Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Abguss der Skulptur Moses von Michelangelo in der Bibliothek der Uni Mainz. M. Schick
+
Der Abguss der Skulptur Moses von Michelangelo in der Bibliothek der Uni Mainz. M. Schick

Hochschulen

Förderprogramm soll Wettbewerbsfähigkeit steigern

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
    schließen

Bund und Ländern geben Geld

Bund und Länder haben 2005 erstmals die Exzellenzinitiative zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen ausgelobt. Seit 2017 heißt das Programm Exzellenzstrategie. Grundlage ist eine EU-Vorgabe, nach der alle Mitgliedstaaten in Bildungs- und Wissenschaftssysteme investieren sollen, um Europa zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu machen.

Die Förderung erfolgt für zwei Bereiche: Exzellenzcluster und Exzellenzuniversität. Zunächst reichen die Hochschulen Voranträge für Forschungsprojekte ein, neusprachlich Cluster. Eine Kommission entscheidet dann, aus welchen Skizzen Vollanträge werden können. Wer es so weit schafft, kann sich Hoffnungen auf eine spätere Förderung machen. Derzeit fördert das Programm 57 Exzellenzcluster in Deutschland. In einem davon forscht die Goethe-Uni mit, zusammen mit der Justus-Liebig-Uni Gießen, zu Herz- und Lungenkrankheiten.

Erfahrung heißt Vorsprung

Jedes Cluster erhält etwa 6,5 Millionen Euro im Jahr – zusätzlich zu den Landesmitteln, die den Hochschuletat ausmachen. In der nächsten Runde, ab 2024, fördert das Programm wahrscheinlich 70 Cluster. Die 57, die schon dabei sind, dürfen alle einen neuen Vollantrag stellen, steigen also später in die Konkurrenz ein. Durch die jahrelange Förderung haben sie einen Vorsprung gegenüber den „Neuen“. Selbst wenn doch noch eines herausfällt, ist die Chance für diese nicht gewaltig groß, einen der verbleibenden Plätze zu ergattern.

Die Universitäten, die mindestens zwei Exzellenzcluster eingeworben haben, dürfen das zweite Feld der Fördermöglichkeiten betreten. Sie können einen Antrag auf den Titel „Exzellenz-universität“ stellen. Das bringt noch zehn bis 15 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr ein. In der vergangenen Runde 2018 hatte sich die Goethe-Uni gar nicht erst für diese Möglichkeit qualifiziert, weil sie nur ein Cluster erfolgreich in der ersten Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie durchgebracht hatte.

Ein Hochschul-Verbund, wie in Berlin die Freie (FU), Humboldt- (HU) und die Technische Universität (TU), muss mit drei Exzellenzclustern vertreten sein, von jeder Hochschule eines. Dafür gibt es für den Exzellenz-Titel dann zwischen 15 bis 28 Millionen Euro pro Jahr Nachschlag. Auch hier gilt: Es gibt in Deutschland nur zehn Exzellenzuniversitäten und den einen Verbund. Bis zu 15 Hochschulen dürfen es laut Verordnung sein. Es werden also nicht sehr viele dazu kommen, auch wenn einige ihren Status in der nächsten Runde wieder verlieren könnten.

Kritik an Aufteilung der Unis

Kritikerinnen und Kritiker bemängeln am Exzellenz-Streben die Aufteilung in Elite- und gewöhnliche Unis. Wer nicht das Signum Exzellenz trage, könnte es schwerer haben, gutes Personal zu verpflichten, oder Drittmittel einzuwerben. Zudem ist das zusätzliche Geld hauptsächlich für die Forschung gedacht, nicht für die Lehre.

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Frankfurter Universität bemängelt das Ziel „Wissen, Bildung und Forschung wirtschaftlich verwertbar zu machen“. Unabhängige und gesellschaftskritische Forschung und Lehre blieben auf der Strecke. Wieder andere verweisen auf die Freiheit der Wissenschaft. Die müsse auch Grundlagenforschung betreiben dürfen, die sich nicht sofort in ein Industrieprodukt oder eine politische Handlungsempfehlung umsetzen lassen.

Befürworterinnen und Befürworter halten dagegen, dass das zusätzliche Geld aus der Exzellenzstrategie den Hochschulen auch neue Freiräume eröffnen helfe, in Forschung und Lehre.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare