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Documenta: Opposition im Landtag begrüßt Schormanns Rücktritt

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Von: Hanning Voigts

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Sabine Schormann legt ihr Amt als Generaldirektorin der Documenta nach Antisemitismus-Vorwürfen nieder. Foto: dpa
Sabine Schormann legt ihr Amt als Generaldirektorin der Documenta nach Antisemitismus-Vorwürfen nieder. Foto: dpa © dpa

Die Opposition im hessischen Landtag hält den Rückzug der Generaldirektorin der Documenta, Sabine Schormann, für richtig. Die Fraktionen fordern aber zugleich weitere Aufklärung.

Der Rückzug der Generaldirektorin der Documenta, Sabine Schormann, ist aus den Reihen der Opposition im hessischen Landtag am Wochenende begrüßt worden. Nach der Debatte um antisemitische Kunstwerke auf der weltweit relevanten Kasseler Kunstschau sei die Abberufung Schormanns ein richtiger Schritt, sagte Günter Rudolph, der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion, der Frankfurter Rundschau. Als nächstes müssten die Vorfälle genau aufgearbeitet und der Ruf der Ausstellung wiederhergestellt werden, forderte Rudolph. „Jetzt geht es darum, dass die Documenta wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt.“

Stefan Naas, kulturpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, nannte Schormanns Rückzug überfällig. „Die zuständige Ministerin Angela Dorn hat dazu lange, zu lange gebraucht“, sagte Naas. Jetzt müsse rasch eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gefunden werden. Die neue Spitze müsse „erstens den Vorfall aufarbeiten, dass Kunst mit antisemitischem Inhalt gezeigt wurde, zweitens sicherstellen, dass bei der Documenta keine antisemitische Kunst mehr gezeigt wird und drittens ein System der Verantwortung etablieren“, forderte Naas. Die Zeit der „organisierten Verantwortungslosigkeit“ müsse enden.

Hessen: „Frau Schormann war die einzig Greifbare“

Die kunstpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elisabeth Kula, sagte der Frankfurter Rundschau, durch den Skandal um die Documenta seien personelle Konsequenzen notwendig geworden. „Frau Schormann war die einzig Greifbare vor der Ministerin, die man jetzt absägen konnte“, sagte Kula. Für viel wichtiger halte sie es allerdings, dass die Documenta „sich in Zukunft besser aufstellt, damit so etwas nicht mehr passiert“. Dafür brauche es strukturelle Reformen.

Der Aufsichtsrat der Documenta hatte sich am Freitag mit Sabine Schormann auf eine Auflösung ihres Vertrages geeinigt.

(Hanning Voigts)

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