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Hessen

Gleichstellung in Hessen: Teilzeit bleibt Frauendomäne

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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In Hessen steigt die Zahl der Chefinnen. Aber die Geschlechterungerechtigkeit im öffentlichen Dienst bleibt.

In Hessen wächst der Anteil der Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Dienst. Doch immer noch haben die Männer am häufigsten das Sagen. Auch bleibt Teilzeitbeschäftigung eine Domäne der Frauen. Es gebe zwar Fortschritte, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Doch: „Chancengleichheit ist noch nicht flächendeckend erreicht“, räumte er am Mittwoch bei der Vorstellung des sechsten Berichts zur Umsetzung des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes ein. Demnach stieg in der Zeit zwischen 2012 und 2019 die Zahl der Chefinnen im öffentlichen Dienst. Aber auch die der teilzeitbeschäftigten Beamtinnen und Arbeitnehmerinnen in den höheren Besoldungs- und Entgeltgruppen.

Nachholbedarf

Der Frauenanteile beim Land und in den Gemeinden und Gemeindeverbänden wächst; auch der der vollzeitbeschäftigten Frauen.

Im Jahr 2019 waren 58 Prozent des
Personals beim Land und 62 Prozent in den Gemeinden und Gemeindeverbänden weiblich. Der Anteil der vollzeitbeschäftigten Frauen betrug 46 Prozent beziehungsweise 44 Prozent.

Bei der Führungspositionen besteht weiter Nachholbedarf. Beispiel Landesdienst, wo 58 Prozent der Beschäftigten weiblich sind. In der Besoldungsgruppe B liegt der Frauenanteil bei 29 Pozent.In der Besoldungsordnung R ist der Anteil der Richterinnen auf 52 Prozent sowie der Anteil der Staatsanwältinnen auf 51 Prozent angestiegen.

Die Besoldungsgruppe A weist einen Anteil von 44 Prozent vollzeitbeschäftigten Beamtinnen auf. Innerhalb der A 16 liegt der Frauenanteil bei 36 Prozent. An den Hochschulen lehren erstmals mehr als ein Viertel Professorinnen. jur

Das 1994 in Kraft getretene Gleichberechtigungsgesetz sieht vor, dass der Landtag regelmäßig über die Entwicklung der Chancengleichheit im öffentlichen Dienst zu informieren ist. Seit der Novellierung im Jahr 2016 gilt das Gesetzesziel Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer. Die frauenpolitische Sprecherin der SPD, Nadine Gersberg, regte Betriebskindergärten an. Männer sollten explizit dazu aufgefordert werden, längere Elternzeiten zu nehmen. Wiebke Knell von der FDP wies auf die Verdienstunterschiede hin. Es seien die Männer, die sich bewegen müssten. „Das Problem sind nicht die Frauen.“ Silvia Brünnel (Grüne) mahnte den „gesellschaftlichen Willen“ zur Chancengleichheit an. „Wir brauchen passgenaue Angebote zur Vereinbarung von Familie und Beruf.“ Dazu gehöre etwa Homeoffice.

Claudia Ravenburg (CDU) stimmte der SPD-Vorrednerin zu. Männer müssten in die Familienarbeit miteinbezogen werden. Es gebe bereits Kinderbetreuungsangebote für Bedienstete. Personalverantwortliche hätten die Aufgabe, flexible Angebote für Frauen in Teilzeit zu entwickeln. Auch in der Elternzeit solle der Kontakt gehalten werden. Ein Rückkehrmanagement sei nötig und eine gute Führungskultur. Christiane Böhm (Linke) begrüßte die wachsende Zahl von Frauen in der mittleren Führungsebene. Doch die strukturelle Benachteiligung bleibe. „Hessen braucht ein Teilzeitförderprogramm für Männer.“

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