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Offenbachs OB Schwenke: Tritt er für die SPD in Hessen statt Nancy Faeser an?

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Von: Christian Reinartz

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Wenn Nancy Faeser ihre Kandidatur bei der Landtagswahl für die SPD in Hessen absagt, könnte Offenbachs Bürgermeister Felix Schwenke Spitzenkandidat werden.

Offenbach – Einmal mehr könnte sich in den kommenden Wochen bewahrheiten, dass Offenbach sich als Startrampe für erfolgreiche Karrieren in der Landespolitik eignet. Offenbar wird Oberbürgermeister Felix Schwenke als möglicher SPD-Kandidat für das hessische Ministerpräsidentenamt gehandelt. Zumal Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky schon vor Längerem abgesagt haben soll, heißt es aus der Brüder-Grimm-Stadt. Der Gehandelte selbst hält sich zurück.

Doch zumindest hinter verschlossenen Türen soll es längst ausgemachte Sache sein, dass der 43-jährige Schwenke antritt, wenn Bundesinnenministerin und Hessen-SPD-Vorsitzende Nancy Faeser sich dafür entscheiden sollte, in Berlin zu bleiben, anstatt in einen unsicheren hessischen Landtagswahlkampf zu ziehen, war dieser Tage aus SPD-Kreisen zu hören. Demnach gibt es eine zahlenmäßig starke Gruppe der Partei, die die Personalie Schwenke klar forciert.

Zumal weitere mögliche Gegenkandidaten mittlerweile nicht mehr im Rennen zu sein scheinen. Fraktionschef Günter Rudolph soll angeblich zu wenig Format für einen solchen Posten haben, heißt es übereinstimmend vonseiten der Genossen. Und SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Roth habe sich mit seiner Forderung nach der Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine selbst ins Abseits befördert.

Gilt angeblich als gesetzt: OB Felix Schwenke könnte Spitzenkandidat der hessischen SPD werden, sollte Innenministerin Nancy Faeser in Berlin bleiben.
Gilt angeblich als gesetzt: OB Felix Schwenke könnte Spitzenkandidat der hessischen SPD werden, sollte Innenministerin Nancy Faeser in Berlin bleiben. © DPA, Stadt/Lemnitzer

Offenbach: Kandidatur von Nancy Faeser in Hessen steht keinesfalls fest

Fest steht nur: Faeser hat das Vorgriffsrecht auf den Job. Und ist auch die unmissverständliche Wunschkandidatin der hessischen Sozialdemokraten. Dennoch verwundert, dass Faeser seit Wochen und Monaten von allen Seiten gedrängt wird, ihre Kandidatur bekannt zu machen – dies aber bisher nicht getan hat. Stattdessen sammelt sie als durchsetzungsstarke Innenministerin einen Punkt nach dem anderen.

Warum also das Bundesparkett überhaupt verlassen, wenn es gerade so erfolgreich läuft? Vor allem die besorgte hessische Parteibasis wiederholt im Angesicht eines möglichen Wahlkampfs ohne Faeser fast schon gebetsmühlenartig, die Frau sei Parteisoldatin und wisse, dass sie dem Ruf der Landes-SPD folgen müsse. Alles andere wäre wohl das Todesurteil für den Wahlkampf. Das baut natürlich Druck auf, sagt aber wenig aus über den Stand von Faesers Entscheidungsfindung.

Andere in der Partei sind der festen Überzeugung, dass es keinesfalls klar sei, dass Faeser ihre Berliner Erfolgsgeschichte opfert, um dann gegen einen in der Wählergunst beliebten grünen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (auch aus Offenbach) und Amtsinhaber Boris Rhein (CDU) zu verlieren. Das Risiko dafür ist zweifellos mehr als hoch und Faeser bliebe dann nur noch die Rolle der Oppositionsführerin im Landtag. Faesers standhaftes Zaudern könnte jedenfalls dahingehend gedeutet werden.

Gilt angeblich als gesetzt: OB Felix Schwenke könnte Spitzenkandidat der hessischen SPD werden, sollte Innenministerin Nancy Faeser in Berlin bleiben.
Gilt angeblich als gesetzt: OB Felix Schwenke könnte Spitzenkandidat der hessischen SPD werden, sollte Innenministerin Nancy Faeser in Berlin bleiben. © DPA, Stadt/Lemnitzer

Offenbacher OB Felix Schwenke drückt sich beharrlich um eine klare Antwort

Dazu passt die Tatsache nur allzu gut, dass sich auch Oberbürgermeister Felix Schwenke seit Längerem beharrlich um eine klare Antwort auf die Frage drückt, ob er bei der OB-Wahl im Herbst noch einmal als Offenbacher Stadtoberhaupt antreten wird. Im Interview mit unserer Zeitung zum Jahreswechsel legte sich Schwenke immerhin auf einen Zeitpunkt fest. Sobald der Termin der OB-Wahl feststehe, werde er offiziell sagen, ob er wieder antrete. Nur: Bis dieser Termin überhaupt festgezurrt ist, wird sich Faeser wohl längst geäußert haben müssen.

Muss also die Offenbacher SPD wirklich damit rechnen, dass Felix Schwenke als OB-Kandidat am Ende vielleicht gar nicht mehr zur Verfügung steht? Damit konfrontiert, antwortet er erneut ausweichend: „Ich bin sehr gerne Offenbacher Oberbürgermeister und ich sehe keinen Grund, mir über so etwas Gedanken zu machen.“ Er gehe zudem fest davon aus, dass Nancy Faeser als hessische SPD-Kandidatin antreten werde. (Christian Reinartz)

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