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Hessens privatisierte Uniklinik: Ein Drahtseilakt

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Von: Jutta Rippegather

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Der politische Fehler ist nachhaltig spürbar.

Wieder gibt es Zoff zwischen Uniklinik und Land. Wieder droht der Rhön-Konzern mit Kündigungen, Outsourcing und somit einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung. Wieder geht er perfide vor. Wendet sich nicht direkt an die Ministerin, seine Verhandlungspartnerin. Er schreibt seinen Beschäftigten einen Brief und sät Verunsicherung. Das ist verantwortungslos.

Eine Provokation gegenüber der grünen Ministerin. Die bemüht sich, Contenance zu halten, ohne ihre Prinzipien komplett über Bord zu werfen. Die Privatisierung, sagt sie, war ein Fehler. Doch einen Rückkauf zu prüfen, ist keine Option. Die Koalitionsdisziplin wiegt schwerer, als sich von der eigenen Überzeugung leiten zu lassen. Ein Drahtseilakt für Angela Dorn, die als Marburgerin sehr gut um die Verhältnisse an der Uniklinik auf den Lahnbergen weiß.

Es gibt politische Fehler, die sind nachhaltig zu spüren. Die vom damaligen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch forcierte bundesweit einzige Privatisierung einer Universitätsklinik ist ein Paradebeispiel dafür. Gesundheitsversorgung in den Händen einer Aktiengesellschaft - das passt nicht zusammen. Das Heilen von Krankheiten ist kein gewinnbringendes Geschäft, medizinisches Personal wertvoll und kein Kostenfaktor. Bei Asklepios/Rhön zählt allein der Profit. Es darf nicht passieren, dass das Steuergeld der Hessinnen und Hessen ihn mehrt.

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