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Christian Große (23) ist seit 2019 bei den Students for Future aktiv. Er studiert in Mainz Publizistik und Soziologie und hat das Schulprogramm zur Klima-Krise mitentwickelt.
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Christian Große (23) ist seit 2019 bei den Students for Future aktiv. Er studiert in Mainz Publizistik und Soziologie und hat das Schulprogramm zur Klima-Krise mitentwickelt.

Klimawandel

Fridays for Future-Aktivist: „Die Klima-Krise muss in Schulen eine viel größere Rolle spielen“

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Der Mainzer Student Christian Große von Fridays for Future hat geholfen, eine ganze Woche voller Angebote für Lehrkräfte und alle am Klimaschutz Interessierten zu gestalten.

Herr Große, ist der Klimawandel in der Corona-Pandemie etwas aus dem Blick geraten?

Tatsächlich ist es schwieriger geworden, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Große Teile der Diskussion darum haben sich in die Fachwelt verlagert, wo Expert:innen zwar durchaus mit Entscheider:innen in Kontakt kommen. Klar aber ist, dass dieses omnipräsente Thema Corona sehr viel Aufmerksamkeit bindet und nicht genauso viel über andere sehr wichtige Themen berichtet wird.

Es ist ja nicht allein das Buhlen um die Aufmerksamkeit, sondern es gibt ganz handfeste Hindernisse für das Engagement, etwa dass man sich kaum noch versammeln und protestieren darf, wie das vor allem Schüler:innen und Studierende getan haben. Und damit ist man auch nicht mehr so präsent.

Sicher. Und die Schul- und Universitätsschließungen sind natürlich auch ein Problem.

Sie und Ihre Mitstreiter:innen haben besondere Angebote entwickelt. Eines ist die Public Climate School. Was kann man sich darunter vorstellen?

Das ist eine offene Klima-Uni, die jeder und jede besuchen kann. In den Universitäten findet sehr viel Klimawissenschaft statt, und wir wollen das mit der Public Climate School in die Öffentlichkeit tragen. Bevor man auf die Klimakrise angemessen reagieren kann, soll man sich qualitativ hochwertig informieren können. Es geht um eine Woche voller Livestreams, mit denen wir sehr viele Menschen erreichen, gerade auch auf dem Land. Ein bisschen haben wir damit diese Großstadtblase sprengen können.

Ist das so etwas wie moderiertes Fernsehen mit vielen kurzen Videoclips oder geht das darüber hinaus?

ANGEBOTE FÜR SCHULEN

Bis 21. Mai veranstaltet die Fridays for Future Bewegung eine Public Climate School. Das sind Angebote zur Klimaforschung von Universitäten, die für alle Interessierte zugänglich sind. Außerdem gibt es ein eigenes Schulprogramm.

Das Schulprogramm richtet sich an Lehrkräfte und deren Schülerinnen und Schüler aller Schulformen und Klassenstufen. Bis 21. Mai gibt es dort jeweils von 8 bis 12.30 Uhr Unterrichtsangebote zur Klima-Krise, die live gestreamt werden. Daran wirken zahlreiche Prominente wie Eckart von Hirschhausen oder Sara Schurmann mit.

Die Angebote sind zu erreichen unter publicclimateschool.de und können auch nach dem 21. Mai abgerufen werden. pgh

Das Besondere ist, dass wir ganz viele Anknüpfungspunkte bieten, um sich mit diesem riesengroßen und komplexen Thema Klimawandel auseinanderzusetzen. So haben wir beispielsweise schon einen Klimakochkurs veranstaltet, es gibt ein Theaterstück, und natürlich viele Wissensbeiträge von Expert:innen, die wir als Vorträge, Workshops oder Seminar anbieten. Die Zuschauer:innen können sich daran mit Umfragen oder Fragen beteiligen, die auch wirklich beantwortet werden. Die Students-for-Future-Ortsgruppen bieten mitunter auch Public Viewing an, wo man zwar an verschiedenen Orten, aber doch gemeinsam schaut und dann via Internet diskutiert.

Sie wollen auch Schülerinnen und Schüler erreichen. Wie gelingt Ihnen das?

Es gibt ein spezielles Schulprogramm. Das ist genau auf das Format Unterricht abgestimmt, die Einheiten sind jeweils 45 Minuten lang, es gibt einen Verlaufsplan zum Livestream und Arbeitsblätter, die sich die Lehrkräfte herunterladen können. Heute morgen hatten wir drei Klima-Schulstunden und wir haben dabei schätzungsweise mindestens 100 Schulklassen erreicht. Die erste Stunde Klima-Basics hat ein Professor der Uni Mainz gehalten, der hätte sonst kaum Zeit, in Schulen zu gehen, so hat er mehr als 30 Klassen vor sich gehabt.

Viele Klassen sind aber gar nicht oder zumindest nicht komplett in der Schule.

Das ist kein Problem. Die Arbeitsblätter sind auf Präsenzunterricht und auf Homeschooling gleichermaßen ausgelegt. Das funktioniert mit unserem Programm beides gleich gut.

Sie selbst sind weder Pädagoge noch Klimaforscher. Wie sind Sie dazu gekommen, sich gerade bei solchen Lernangeboten zu engagieren?

Ich finde, es ist unglaublich wichtig, über die Klimakrise zu reden und etwas dagegen zu tun. Mich sprechen auch viele Menschen an, aber man muss oft bei den einfachsten Grundlagen ansetzen. Und das liegt, glaube ich, daran, dass das Thema in den Schulen und Hochschulen bisher nur eine untergeordnete Rolle spielt. Es ist nicht fest im Unterricht verankert, und natürlich auch nicht über mehrere Fächer hinweg, was aber sehr wichtig wäre. Deshalb habe ich angefangen, daran etwas zu ändern. Ich studiere ja Kommunikationswissenschaften und ich bin überzeugt davon, dass es zentral ist, miteinander zu reden, voneinander zu lernen und vom Reden ins Handeln zu kommen. Diese Vermittlungsrolle übernehme ich gerne.

Interview: Peter Hanack

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