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Doppelt so viel Geld für Hessens Kulturzentren

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Von: Peter Hanack

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Hafen 2 in Offenbach. Nicht wegzudenken, aber ohne Landesförderung wohl schon lang nicht mehr da.
Hafen 2 in Offenbach. Nicht wegzudenken, aber ohne Landesförderung wohl schon lang nicht mehr da. © Monika Müller

Das Land Hessen verdoppelt Fördermittel auf knapp zwei Milionen Euro. Kulturministern Angela Dorn sagt, diese seien „wichtig für Teilhabe und Demokratie“.

Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) nennt sie „Impulsgeber“ und „Vernetzungsinstanz“, „Schnittstelle von Gesellschaft, kultureller Teilhabe und Demokratie“. Klar ist, die „sozio-kulturellen Zentren“ in Hessen bringen Menschen zusammen, stemmen oftmals beeindruckende Veranstaltungen, sind wichtige Treffpunkte gerade in der Stadt udn gerade auch im ländlichen Raum und werden von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen am Laufen gehalten. Nun bekommen sie für ihre Arbeit mehr Geld vom Land.

Ob die Brotfabrik in Frankfurt-Hausen, das KFZ in Marburg, der Hafen 2 in Offenbach oder das Generationenhaus im Bahnhof Hümme im nordhessischen Hofgeismar: Gemeinsam ist diesen Orten, dass sie auf sehr verschiedene Weise eine wichtige Funktion in ihrem näheren oder weiteren Umfeld erfüllen. Die sozio-kulturellen Zentren erreichen sehr unterschiedliche Menschen, sind „vielfältig wie das bunte Leben“, wie Ministerin Dorn sagt, und bewältigen häufig eine Aufgabe, die einen fließenden Übergang zur Sozialarbeit bildet.

Mehr als 5000 Veranstaltungen

Die hessische Landesregierung hat die Förderung dieser Zentren im Haushalt 2022 auf knapp zwei Millionen Euro verdoppelt. Damit ist die Förderung inzwischen viermal so hoch wie noch im Jahr 2015, als sie bei weniger als einer halben Million Euro gelegen hatte.

Das Geld erhalten jene Zentren, die der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen (LAKS) angehören. Zurzeit sind das 42 Einrichtungen quer durch Hessen. Zusammen haben sie jährlich mehr als 5000 Veranstaltungen ausgerichtet, die von mehr als einer Million Menschen besucht worden sind.

Gemeinsam Initiativ

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen e. V. trägt die Abkürzung LAKS.

Gegründet worden ist die Landesarbeitsgemeinschaft im Jahr 1984. Sie ist der Dachverband von inzwischen 42 Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren, die in ganz Hessen zuhause sind.
Aufgaben der LAKS sind Austausch, Vernetzung, Beratung, Fortbildung und Qualitätssicherung. Sie vertritt die Interessen der Zentren gegenüber Politik und Verwaltung.

Erfolge sind die Professionalisierung, die Etablierung soziokultureller Arbeit und die Strukturförderung.

Kontakt unter www.laks.de pgh

Im Schnitt erhalten sie für ihre Tätigkeit jährlich 37 000 Euro aus dem Landestopf. 2016 waren es noch 16 000 Euro gewesen. Das deckt zusammengenommen etwa ein Drittel der jeweiligen Kosten. Die übrigen zwei Drittel werden von den Einrichtungen selbst erwirtschaftet.

Die Besonderheit dabei: Die Zentren können sich auf die Zuweisungen verlassen, da diese nicht projektabhängig vergeben werden, sondern im Landeshaushalt festgeschrieben sind. Von 2016 bis 2021 lief diese Förderung als Modellprojekt, vom laufenden Jahr an ist sie in den Regelbetrieb übergegangen. Eine ähnliche Grundförderung für sozio-kulturelle Zentren gibt es in Deutschland sonst nur in Sachsen und Baden-Württemberg, wie Laks-Geschäftsführer Bernd Hesse am Mittwoch in Offenbach berichtete. „Das ist ein sehr gutes Modell, weil es den Zentren ermöglicht, sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren zu können“, wie er sagte.

Yoga bis Kindertheater

„Diese Förderung ermöglicht uns sehr viel“, sagte auch Anna Lena Rothenspieler vom KFZ in Marburg. Rund 260 Veranstaltungen gab es dort zuletzt im Jahr mit insgesamt knapp 60 000 Besucher:innen. Das Programm reicht von Yoga über Kindertheater, Kabarett, Hörspiel und Ausstellungen bis zu Lesungen, Diskussionen und Filmen.

Das Generationenhaus im Bahnhof Hümme bei Kassel öffnete im Oktober 2015, nachdem der Förderverein in rund zweieinhalbjähriger ehrenamtlicher Arbeit das denmalgeschützte, vom Verfall bedrohte Gebäude hergerichtet hatte. Heute gibt es dort ein Kino, ein Kunstzentrum für Kinder und Jugendliche, Probenräume und bis zu sieben Veranstaltungen täglich, wie Vereinsvorsitzender Peter Nissen erläuterte. 200 Vereinmitglieder und 50 Ehrenamtliche tragen das Generationenhaus.

Und das weithin bekannte Kulturzentrum Hafen 2 in Offenbach – das gäbe es ohne die Fördergelder des Landes nicht mehr, sagt Geschäftsführerin Andrea Weiß. Und heute sei es „nicht mehr wegzudenken“.

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