Gastbeitrag

Der Jugend Demokratie vermitteln

Von Reiner Jäkel, Geschäftsführer des Hessischen Jugendrings.

Unser Volk hat nur dann eine Zukunft, wenn seine Jugend politisch denken und urteilen lernt.“ Diese Aussage aus einem Rundschreiben des Kurhessischen Jugendrings aus dem Januar 1947 beschreibt bereits einen wichtigen Teil des Auftrags, den die Jugendarbeit in Hessen seit mehr als 75 Jahren umsetzt. Für die Jugendverbände, die sich als Werkstätten der Demokratie verstehen, war Demokratisierung das erste und zentrale der „fünf großen D“, auf die sich die Besatzungsmächte als politische Prinzipien geeinigt haben und die den Neuaufbau nach 1945 geprägt haben: Demokratisierung, Denazifizierung, Demilitarisierung, Dekartellisierung und Dezentralisierung.

75 Jahre nach der Gründung des Bundeslandes Hessen ist es wieder und immer noch ein wesentliches Ziel der Jugendarbeit und der Jugendverbände, jungen Menschen ideale Bedingungen zu ermöglichen, um politisches Denken und Handeln zu ergründen, zu erproben und zu entwickeln. Die Herausforderung, demokratische Strukturen und demokratisches Denken zu bewahren und zu leben, erscheint mit Blick auf viele Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens in Hessen immer noch riesengroß. Wenn wir Kindern und Jugendlichen in Hessen heute und in Zukunft die Verantwortung für unsere Demokratie übertragen wollen, dann werden diese sie nur dann mit Überzeugung und allerhöchster Motivation tragen können, wenn sie Demokratie und demokratisches Handeln erlebt, erprobt und als etwas Positives, Bereicherndes und Reales erfahren haben.

Wahrhaftige und wirkungsvolle Partizipation muss den Lebensweg junger Menschen von Anfang an begleiten, in allen Lebensbereichen und Strukturen, in der Familie, Schule und Ausbildung, in der Freizeit, im Engagement in Vereinen und Initiativen. Alle politischen und gesellschaftlichen Akteure sind herausgefordert, die Partizipation von Kindern und Jugendlichen zu realisieren.

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