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Franka Leggewie ist 17 Jahre alt und besucht die elfte Klasse eines
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Franka Leggewie ist 17 Jahre alt und besucht die elfte Klasse eines

Schule in Corona-Zeiten

Eine 17-Jährige erzählt: Treffen geht nur über Facetime

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Franka Leggewie findet die Schule in Corona-Zeiten alles andere als gut.

Wie lief das Homeschooling? Konntet ihr Kontakt zu euren Freunden halten? Dies waren die typischen Fragen, die uns Schülerinnen und Schülern gestellt wurden, als der reguläre Präsenz-unterricht in der elften Klasse nach Monaten wieder losging. Tatsächlich hatten wir uns an viele neue Dinge gewöhnen müssen: An die täglichen Videokonferenzen, an die Arbeitsaufträge, die uns online erteilt wurden, an die virtuellen Treffen mit Freundinnen und Freunden.

Was aber wegfiel war ein langer Schulweg. Stattdessen konnte man vom Bett zum Schreibtisch wandern, sich ins Meeting einloggen und dafür länger schlafen. Die Konferenzen begannen meist zu Unterrichtsbeginn und zogen sich oft über den gesamten Schultag. In den Fächern ohne Konferenzen bekamen wir Aufgaben, für die wir oft mehr Zeit als die eineinhalb Stunden Unterricht und Hausaufgabenzeit benötigten. Ein großes Problem war, dass wir uns viele Themen fast komplett selbst erschließen mussten. Dadurch war vieles schlechter zu verstehen und die Aufgaben waren daher teilweise nicht lösbar. Für mich ist deshalb ein Vorteil des Präsenzunterrichts, dass man leichter nachfragen kann, wenn man eine Aufgabe oder ein Thema nicht verstanden hat.

Anfangs war es für mich und meine Freundinnen und Freunde auch schwierig, sich die Zeit für die Aufgaben richtig einzuteilen, damit alles bis zum Abgabetermin fertig wurde. Aber nach einer Weile konnte ich das besser einschätzen. Ich habe gelernt, selbstständiger zu arbeiten und mir meine Zeit besser einzuteilen. Davon kann ich sicher in meinem Leben profitieren.

Da man sich die Aufgaben selbst einteilen konnte und die Struktur von Schule teilweise fehlte, musste man lernen sich selbst zu motivieren. Das war schwierig, ist aber im Studium und im Arbeitsleben bestimmt sehr wichtig. Ich denke, Homeschooling war eine gute Übung dafür. Um mich zu Hause für die Arbeitsaufträge zu motivieren, habe ich versucht, viel Sport zu machen. Sport ist für mich immer ein guter Ausgleich zur Schule gewesen. Lange Zeit war es aber nicht möglich, im Verein Sport zu treiben. Das war sehr schade, aber ich habe dann eben zu Hause Sport gemacht.

Der größte Nachteil am Onlineunterricht ist: Man kann sich sehr viel weniger mit Klassenkameradinnen und -kameraden austauschen. Das fehlte umso mehr, als man ohnehin schon wegen der Kontaktbeschränkungen weniger Zeit mit Freundinnen und Freunden verbringen konnte. Wir konnten nicht ins Restaurant essen gehen, uns nicht im Kino treffen oder auf eine Party gehen.

Meiner Meinung nach hat die Corona-Krise viele Jugendliche psychisch stark belastet, weil es wenig Ausgleich zur Schule und zum Lernen gab. Dadurch, dass wir unsere Kontakte stark minimieren mussten, waren wir gezwungen andere Wege zu finden, um Zeit miteinander zu verbringen. Um uns in einer großen Gruppe zu treffen, nutzten wir Facetime und Google Meet. Außerdem telefonierten wir miteinander, um Hausaufgaben zu erledigen oder einfach zu reden. Dadurch, dass sich das Leben fast nur noch online abspielte, musste man sich zwangsläufig viel mit Technik und Computerprogrammen auseinandersetzen. Dadurch kenne ich mich nun viel besser mit solchen Dingen aus. Der Nachteil war aber, dass die Bildschirmzeit immer länger und der Ausgleich dazu immer geringer wurde. Das war nach einiger Zeit sehr anstrengend und belastend.

Franka Leggewie ist 17 Jahre alt und

besucht die elfte Klasse eines

Gymnasiums in Gießen.

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