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Parteien werben um Wählerstimmen. Doch sie brauchen auch Mitglieder, um erfolgreich sein zu können.
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Parteien werben um Wählerstimmen. Doch sie brauchen auch Mitglieder, um erfolgreich sein zu können.

Parteien

Hessen: AfD verliert anteilig die meisten Mitglieder – drei Parteien wachsen

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Die AfD sieht die „Talsohle“ durchschritten. Auch CDU und SPD müssen in Hessen Verluste bei den Mitgliederzahlen hinnehmen. Drei weitere Parteien können teils deutlich zulegen.

Frankfurt – Grüne, FDP und Linke gewinnen, AfD, CDU und SPD verlieren. Die Mitgliederentwicklung bei den sechs im hessischen Landtag vertretenen Parteien ist im vergangenen Jahr recht unterschiedlich verlaufen, wie eine Anfrage der Frankfurter Rundschau ergeben hat.

Prozentual am meisten verloren hat die AfD. Der Landesverband Hessen bestand am Jahresende 2021 aus 2318 Mitgliedern, wie der Parteivorsitzende Robert Lambrou mitteilt. Am 31. Dezember 2020 waren es noch 2498 gewesen, das ist ein Rückgang um 180 Personen oder 7,2 Prozent. Laut Lambrou konnte vor allem der AfD-Kreisverband Vogelsberg gegen den Trend deutlich wachsen, und zwar um mehr als 15 Prozent.

AfD Hessen verliert Mitglieder: Keine Beiträge gezahlt

Wesentliche Ursache des Rückgangs war nach Angaben des Parteichefs, der auch Fraktionsvorsitzender im Landtag ist, die „konsequente Kündigung“ von Mitgliedern wegen fehlender Beitragszahlungen. Dieser Prozess sei 2020 begonnen worden und mittlerweile abgeschlossen. Die Talsohle sei durchschritten, seit Anfang November gebe es eine Eintrittswelle. Diese habe sich allerdings wegen der vergleichsweise langen Aufnahmeprozedur auf die Mitgliederzahlen zum 31. Dezember 2021 nicht mehr ausgewirkt.

Der Rückgang bei der CDU liegt bei rund 2,7 Prozent. Der Landesverband der hessischen CDU Hessen verzeichnete Ende 2021 genau 34.648 Mitglieder. Zwölf Monate zuvor waren es noch 35.625 gewesen, wie der Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz, mitteilt. „Die realen Ein- und Austritte halten sich in etwa die Waage, weshalb der Verlust vor allem auf verstorbene Mitglieder zurückzuführen ist“, erläutert er. Der Altersdurchschnitt in der Partei liege immerhin bei etwa 60 Jahren. Neumitglieder hätte vor allem im Umfeld von Wahlen geworben werden können. „Besonders positiv war, dass es 2021 im Zuge der Mitgliederbefragung um den Vorsitz der CDU Deutschlands zu 361 Neueintritten kam“, so Pentz.

Mitglieder verloren: SPD und CDU in Hessen im Gleichschritt

Die Verluste der Sozialdemokraten liegen auf dem gleichen Niveau wie bei den Christdemokraten, wobei die SPD in Hessen insgesamt deutlich mehr Mitglieder hat als die CDU. Im Bezirk Hessen-Nord waren es am Jahresende 15.270, das sind 542 weniger als Ende 2020. Ähnlich sieht es im Bezirk Hessen-Süd aus. Dort sank der Mitgliederbestand von 30.711 auf 29.934, ein Minus von 777. Insgesamt liegt der Rückgang damit bei 1319 auf zuletzt 45.204 Mitglieder, ein Minus von 2,8 Prozent.

Mitgliederzahlen der Parteien

Deutlich erfreulicher sieht es bei den Grünen aus. Sie können einen wahren Boom melden. Zählte die Partei Ende 2020 noch 8229 Mitglieder, waren es Ende 2021 schon 9820, ein Plus von fast 20 Prozent. (Stand 17. Dezember). Noch deutlicher ist der Vergleich mit 2018. Da gehörten den hessischen Grünen lediglich 6050 Menschen an. Seitdem hat deren Zahl um mehr als 62 Prozent zugenommen.

Grüne in Hessen sind die Gewinner – auch die Linke wächst leicht

Gleichzeitig sind die Grünen eine vergleichsweise junge Partei. Rund ein Drittel der Mitglieder ist jünger als 25 Jahre. Ein Schwerpunkt der nächsten zwei Jahre soll auf dem ländlichen Raum liegen, sagt Landesvorsitzende Sigrid Erfurth: „Wir wollen insbesondere die Kreis- und Ortsverbände weiter stärken und arbeiten daran, spätestens im nächsten Jahr auf mehr als 10.000 Mitglieder zu wachsen.“ Der Frauenanteil liegt bei 43 Prozent, bei den Neueintritten sind es laut Erfurth mehr als die Hälfte.

Parteien

In Hessen ist die Basis der Grünen unzufrieden: Einer der Streitpunkte ist der Ausbau der A49.

Zugelegt hat auch die Linke, wenn auch in weit geringerem Maße. Seit Jahresbeginn hat die Partei die Zahl ihrer Mitglieder von 3337 auf 3418 gesteigert, wie Landesvorsitzender Jan Schalauske mitteilt. Das ist ein Zuwachs um 2,4 Prozent. Gut jedes fünfte Mitglied in Hessen ist dabei unter 25 Jahren. Der Trend, dass die Linke seit Jahren wachse, habe sich fortgesetzt, so Schalauske. Insgesamt sei feststellbar, dass verstärkt jüngere Menschen einträten.

FDP Hessen gewinnt Mitglieder – und wirbt weiter um Frauen

„Für die Freien Demokraten war 2021 in puncto Mitgliederentwicklung hocherfreulich, denn wir haben deren Zahl um rund 17 Prozent gesteigert“, sagt Moritz Promny, Generalsekretär der hessischen FDP. Konkret seien es im Vergleich zum Jahresbeginn 1111 FDP-Mitglieder mehr.

Damit hatte die hessische FDP zum Jahresende 2021 7620 Mitglieder, davon 6043 Männer und die vergleichsweise geringe Zahl von 1577 Frauen. Ende 2020 waren es 6509 Mitglieder gewesen. „Dass bislang lediglich etwa jedes fünfte Mitglied weiblich ist, kann uns natürlich nicht zufriedenstellen und spornt uns an, Frauen noch gezielter anzusprechen“, so Promny. Grund zur Freude gebe ein kräftig wachsender Anteil junger Menschen, die sich bei den Freien Demokraten engagierten. Rund 14 Prozent seien unter 25 Jahren, vor einem Jahr waren es lediglich 8,2 Prozent. (Peter Hanack)

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