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Zelle im Abschiebegefängnis in Darmstadt
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Bei Bewährungsstrafen bleibt Täterinnen und Tätern die Zelle erspart

Hessen

Gewaltdelikte: Weniger Rückfälle in Hessen

  • Pitt v. Bebenburg
    VonPitt v. Bebenburg
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Nach Gewalttaten greift die Bewährungshilfe in Hessen verstärkt ein – das zeitigt Erfolge. Das bestätigt ein Gutachten der Kriminologischen Forschungsstelle

Mit einer intensiveren Begleitung von Gewalttäterinnen und -tätern hat Hessen dafür gesorgt, dass diese Menschen seltener rückfällig werden. Das hat die Kriminologische Zentralstelle in Wiesbaden, eine unabhängige Forschungsinstitution, der hessischen Bewährungshilfe attestiert.

„Erfolg für die Sicherheit“

Die Umstellung der Bewährungshilfe habe sich „mehr als bewährt“, zeigte sich Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) erfreut und fügte hinzu: „Dies ist ein großer Erfolg für die Sicherheit unseres Landes.“

Seit 2017 widmen sich die Bewährungshelferinnen und -helfer intensiv jenen Delinquentinnen und Delinquenten, die als besonders rückfallgefährdet eingestuft werden. Das Fachwort dafür lautet „risikoorientierte Bewährungshilfe“. Sie war zuvor bereits für Menschen eingeführt worden, die wegen Sexualdelikten verurteilt worden waren.

Anti-Aggressions-Training

Diese Gruppen werden häufiger als andere von ihren Bewährungshelferinnen und -helfern aufgesucht, sie werden zu Anti-Aggressions-Trainings verpflichtet und erhalten bei entsprechender Diagnose eine psychotherapeutische Betreuung. Die Verantwortlichen befassen sich zudem in Fallkonferenzen intensiver mit der Entwicklung dieser Menschen.

Jede fünfte der gut 200 Bewährungshelferstellen in Hessen wird für diese Aufgabe herangezogen. Die Fachkräfte kümmern sich um knapp 1700 Gewaltstraftäterinnen und -straftäter. Das ist ungefähr jede zehnte Person in Hessen, die auf Bewährung auf freiem Fuß ist.

Acht statt 13 Prozent

Die Kriminologische Forschungsstelle verglich die Rückfallquoten aus der Zeit vor und nach Einführung der „risikoorientierten Bewährungshilfe“. Das Ergebnis: Früher begingen fast 13 Prozent der Betroffenen erneut eine Gewaltstraftat, jetzt nur noch acht Prozent. Auch die Zahl anderer Delikte ging in dieser Gruppe deutlich zurück.

Der Direktor der Forschungsstelle, Martin Rettenberger, und seine Kolleginnen Lisanne Breiling und Viktoria Reese stellten in ihrem Evaluationsbericht fest: „Das Risikoprinzip wirkt, und das bedeutet weniger Taten, weniger Betroffene und weniger Täter:innen.“ Rettenberger schloss daraus auch: „Die eingesetzten Prognoseinstrumente funktionieren.“

Umstrittener Risiko-Ansatz

Die Einführung des risikoorientierten Ansatzes war in der Bewährungshilfe hoch umstritten. Manche Fachkräfte hatten sich dagegen gewandt, nach Sicherheitskriterien zu entscheiden, welchen Probandinnen und Probanden sie sich besonders intensiv zuwenden. Dadurch fehle Zeit, um nach sozialen Notlagen entscheiden zu können, in denen jemand intensive Unterstützung brauche, etwa bei der Suche nach Wohnung oder Arbeit.

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