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Diebe stehlen 850 Festmeter Holz aus Hessens Staatswald

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Von: Peter Hanack

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Diese kleinen Sender mit GPS sollen den Dieben das Stehlen von Holz vergällen.
Diese kleinen Sender mit GPS sollen den Dieben das Stehlen von Holz vergällen. © dpa

Der Landesbetrieb Hessen-Forst registriert immer mehr Diebstähle. GPS-Sender werden in den Stämmen versteckt und sollen Kriminelle abschrecken.

Der Landesbetrieb Hessen-Forst hat im zu Ende gehenden Jahr eine stark zunehmende Zahl an Holzdiebstählen registriert. Die gestohlene Menge insgesamt habe sich allerdings kaum verändert, teil Hessen-Forst mit.

Aus dem Staatswald des Landes sind 2022 rund 850 Festmeter Holz mit einem Wert von etwa 45 000 Euro gestohlen worden. Das teilte Hessen-Forst auf Anfrage mit. Das betrifft allerdings nur die unverkauften, noch im Eigentum des Landesbetriebs befindlichen Mengen. Insgesamt habe sich damit die Menge gestohlenen Holzes nicht stark erhöht. Zugenommen habe allerdings die Zahl kleinerer Diebstähle. Gestohlenes Holz, das zuvor noch im Staatswald lagerte, jedoch schon an Privatleute oder Firmen verkauft und bezahlt worden war, wird dabei nicht erfasst.

Enormer Preisanstieg

Hessen-Forst weiß von fünf Fällen, bei denen in Mittelhessen schon verkauftes Holz entwendet wurde. Dabei habe es sich um mehrere Hundert bis einige Tausend Festmeter gehandelt – Mengen also, die nur mit professionellem Gerät zu bewegen sind.

Auch die privaten Waldbesitzer:innen haben einen „sprunghaften Anstieg“ an Diebstählen beklagt. Aufgrund des starken Preisanstiegs – teils muss inzwischen das Vierfache wie noch im Frühjahr bezahlt werden – bedienten sich offenbar nicht nur Privatleute, sondern auch Lieferant:innen oder Händler:innen an fremdem Eigentum, hatte der Verband der Hessischen Waldbesitzer mitgeteilt. Konkrete Zahlen, wie viel insgesamt aus hessischen Wäldern geklaut wird, gibt es aber auch dort nicht.

Komplette Lastwagenladung weg

Einer der spektakulärsten Fälle hatte sich in Weilrod ereignet. Dort verschwanden zwei komplette Lastwagenladungen mit bis zu sieben Meter langen Stämme. Verkaufswert rund 3400 Euro.

Um Diebstähle einzudämmen, setzt Hessen-Forst schon seit 2013 landesweit GPS-Tracker ein. Diese etwa streichholzschachtelgroßen Sender werden von außen kaum sichtbar in Holzstücke eingebaut und senden Signale, wenn diese bewegt werden. Mit Hilfe dieser Tracker konnten laut Landesbetrieb in den vergangenen Jahren einige Holzdiebstähle aufgeklärt werden. Zusätzlich gebe es aktuell verstärkte Kontrollen im Wald durch das Forstpersonal. Auch private Waldbesitzer:innen verwenden solche Tracker. Deren Einsatz aber sei aufwendig, heißt es.

39 Prozent des hessischen Waldes gehören dem Land. 36 sind in kommunalem Besitz, 25 Prozent gehören Privatleuten. Grundsätzlich darf kein Holz ohne Genehmigung aus dem Wald entnommen werden.

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