente Kontrollen.

Wer sind die Guten und wer die Bösen im Milliardengeschäft der Onlinecasinos, Internetpokerrunden und Sportwetten, das vielen Spielern (und weniger Spielerinnen) einen Nervenkitzel beschert und manche Süchtigen in den Ruin treibt? Die Grenzen verlaufen unterschiedlich, je nachdem, wen man fragt.

Die staatliche Lotto-Gesellschaft wirbt damit, dass sie sich als Anbieterin bewährt habe, deren Arbeit am Gemeinwohl orientiert sei – denn von den Einsätzen fließt ein erheblicher Teil sozialen und kulturellen Zwecken zu. Nun aber gelte es, den Wildwuchs bei den Schwarzmarktanbietern zu beschneiden, betont Lotto-Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann.

Bei den kommerziellen Anbietern, die das einstige Monopol der Lotto-Gesellschaft und der Spielbanken längst durchlöchert haben, bieten sich diejenigen als Partner der Politik an, die in Deutschland Steuern zahlen und eine Legalisierung anstreben. Vor sieben Jahren hoben sie den Deutschen Sportwettenverband als Lobbyorganisation aus der Taufe, dem alle Branchengrößen von Bwin bis Tipico, von Tipwin bis Bet-at-home angehören. Diese 15 Firmen repräsentierten „zwischen 80 und 90 Prozent des in Deutschland Steuern zahlenden Sportwettenmarkts“, hebt der Verband hervor. Der neue Glücksspielstaatsvertrag trifft bei diesen Wettveranstaltern in wesentlichen Punkten auf Zustimmung. „Für uns war klar, dass eine Verbotspolitik, beispielsweise auch für Onlineglücksspiele, im Zeitalter des Internets völlig überholt ist“, sagte der Präsident des Deutschen Sportwettenverbands, Mathias Dahms, bei einer Anhörung im hessischen Landtag.

Die Bösewichte, das sind aus Sicht des Verbands die Akteure auf dem Schwarzmarkt, die den deutschen Staat enorme Steuereinnahmen kosteten und die Spielsüchtigen ohne jeglichen Schutz ließen.

Lob für Hessens Regierung

Hessen hat diese Sichtweise weitgehend übernommen. Kein Wunder, dass Dahms die hessische Landesregierung über den grünen Klee preist. Der neue Staatsvertrag sei den Regierungen aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zu verdanken, urteilt Dahms.

„Das war ein harter Kampf“, fügte er hinzu. „Mein Lob geht an die hessische Landesregierung, die immer an der Seite der Reformer gestanden und versucht hat, eine neue Zeitrechnung in der Glücksspielregulierung aufzubauen, was aus unserer Sicht sehr gut gelungen ist.“

Die Begeisterung der Wettspiellobby für die Arbeit von Innenminister Peter Beuth (CDU) ging so weit, dass der SPD-Innenpolitiker Günter Rudolph höhnte: „Ein Kompliment an den Vertreter des Sportwettenverbands. Besser hätte es die Presseabteilung des Innenministers auch nicht machen können, wenn sie sich selbst lobt.“

Auch das staatliche Lotto Hessen kann der Neuregelung einiges abgewinnen. Es gehe darum, „das Glücksspielwesen nach 15 Jahren im Chaos wieder unter eine staatliche Regulierung zu bringen und wieder in geregelte Bahnen zu führen“, sagt Lotto-Geschäftsführer Sundermann. Das sei notwendig, denn der Schwarzmarkt habe inzwischen eine Größenordnung von 40 Milliarden Euro Umsatz erreicht.

Sundermann hätte es gerne gesehen, wenn es ein „Monopol im Onlinecasinospiel“ gegeben hätte. Dadurch hätten die staatlichen hessischen Anbieter, also die drei Spielcasinos in Wiesbaden, Bad Homburg und Kassel sowie Lotto Hessen, die Möglichkeit bekommen, „in einem sehr starken Markt gegen Großanbieter, die bislang illegal agiert haben, mit einer gewissen Erfolgschance tätig zu werden“.

Auch gegen sogenannte Zweitwetten wendet er sich. Diese Kritik richtet sich an die Adresse von Unternehmen, die keine eigenen Ziehungen veranstalten, sondern ihre Gewinne anhand der Lottozahlen ausschütten.

Doch auch wenn hier Verbote fehlen, findet Sundermann die Reform im Prinzip richtig. Sie könne allerdings nur wirken, wenn sie konsequent kontrolliert und durchgesetzt werde.

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