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Gedenken an Vili Viorel Paun auf dem Parkplatz am Kurt-Schumacher-Platz in Hanau-Kesselstadt. Foto: Renate Hoyer
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Gedenken an Vili Viorel Paun auf dem Parkplatz am Kurt-Schumacher-Platz in Hanau-Kesselstadt.

Hessen

Ehrung für Anschlagsopfer von Hanau

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier würdigt den Mut des in Hanau ermordeten Vili Viorel Paun. Die Opposition fragt sich, ob er noch leben könnte.

Vierzehn Monate nach seinem Tod ist der ermordete junge Hanauer Vili Viorel Paun von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gewürdigt worden. Die Staatskanzlei teilte am Montag mit, dass Paun posthum vom Land Hessen mit der Medaille für Zivilcourage geehrt werde.

Am 19. Februar 2020 hatte der 22-jährige Paun unter Einsatz seines Lebens versucht, den rassistischen Terroristen Tobias R. aufzuhalten, der bewaffnet durch Hanau zog und mordete. Dabei war Paun selbst erschossen worden.

„Diese Auszeichnung bringt den Eltern ihren Sohn nicht zurück, sie soll aber ein Zeichen des Trostes und der Anerkennung seiner Courage sein“, begründete Bouffier die Entscheidung. Statt Zu- oder Wegzuschauen habe Paun „selbstlos, blitzschnell und mutig“ reagiert. Mit seinem entschlossenen Eintreten habe er versucht, Leben zu retten. „Damit hat er aktiv die Eckpfeiler des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie Menschenwürde und Solidarität verteidigt.“ Mit der Ehrung wolle Bouffier zum Ausdruck bringen, „dass die Namen der Opfer ebenso wie das Leid, das der Täter nicht nur ihnen, sondern auch den Angehörigen und Freunden zugefügt hat, nicht vergessen“ würden. Dies sei „die Botschaft aller Hessinnen und Hessen“.

Paun hatte den Terroristen verfolgt und zugleich versucht, die Polizei zu alarmieren. Nach Angaben des Generalbundesanwalts wählte er innerhalb kurzer Zeit dreimal die 110, kam aber nicht durch. Es hat sich herausgestellt, dass der Notruf im Polizeipräsidium Südosthessen überlastet war, weil er technisch auf einem veralteten Stand war.

Die hessische SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser warf deswegen im Landtag die Frage auf, die sich auch Angehörige stellen: ob Paun noch leben könnte, wenn er mit seinen Anrufen durchgekommen wäre und die Polizei ihn von der Verfolgung des Täters abgehalten hätte. Die Familie, die aus Rumänien stammt, hat Vili Viorel Paun dort bestatten lassen.

Vater Niculescu Paun sagte der FR, der Schmerz über den Mord an „unserem Engel“ werde immer bleiben, aber die Eltern seien sehr stolz auf ihren Sohn. Sie freuen sich über die Auszeichnung: „Vili hat diese Medaille verdient. Er hat den Täter gestört und dadurch verhindert, dass noch mehr Menschen ermordet wurden.“ Nichtsdestotrotz fordern sie nach wie vor Aufklärung und Konsequenzen aus der Tat und den Versäumnissen der Behörden. mit gha

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