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Findet sich auch in Eisbrocken: Mikroplastik.
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Findet sich auch in Eisbrocken: Mikroplastik.

Hessen

Forschung in Hessen: Licht entlarvt Mikroplastik

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Das Land fördert innovative Forschungsprojekte aus unterschiedlichen Gebieten. Eines stellt die Frage, welche Mobilität glücklich macht.

Sie sind unkonventionell, innovativ, mutig und deshalb förderungswürdig: Zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen in den Genuss der neuen Förderlinie „Loewe-Exploration“. Das Land fördert ihre Forschungsprojekte mit insgesamt gut drei Millionen Euro für die Laufzeit von zwei Jahren. „Wissenschaft muss Wagnisse eingehen und auch mal scheitern dürfen, um Innovation zu erzeugen“, sagt Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne). Die Förderungen biete Raum, um eine unkonventionelle Hypothese oder einen radikal neuen Ansatz zu testen. „Solche Freiheit ist selten geworden in der Forschungsförderung.“ Nach Angaben des Vorsitzenden des Loewe-Programmbeirats, Karl Max Einhäupl, stieß das Angebot auf ein breites Echo. „Die thematische Breite der eingereichten Vorhaben belegt die große Vielfalt der hessischen Forschungslandschaft.“ Eine Auswahl der Projekte:

Zuckertest ohne Piks Ein Team an der Frankfurter Goethe-Universität forscht an einem selbstlernenden System für eine Diabetesüberwachung ohne Blutabnahme. Es könnte die Zahl zu spät diagnostizierter Blutzuckerüberhöhungen senken und Erkrankten helfen, ihren Zustand zu verfolgen. Dazu wurde der Einsatz elektromagnetischer Wellen und ihrer Übertragung durch eine Hautfalte für die Diagnostik entwickelt.

Leuchtendes Mikroplastik Ein Forschungsprojekt der Philipps-Universität Marburg arbeitet an einer kostengünstigen Möglichkeit, Mikroplastik in der Umwelt zu identifizieren. Der alternative Ansatz nutzt eine Eigenschaft der Plastikmaterialien: Sie leuchten unter ultraviolettem Licht, je nach Farbe des Lichts und Materialeigenschaft unterschiedlich. Das Forschungsvorhaben will die Treffsicherheit dieser „Lumineszenz-Anregungsspektroskopie“ im Vergleich mit etablierten Spektroskopieverfahren evaluieren und das Messsystem vereinfachen. Das könnte größer angelegte Studien zur Verteilung von Mikroplastik ermöglichen.

Gezielte Wirkstoffe für von Viren befallene Zellen Das Projekt der Technischen Universität Darmstadt und des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen untersucht, ob durch die Kombination von zwei prominenten antiviralen Wirkstofftypen sogenannte Prodrugs abgeleitet werden können, die bevorzugt in viral infizierten Zellen wirken. Das könnte unerwünschte Effekte in nicht betroffenen Zellen reduzieren. Das Konzept sogenannter protease-aktivierbarer antiviraler Prodrugs soll anhand von Hepatitis-C-Viren und Coronaviren als Modell demonstriert werden.

Endlich schmerzfrei Ein Team der Goethe-Universität Frankfurt sucht nach neuen Wegen in der Therapie von chronischen Schmerzen. Denn existierende Mittel wirken oft nicht ausreichend oder erzeugen schwere Nebenwirkungen. Die Frage lautet: Können Schmerzen durch eine Hemmung der Protein-Biosynthese, auch als mRNA-Translation bezeichnet, behandelt werden? Das Projekt will die Wirkung verschiedener Translationsblocker in unterschiedlichen Modellen analysieren und Daten zur Wirkstärke und Verträglichkeit liefern.

Therapie für Knochenschäden bei Autismus Eine Team der Justus-Liebig-Universität Gießen untersucht, ob sich die Auswirkungen von Autismus auf die Knochen bei Kindern und Erwachsenen unterscheiden und wie sich die Standardtherapie mit Medikamenten und eine neuartige Vibrationstherapie auswirken. Ziel ist es, neue Therapieansätze zu finden.

Wie Mathe dem Denken in den Geisteswissenschaften hilft Ein Projekt der Technischen Universität Darmstadt entwickelt ein Computerprogramm, das Forschende in den Geisteswissenschaften nutzen können, wenn sie Textanalysen anfertigen. Es setzt an, wenn die Kategorien bestimmt werden, mit denen ein Text analysiert wird. Das System hilft, Kategoriensysteme zu entwickeln, bei denen zusammenhängenden Aspekte gleichzeitig bedacht werden können. Es soll möglichst leicht und intuitiv zu bedienen sein, damit die Denkarbeit nicht von technischen Aspekten gestört wird.

Koloniale Raubkunst mit KI analysieren Ein Team der Goethe-Universität Frankfurt erforscht der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei der wissenschaftlichen Bewertung archäologischen Materials aus der Kolonialzeit. Das interdisziplinäre Projekt will Fotos, die im 19. Jahrhundert im britisch verwalteten Zypern aufgenommen wurden, einer Analyse auf der Grundlage neuronaler Netzwerke unterziehen. Ein Großteil der abgebildeten Antiken befindet sich heute in Berlin, was die Arbeit erleichtert. Ziel ist eine Übertragbarkeit auf vergleichbare Archivbestände, was Einblicke in den Antikenhandel zur Kolonialzeit vertieft.

Glücklich im Verkehr Ein Team der Frankfurt University of Applied Sciences forscht an einem „agentenbasierten Simulationsmodell für Mobilitätsmuster im Rhein-Main-Gebiet zur Evaluation von Wohlfahrtseffekten verkehrlicher Maßnahmen“. Die Leitfrage lautet: Wie kann man Mobilität und Verkehr so regeln, dass möglichst viele Menschen damit glücklich sind? Die Heterogenität der Menschen soll möglichst gut abgebildet werden, um bessere Prognosen zum Nutzen und zu den – auch zeitlichen – Kosten für verschiedene Personengruppen abgeben zu können.

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