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Ob künftig noch so viele Kreuze auf Dächern zu finden sein werden? Die Kirche muss sich auch von Gebäuden trennen.
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Ob künftig noch so viele Kreuze auf Dächern zu finden sein werden? Die Kirche muss sich auch von Gebäuden trennen.

Kirche

Evangelische Kirche in Hessen und Nassau tagt per Online-Synode

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Das evangelische Kirchenparlament berät online über Haushalt, Pfarrstellen und ihre Immobilien. Klar ist: Es wird künftig weniger Geld geben. Und vielleicht auch weniger Kirchen.

Hohe Pensionslasten, unbesetzte Pfarrstellen und die Zukunft der kirchlichen Gebäude. Das sind Themen, die die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) von Mittwoch bis Samstag dieser Woche beschäftigen. Das Kirchenparlament tagt coronabedingt nicht wie sonst üblich in Frankfurt, sondern online.

Rund sieben Prozent der knapp 1400 Pfarrstellen im Bereich der EKHN sind zurzeit nicht besetzt. Das hat der Personaldezernent der Kirche, Jens Böhm, am Mittwoch vor der Synode berichtet. Zudem sei absehbar, dass im Pfarrdienst von den aktuell rund 1500 Seelsorgerinnen und Seelsorgern in den nächsten Jahren bis zu 100 jährlich in den Ruhestand gingen.

Zum einen ist die Herausforderung groß, diese Stellen wieder zu besetzen. Böhm wies aber zugleich darauf hin, dass durch die zahlreichen Versetzungen in den Ruhestand auch die zu zahlenen Pensionslasten stark anstiegen. „Der Aufwand verschiebt sich von den aktiven Beschäftigten zu den Aufwendungen für die Versorgung und die Vorsorge für den Ruhestand“, sagte der Dezernent.

Die Synode - das Kirchenparlament

Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist einem Parlament vergleichbar und das oberste Entscheidungsgremium der EKHN.

Die 140 Delegierten unter der Leitung von Präses Ulrich Oelschläger sind per Videokonferenz miteinander verbunden. Sie repräsentieren die rund 1,4 Millionen Mitglieder der EKHN.

Die Tagung live auf www.ekhn.de pgh

Dies sei zwar insgesamt ein gesellschaftliches Phänomen, könne aber zu einem Problem für das Miteinander werden. Es dürfe nicht sein, „dass eine Generation versorgt in den Ruhestand geht und eine jüngere Generation im aktiven Dienst auf deutliche finanzielle Einschnitte vorbereitet werden muss“. Zumal es in der Kirche ja gerade die jetzigen Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger seien, die den „Transformationsprozess künftig gestalten werden“. Im nächsten Jahr will Böhm der Synode eine Vorlage mit Lösungsvorschlägen präsentieren.

Er hielt aber auch positive Nachrichten für alle Pfarrer:innen und Kirchenbeamt:innen bereit. Die EKHN will nach dem Einfrieren der Bezüge infolge der Corona-Krise wieder zur Besoldung nach dem Bundestarif zurückkehren. Das bedeutet eine Erhöhung der Bezüge um 1,2 Prozent zum Januar 2022 und um weitere 1,8 Prozent ab April nächsten Jahres. Dieser Punkt steht am Freitag zu Abstimmung an.

Der von Böhm angesprochene Transformationsprozess ist nötig, weil die EKHN wie auch die katholische Kirche stetig Mitglieder verliert und künftig mit deutlich weniger Geld wird auskommen müssen. Die ebenfalls am Mittwoch eröffnete Debatte über den Haushalt zeigte, dass zwar kurzfristig erst noch einmal mit leicht steigenden Einnahmen gerechnet werden kann. So werden nach den Worten von Finanzdezernent Thomas Striegler die Kirchensteuereinnahmen von 505 Millionen Euro in diesem auf 515 Millionen im nächsten Jahr steigen. Die Ausgaben liegen laut Striegler aber bei rund 710 Millionen Euro. Den größten Einzelposten bilden die Personalkosten mit 327 Millionen Euro. Für die Arbeit auf Gemeinde- und Dekanatsebene sind im neuen Etat 346 Millionen Euro eingeplant, für den Erhalt der Gebäude 42 Millionen Euro. Deren Zukunft soll die Synode ebenfalls beraten.

Die Corona-Krise hat im Budget weniger Schaden angerichtet als von Striegler befürchtet. Der Nachtragshaushalt von 2020 ging von 480 Millionen Euro Kirchensteuer aus; am Ende wurden es mehr als 500 Millionen. Auch das Jahr 2021 könnte mit rund 520 bis 530 Millionen Euro Kirchensteuern enden, statt der im Haushalt prognostizierten 505 Millionen Euro. Dennoch besteht nach Worten Strieglers kein Grund zu großer Freude: Denn auch dann verblieben „zweistellige Millionenbeträge im negativen Jahresergebnis“.

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