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Sigrid Erfurth (Bündnis90/Die Grünen), Landesvorsitzende ihrer Partei in Hessen, ist stolz auf die Umweltlotterie.
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Sigrid Erfurth (Bündnis90/Die Grünen), Landesvorsitzende ihrer Partei in Hessen, ist stolz auf die Umweltlotterie.

Glücksspiel

Ernüchternde Umweltlotterie in Hessen

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Das staatliche Gewinnspiel „Genau“ gibt es nur in Hessen. Das dürfte ein Grund dafür sein, warum es weit weniger Umsatz erzielt als erhofft. Doch die Grünen sind stolz darauf.

Eine Lotterie mit Gewinnen für Naturschutz und Umwelt – die hatten sich die Grünen vor sieben Jahren auf die Fahnen geschrieben, als sie in die Landesregierung einzogen. Am Mittwoch feierten sie das Jubiläum der Umweltlotterie „Genau“, die auf Betreiben der grünen Regierungsmitglieder vor fünf Jahren gestartet wurde. Der Name ist die Abkürzung von „Gemeinsam für Natur und Umwelt“. Doch die Lotterie ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

„Wir sind sehr stolz auf dieses grüne Projekt“, sagte die hessische Grünen-Landesvorsitzende Sigrid Erfurth. Umwelt-Staatssekretär Oliver Conz freute sich, dass die Lotterie „zu einem bedeutenden und verlässlichen Förderinstrument für den Naturschutz“ geworden sei. So seien die Revitalisierung des Quellsumpfes in Dreisbach oder der Rebhuhn-Hegering Wetterau mit Erträgen der Lotterie gefördert worden.

Die Zahlen sind allerdings ernüchternd. 3,2 Millionen Euro gaben Hessinnen und Hessen im vorigen Jahr für „Genau“-Lose aus. Das war immerhin eine halbe Million Euro mehr als im Jahr davor. Von den Einsätzen, die für Gewinnspiele der staatlichen Gesellschaft Lotto Hessen ausgegeben werden, machen sie aber nicht einmal fünf Promille aus.

Lotto-Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann war bei der Einführung des Umwelt-Gewinnspiels im Jahr 2016 davon ausgegangen, dass sich sechs Millionen Euro im ersten Jahr und bereits zehn Millionen Euro im zweiten Jahr des „Genau“-Betriebs umsetzen ließen.

Ein Jahr später räumte Sundermann ein, die mangelnde „Marketingmacht“ unterschätzt zu haben, da „Genau“ nicht bundesweit, sondern nur in Hessen eingeführt wurde. Man sei aber auf dem richtigen Weg, „wenn wir auf 3,5 bis 4 Millionen Euro kommen“. Auch dieser Wunsch ist bis heute nicht erfüllt.

Das mag damit zusammenhängen, dass der spielerische Reiz von „Genau“ eher gering ist, ebenso wie der mögliche Hauptgewinn von 10 000 Euro bei einem Einsatz von fünf Euro. Bei der Umweltlotterie wird jeden Freitag die Postleitzahl einer hessischen Großstadt oder eines Landkreises gezogen. Von dort stammen die Gewinnerinnen und Gewinner sowie ein Umweltprojekt, das 5000 Euro erhält.

Staatssekretär Conz, dessen Ministerin Priska Hinz (Grüne) die Lotterie einst angeschoben hatte, berichtete, dass 261 Natur- und Umweltschutzprojekte die 5000-Euro-Hilfe erhalten hätten. Insgesamt seien also in den fünf Jahren 1,3 Millionen Euro ausgeschüttet worden. Das seien „261 Beispiele einer unbürokratischen und dezentralen Förderung und ein starkes Signal für den Natur- und Umweltschutz in Hessen“.

Zusätzlich flössen sämtliche Überschüsse aus der Lotterie in ein Förderprogramm des Umweltministeriums, um damit bedeutsame Arten und Lebensräume zu fördern. Dafür seien 285 000 Euro geflossen.

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