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Nur wenige ICE zusätzlich sind künftig in Hessen  unterwegs.
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Nur wenige ICE zusätzlich sind künftig in Hessen unterwegs.

Deutsche Bahn

Weniger ICE als angedeutet für die Bergstraße

  • Michael Bayer
    VonMichael Bayer
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Die Deutsche Bahn versprach mehr Komfort für Reisende zwischen Frankfurt und Heidelberg. Doch im jetzt veröffentlichten Winterfahrplan ist davon kaum etwas zu sehen.

Hessen - Die Deutsche Bahn stellt zum Fahrplanwechsel im Dezember an der Bergstraße weniger IC-Züge auf ICE um als zunächst angekündigt. In einer Pressemitteilung hatte der Schienenkonzern versprochen: „Auf vielen Verbindungen“ ersetze man die bisherigen Intercity- durch komfortablere ICE-Züge, „so auf der Strecke Frankfurt/Karlsruhe–Stuttgart–Ulm–München“. Ein Blick auf den nun veröffentlichten Fahrplan zeigt allerdings kaum Veränderungen beim eingesetzten Material.

Lediglich ein ICE startet laut Verbindungsauskunft in Frankfurt neu in den Süden, nämlich um 10.20 Uhr (und ohne Halt in Bensheim). In der Gegenrichtung kommt künftig ein ICE statt eines IC um 17.40 Uhr in der Mainmetropole an.

Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau bestätigt die Deutsche Bahn, dass nur diese zwei Verbindungen zwischen Heidelberg und Frankfurt verändert unterwegs sind. Das Unternehmen spricht nun von einer „sukzessiven Umstellung einzelner IC-Fahrten auf ICE“ - zudem zunächst „hauptsächlich auf der Achse München–Ulm–Stuttgart–Karlsruhe“. Mit dem Sommerfahrplan Mitte Juni folge ein weiterer Zug am Morgen - an vier Tagen pro Woche.

An der Bergstraße verkehren zwei Fernverkehrslinien in jeweils zweistündigem Rhythmus, was zusammen ein Stundentakt ergibt. Aktuell von der Umstellung betroffen ist Linie IC/EC 62, die in Frankfurt startet und über Darmstadt nach München und teils bis nach Österreich führt.

Ebenfalls zwischen Frankfurt, Darmstadt und Heidelberg unterwegs sind die Züge die Linie 26, die in Karlsruhe beginnen und über Frankfurt, Gießen, Marburg und Kassel weiter in den Norden fahren. Hier wurden die meisten Verbindungen bereits vor drei Jahren von IC auf ICE umgestellt, was einigen Wirbel verursachte. Die moderneren Fahrzeuge bringen zwar mehr Komfort. Aber es wird auch teurer. Denn für ICE gibt es – im Gegensatz zu IC – keine Zuschlagtickets für Zeitkarten des Rhein-Main-Verkehrsverbunds.

Preisbeispiel Bensheim - Frankfurt

Wer bisher mit dem Bus zum Bahnhof in Bensheim fährt, mit dem Intercity nach Frankfurt und dort weiter mit U-Bahn, Straßenbahn oder Bus, benötigt ein RMV-Zeitticket (Jahrespreis: 2.345 Euro) und einen IC-Aufschlag (317 Euro). Ergibt in der Summe 2.662 Euro.

Wer künftig mit dem ICE fährt, braucht drei Fahrkarten. Das ICE-Bahnticket zwischen Bensheim und Frankfurt (Jahrespreis für Hauptbahnhof: 2.119 Euro), für den Stadtverkehr Frankfurt eine vergünstigte Fernverkehr-Ergänzungskarte des RMV (502 Euro) und für den Stadtverkehr Bensheim eine Zeitkarte des VRN (662 Euro). Gesamtbetrag: 3.283 Euro - das sind 621 Euro mehr als bisher mit der IC-Variante.

Tipp: Wer in Frankfurt an einer S-Bahn-Station aussteigen kann und zum Bahnhof Bensheim mit dem Auto kommt, benötigt die beiden Zusatzfahrkarten nicht und muss nur das ICE-Ticket zahlen. Allerdings gilt das Ticket ausschließlich in Zügen der Bahn auf der festgelegten Strecke.

Auf den gleichen Gleisen wird ein Railjet verkehren, ein Zug der Österreichischen Bundesbahnen. Von Frankfurt aus geht es morgendlich über Darmstadt bis an den Bodensee, nach Vorarlberg und Tirol.

Deutsche Bahn: IC-Halt für Bad Nauheim und Wetzlar

Die Deutsche Bahn wird mit dem Fahrplanwechsel im Dezember Süd- und Mittelhessen mit einer zusätzlichen Fernverkehrslinie verbinden. Reisende aus Bad Nauheim, Wetzlar und Dillenburg erreichen dann mit Intercity-Zügen alle zwei Stunden den West- und Hauptbahnhof in Frankfurt. In die andere Richtung geht es über das Sieger- und Sauerland nach Dortmund oder Münster – einmal pro Tag sogar an die Nordsee bis nach Norddeich Mole.

Die Deutsche Bahn verwendet auf der neuen Linie Intercity mit doppelstöckigen Wagen. Bei bisherigen Einsätzen in anderen Teilen Deutschlands erwies sich ein Teil der Züge dieser Bauart als ausgesprochen störanfällig. Die Bahn verweist lieber auf neun Fahrradstellplätze und kostenloses WLAN. Zwischen Dillenburg und Letmathe sind auch Nahverkehrstickets anerkannt.

Der Intercity soll in Nordrhein-Westfalen über eine Strecke rollen, auf der Unwetterschäden zu beseitigen sind. Das könnte den Start verschieben.

Verbesserungen in den Abendstunden

Direkt nach Mainz (20.52 Uhr) und Wiesbaden (Ankunft 21.05 Uhr) können die Fahrgäste unter der Woche einen ICE aus München über Nürnberg und Frankfurt nutzen. Das Angebot ist Ersatz für den späten ICE, der Sonntag bis Donnerstag aus München via Stuttgart und Mainz nach Wiesbaden fuhr. Noch mehr ICE werden zwischen Frankfurt und Köln rollen. Vor allem Pendler:innen nach Limburg Süd und Montabaur sollen von dem Stundentakt profitieren.

Zwei ICE-Sprinter am Tag verbinden den Frankfurter Flughafen über Nürnberg in drei Stunden mit München. Eine ICE-Direktverbindung den Flughafen alle zwei Stunden mit Münster, Osnabrück und Bremen. Eine Alternative für Kurzstreckenflüge. (Michael Bayer)

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