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Mainzer Studierende verfolgen die Einführung in das Studium der Rechtswissenschaft. Foto: Michael Schick
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Mainzer Studierende verfolgen die Einführung in das Studium der Rechtswissenschaft.

Hochschulen

Frankfurter Forschungsprojekte bereiten sich auf Wettbewerb vor

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Sieben Clusterinitiativen der Goethe-Uni wollen 2023 Voranträge für Exzellenzstrategie einreichen

Im Jahr 2023 reichen die Hochschulen in Deutschland ihre Voranträge für die nächste Runde der Exzellenzstrategie ein. Die Frankfurter Goethe-Universität bereitet sich schon länger darauf vor, hat sechs Forschungs-Profilbereiche entwickelt und in diesen sieben Clusterinitiativen identifiziert, die sich für die erste Runde der Exzellenzstrategie fit machen. Das mit der Uni Gießen gemeinsam betriebene Herz-Lungen-Cluster „Cardio-Pulmonary System“ muss sich nicht erneut für die Vorrunde bewerben.

Die Forscherinnen und Forscher sollen in den sechs Profilbereichen in neuen Kontexten zusammenkommen und neue Denkansätze entstehen lassen. Das soll die klassischen Fachdisziplinen nicht auflösen. „Wenn wir nur noch interdisziplinär ausbilden würden, hätten wir nicht mehr die Kapazität, auch hohe Fachexpertise zu erarbeiten“, sagt Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Uni. Nur seien aktuelle Forschungsfragen nicht mehr nur die Frage einer einzelnen Disziplin.

Die Clusterinitiative aus dem Profilbereich Biodiversität mit dem Titel „Robust Nature“ widmet sich der Ausgestaltung des Systems Natur-Gesellschaft. Was muss der Mensch tun, um nicht nur die kommenden 50, sondern die kommenden 500 000 Jahre auf diesem Erdball leben zu können? Das klingt flapsig, ist aber recht komplex. Das Forschungsvorhaben „Contrust“ ist am sich in Gründung befindlichen Zentrum Normative Ordnungen in Frankfurt angesiedelt. Es untersucht, wie gesellschaftliches Vertrauen entsteht, auch in Konflikten. Prämisse ist, dass Konflikte in Gesellschaften unvermeidbar sind; sie sind für demokratisches Zusammenleben und gesellschaftlichen Fortschritt unabdingbar. Hier sitzt neben der Goethe-Universität auch die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) im Boot.

In den „Dynamiken des Religiösen“ befassen sich die Forschenden mit der Auseinandersetzung der Religionen untereinander. Was könnte man aus der Jahrhunderte überspannenden Interaktion, aus den Prozessen des Missverstehens, aber auch der Annäherung ableiten? Für die Gesellschaft, für ähnliche Fragen der Verständigung untereinander? Beide Initiativen stehen in der langjährigen Tradition der starken geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung der Goethe-Universität.

In der RMU-Clusterinitiative „Elements“ forschen Frankfurt, Darmstadt und das Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung an grundlegenden Fragen der Physik, der Sternenbildung, der Astronomie. Sie wollen diese Vorgänge beschreiben, theoretische Modelle entwickeln, auch zur Entstehung des Sonnensystems, in dem die Erde kreist.

In zwei weiteren Clusterinitiativen geht es darum, molekulare Grundlagen von Krankheiten zu verstehen, um aus diesem Verständnis womöglich Strategien zur Heilung zu entwickeln. Dabei stehen bei den Forscherinnen und Forschern der Initiative „Enable“ die Entzündungskrankheiten im Fokus, die Forschung in „Resist“ dreht sich um Krebs.

Und dann ist da noch ein Grundlagen-Cluster mit dem etwas sperrigen Namen „Quantitative Beschreibungen subzellulärer Architekturen“. Da geht es darum, die Zusammensetzung von Zellen und das Zusammenspiel der Eiweiße, das Weiterleiten und Verarbeiten von Signalen, Reizen, zu verstehen – es überhaupt beschreiben zu können, zu einem tieferen Verständnis der Funktionsweise von Menschen zu kommen. Später lassen sich diese Architekturen ganzer Zellen dann womöglich am Computer modellieren und für Experimente nutzen. Das wird aber nicht gleich und nur vielleicht in den kommenden zehn Jahren passieren.

Gezielte Förderung

Rund 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bilden den Kern eines Clusters oder einer Clusterinitiative, wobei weitaus mehr an den Forschungsprogrammen beteiligt sind. Sie alle forschen zu Themen von großer wissenschaftlicher Tragweite, Zukunftsorientierung sowie gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz. Eine strukturelle Einbettung in das organisatorische und strategische Gefüge ist dabei ausdrücklich gewollt.

Die Goethe-Universität will nun zumindest „alles daran setzen“, die sieben Projektgruppen durch eine gezielte Förderung für den Wettbewerb zu rüsten, sagt Präsident Enrico Schleiff. Dazu gehört auch eine intensive Begleitung, verbunden mit der Frage, ob sie die an sie gesetzten Exzellenzstandards erfüllen. Am Ende soll ein „ganz hartes, ehrliches Verfahren“ ermitteln, welche der sieben eine Chance haben, für den Wettbewerb Exzellenzstrategie nominiert zu werden.

Das bedeute aber nicht, dass die Universität künftig nur noch auf ihre Cluster schaue. Alle Fachbereiche und Zentren könnten sich in den Profilbereichen wiederfinden. „Ein Exzellenzcluster hat nur dann eine Berechtigung, wenn es strukturgebendes Element für einen Profilbereich ist“, sagt Schleiff. Wenn es also anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen Nutzen bringt, zumindest Strukturen bereitstellt für die, die an anderen Themen im Profilbereich forschen. „Ein Cluster, das nachhaltig, langfristig erfolgreich sein will, braucht so eine Struktur auch“, sagt Schleiff. Um einen konstanten Diskurs, eine konstante Erneuerung der Forschungsfrage zu ermöglichen. „Ein isoliertes System ist nach ein paar Jahren am Ende.“

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