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Die Kulturregion Frankfurt und Rhein-Main wächst weiter

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Von: Peter Hanack

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Einblicke in die Industriegeschichte – auch die gehören zum Angebot der Kulturregion. Wie hier im Heizkraftwerk West in Frankfurt.
Einblicke in die Industriegeschichte – auch die gehören zum Angebot der Kulturregion. Wie hier im Heizkraftwerk West in Frankfurt. © peter-juelich.com

Michelstadt im Odenwald tritt dem regionalen Netzwerk bei. Corona zum Trotz planen die Mitglieder für 2022 zahlreiche Veranstaltungen. Und Geld ist auch in der Kasse.

Die Kultur ist ganz extrem von Corona betroffen, aber die Branche ist auch sehr zäh. So beschreibt es die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), die zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main ist. Das Netzwerk aus mittlerweile 53 Mitgliedskommunen ist vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen – und hat einiges vor im Jahr 2022.

„Wir hoffen auf möglichst viele direkte Begegnungen“, sagte Hartwig am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresprogramms. Ganz besonders wichtig seien dabei die Angebote für Kinder und Jugendliche, die unter der Corona-Pandemie vor allem zu leiden hätten.

Ein Highlight solle das internationale Theaterfestival „Starke Stücke“ werden, das sich besonders an junge Menschen richte. Vom 17. bis 28. März sollen 21 Theaterstücke aus neun Ländern auf 20 Bühnen in der gesamten Region kommen. In den vergangenen Jahren konnte das Festival nur als Open Air und digital stattfinden, nun wollen die Macher:innen wieder echte Theaterräume bespielen. Das Programmheft erscheint Anfang Februar, bereits jetzt ist das Angebot im Internet unter starke-stuecke.net zu finden.

Auch die anderen großen Veranstaltungsreihen der Kulturregion sollen viele echte Begegnungen ermöglichen. Dazu gehört die Route der Industriekultur ebenso wie „Garten Rhein-Main“. Bei der Industriekultur liegt unter der Bezeichnung „Zukunft(s)formen“ ein Schwerpunkt auf der Veränderung und der Transformation von Branchen und Betrieben. Bei der Gartenreihe heißt es „Grünes Wissen wächst“. Dabei geht es sowohl um das Wachstum von Pflanzen als auch um ein Mehr an Wissen und eine größere Wertschätzung der Natur.

Region der Kultur

Die Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main ist ein Netzwerk aus 53 Mitgliedskommunen.

Es finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Zuschüssen des Landes und weiteren Fördermitteln. Das Budget liegt bei knapp einer Million Euro.

Das Programm ist zu finden auf www.krfrm.de. Dort gibt es auch eine Broschüre zu Sonderausstellungen der Museen in der Region. pgh

Insgesamt leben in den 53 Kommunen des Kulturnetzwerks mehr als 3,4 Millionen Menschen. Trotz der Corona-Krise seien alle Mitglieder dem Zusammenschluss treu geblieben, berichtete Geschäftsführerin Sabine von Bebenburg. Die Kulturregion ist sogar gewachsen: Neuestes Mitglied ist Michelstadt im Odenwald.

„Wir verstehen uns als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des hessischen Odenwalds“, sagte der neu gewählte Bürgermeister Tobias Robischon (parteilos). Der Kulturregion beigetreten sei die 16 000 Menschen zählende Stadt vor allem, um sich mit ihrer – so Robischon – „sehr lebendigen freien Theaterszene“ am Festival „Starke Stücke“ beteiligen zu können. Kultur sei in Michelstadt kein Beiwerk, sondern zentrales Element des Zusammenlebens.

Man habe es zu lange versäumt, der „zunehmenden Spaltung der Gesellschaft“ entgegenzusteuern, sagte Kulturregion-Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Will (SPD), der Landrat des Kreises Groß-Gerau. Dies könne auch mit kultureller Bildung und Kulturveranstaltungen geschehen. Diese lebten allerdings von Nähe, und die sei in letzter Zeit massiv eingeschränkt gewesen. Er hoffe, dass gerade im Frühjahr und Sommer wieder mehr persönliche Begegnungen möglich würden. So rechne er auch damit, dass die Kulturregion weiter wachse und immer mehr Menschen erreichen könne. Allerdings müsse man bedenken, dass auch im Herbst wieder Einschränkungen erforderlich werden könnten.

Die Pandemie habe sowohl in der Geschäftsstelle der Kulturregion in Frankfurt als auch bei den Mitgliedern zu einem enormen Digitalisierungsschub geführt, berichtete Geschäftsführerin von Bebenburg. Das vergangene Jahr sei sehr anstrengend gewesen, man habe viel improvisieren müssen, immerhin aber hätten alle Veranstaltungsreihen wenn auch teils in anderer Form stattfinden können.

Finanziell sei die Kulturregion gut durch die Zeit gekommen. Aufgrund des Ausfalls einzelner Veranstaltungen gebe es sogar ein kleines Plus in der Kasse.

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