1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Frankfurt: Kein Bedarf für Terminal 2

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jutta Rippegather

Kommentare

In vier Jahren eröffnet Terminal 3. Dann sollen die Airlines aus Terminal 2 in das neue Abfertigungsgebäude umziehen.

Rhein-Main ist derzeit mehr als früher ein Ferienflughafen.
Rhein-Main ist derzeit mehr als früher ein Ferienflughafen. © ROLF OESER

Nach der Eröffnung von Terminal 3 wird Terminal 2 zur Großbaustelle. Die dort beheimateten Airlines ziehen in das neue Abfertigungsgebäude um. Über Jahre wird kein Passagier und keine Passagierin das Gebäude betreten. „Wir werden die zusätzliche Kapazität mit der Inbetriebnahme vom Terminal 3 nutzen, um ab 2026 eine umfassende technische Modernisierung von Terminal 2 durchzuführen“, bestätigt Fraport-Sprecher Christian Engel der Frankfurter Rundschau am Dienstag auf Anfrage. Das bedeute aber nicht, dass das Gebäude dichtgemacht werde. „Substanzielle Bereiche“ wie Tiefgarage, Sky-Line-Station, Gepäckförderanlage oder die Parkpositionen für Flugzeuge würden weiter genutzt. „Die Einschränkungen im Terminal 2 sind nicht mit einer Schließung oder vollständigen Außerbetriebnahme gleichzusetzen.“ Nach Ende der Modernisierung werde Terminal 2 wieder in das Flughafensystem eingebunden.

„Riesige Fehlplanung“

Von einem „Eingeständnis der riesigen Fehlplanung“ spricht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hessen. „Der Flughafen benötigt keine drei Terminals“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer, Thomas Norgall. Fraport habe die Ausbaukapazität auf Kosten des Bannwalds völlig überschätzt. „In Folge des Klimawandels ist Wachstumsglaube für die Luftfahrt nicht mehr zeitgemäß. Es ist vorhersehbar, dass Terminal 2 nie mehr geöffnet wird.“

Backup-Terminal

Auch das Fachmagazin „Aero“ schreibt, dass Betreiberin Fraport vorerst nicht beabsichtige, in das alte Gebäude zu investieren. Geplant sei, es als „Backup-Terminal“ zu erhalten. Dies sei eine Fehlinformation, versichert Konzernsprecher Engel: „Die avisierten Fakten wurden leider in dem Artikel etwas falsch dargestellt.“ Richtig sei, dass die Inbetriebnahme von Terminal 3 dazu genutzt werden soll, das 1994 eröffnete Gebäude technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Die zusätzlichen Kapazitäten eröffneten die Möglichkeit, „großflächige Baumaßnahmen umzusetzen“. Geplant sei „die gesamthafte Erneuerung sicherheitsrelevanter Technik wie Brandmelde- und Entrauchungsanlagen, der Technikzentralen und der Gebäudeautomation sowie der Klimatechnik“. Fahranlagen, Büroflächen und Sanitäranlagen würden erneuert. Starttermin der umfangreichen Bauphase sei Ende 2026. „Stand heute rechnen wir mit einem Zeitbedarf für die technische Modernisierung von mindesten zwei bis drei Jahren.“ Aus Sicherheitsgründen müsse Terminal 2 dafür „operativ außer Betrieb genommen werden“. Betroffen seien Büros, Check-in-Bereiche, Gates, Geschäfte, Gastronomie und andere Besuchereinrichtungen.

Terminal 3

Das Empfangsgebäude soll 2026 eröffnen. Fraport erwartet für diesen Zeitpunkt Fluggastzahlen auf dem Vorkrisenniveau.

Der erste Bauabschnitt sieht drei Gates vor. Im Endausbau soll das Terminal rund 25 Millionen Passagiere im Jahr fassen.

Flugsteig G sollte bereits in in Betrib sei. Ist mangels Bedarf aber eingemottet. jur

„Würden die Maßnahmen kleinteilig beschränkt auf Nachtbaustellen erfolgen, würden dafür etwa zehn bis 15 Jahre und ein wesentlich höheres Budget nötig sein“, sagt Engel und versichert, dass der BUND mit seiner Prognose falsch liege: „Nach Abschluss der technischen Modernisierung wird das Terminal 2 wieder operativ voll in das Hubsystem FRA eingebunden.“

Auch interessant

Kommentare