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Der Windkraftausbau in Südhessen kommt in Fahrt

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Von: Peter Hanack

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So sieht es aus, wenn ein neues Windrad errichtet wird.
So sieht es aus, wenn ein neues Windrad errichtet wird. © epd

150 Anlagen stehen im Regierungsbezirk Darmstadt zur Genehmigung an. Nun sollen die Verfahren beschleunigt werden.

Nach jahrelanger Flaute kommt der Ausbau der Windkraft in Südhessen nun offenbar wieder in Schwung. So liegen dem für die Genehmigung zuständigen Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt Anträge für 149 neue Windräder vor oder sind zumindest angekündigt. Die Behörde hat eigens eine Projektgruppe gegründet, um den Ausbau zu beschleunigen.

Im Jahr 2019 wurde in Hessen lediglich eine neue Windkraftanlage genehmigt, in Betrieb genommen wurde keine einzige. In den Jahren danach wurden es einige mehr, doch richtig in Fahrt kommt der Ausbau erst jetzt wieder.

600 Millionen Euro

Wie das Regierungspräsidium Darmstadt am Montag mitgeteilt hat, deutet sich dort „eine regelrechte Welle“ an. Anträge für 100 zusätzliche Anlagen seien angekündigt, mit deren Eingang größtenteils noch in diesem Jahr gerechnet werde. Aktuell lägen bereits Anträge für 49 Windkraftanlagen zur Genehmigung vor. Insgesamt gehe es bei den rund 150 Anlagen um eine Gesamtleistung von mehr als 800 Megawatt und eine Investitionssumme von mindestens 600 Millionen Euro.

Darauf hat Hessen lange warten müssen. Beim Regierungspräsidium geht man davon aus, dass die seit Februar 2022 vorliegende Ausweisung der Vorrangflächen für das gestiegene Interesse der Investoren eine Rolle spielt. In diesen insgesamt 122 Gebieten, die 1,5 Prozent des Regierungsbezirks Südhessen ausmachen, dürfen die Rotoren bevorzugt errichtet werden.

Erneuerbare Energien

Mehr als die Hälfte des in Hessen erzeugten Stroms stammt laut Wirtschaftsministerium aus erneuerbaren Energiequellen.

Im ersten Halbjahr 2022 stammte gut die Hälfte der erneuerbaren Energie aus der Windkraft. Die Photovoltaik machte etwa ein Viertel aus, etwas mehr als zehn Prozent stammten aus Biomasse. pgh

Mehr unter wirtschaft.hessen.de

Um die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, hat das Regierungspräsidium eine abteilungsübergreifende Projektgruppe gegründet, die künftig über die Anträge für neue Windkraftanlagen im gesamten Regierungsbezirk entscheidet. Bislang dauert ein solches Genehmigungsverfahren durchschnittlich zehn Monate. Durch kürzere Entscheidungswege soll die Bearbeitung effizienter werden.

„Wir wollen den Ausbau der Windkraft beschleunigen und so unseren Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Hessen leisten“, sagt dazu Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Grüne). Die Antragstellenden sollen bereits im Vorfeld eine umfassende Beratung erhalten, um die Zeit vom Einreichen der Unterlagen bis zur Genehmigung möglichst kurz zu halten.

Mitte 2022 waren nach Angaben der Hessischen Landesregierung im gesamten Land 1162 Windkraftanlagen in Betrieb. Die neuen Windräder sollen deutlich größer werden als die meisten der bisher gebauten. Aktuell liegt die durchschnittliche Nabenhöhe eines Rotors bei 111 Metern. Bei den Anlagen, die nun kurz vor einer Inbetriebnahme stehen, sind es in der Regel 160 Meter.

Siehe „Südhessen hat Platz für 1000 neue Windräder“

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