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Hessen

Druck für Türkisch-Unterricht in Hessen

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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SPD-Chefin Faeser will „nicht nachlassen“, bis die Landesregierung Türkisch als Fremdsprache an den Schule einführt. Verbände sehen in der Ablehnung ein fatales Signal.

Die SPD dringt mit Bildungs- und Migrantenverbänden weiter auf die Einführung von Türkisch und Griechisch in den Fremdsprachenunterricht an hessischen Schulen. „Ich werde nicht nachlassen, bis diese Landesregierung nachgibt“, sagte die SPD-Fraktionschefin Nancy Faeser am Dienstag bei einer Onlinepressekonferenz.

CDU und Grüne hatten Anfang Juni mit der AfD einen entsprechenden Antrag der SPD abgelehnt. Allerdings führt Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in den nächsten Jahren Chinesisch, Arabisch, Polnisch und Portugiesisch als zweite und dritte Fremdsprachen ein.

Als einen Grund für die Ablehnung des Türkischunterrichts führt Lorz den Umstand an, dass es bei einem Modellversuch mit Türkisch an drei Schulen vor mehr als zehn Jahren eine zu geringe Nachfrage gegeben habe. Der Grünen-Abgeordnete Daniel May regte in der vergangenen Woche im Landtag ein erneutes Pilotprojekt an, um herauszufinden, ob das Interesse zugenommen habe.

„Damit wird die türkische Community nicht einverstanden sein“, entgegnet Atila Karabörklü. Der Hesse ist Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland und trat bei der Pressekonferenz der SPD für das gleiche Anliegen ein. Aus seiner Sicht hatte die damalige Landesregierung den Modellversuch so angelegt, dass er nicht zum Erfolg führen konnte. Eltern seien „irritiert“, Lehrkräfte „unter Druck gesetzt“ worden.

Die Entscheidung der schwarz-grünen Koalition gegen den Türkischunterricht sende das fatale Signal aus, „dass türkischstämmige Menschen hier nicht willkommen sind“. Zudem würden Türkischkenntnisse auf dem hessischen Arbeitsmarkt benötigt, etwa bei Kranken- und Altenpflegekräften, am Flughafen, im Tourismus und anderen Dienstleistungsbereichen, argumentierte Karabörklü.

Ähnlich äußerte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel. „Durch diese Entscheidung vermitteln wir den jungen Leuten das Gefühl, dass sie nicht dazugehören“, sagte er. „Dann sollten wir uns nicht wundern, dass einige Jugendliche sich mit der Türkei identifizieren.“

Kultusminister Lorz sowie Abgeordnete von CDU und Grünen hatten betont, bei der Auswahl der Fremdsprachen gehe es um rein fachliche Kriterien – indem „Weltsprachen“ gelehrt und die besondere Beziehung zu Polen gestärkt würden.

Der Pädagoge Arif Arslaner vom Frankfurter Bildungsträger Kubi erwiderte in der SPD-Pressekonferenz, es gebe weltweit sehr viele türkischsprachige Menschen, von Aserbaidschan und Iran bis hin zu den Uiguren in China.

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