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Hessen

Delle beim Wohnungsbau in Hessen vorhergesagt

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Hessische Wirtschaftverbände machen sich für ein bundesweit einheitliches Vergaberecht stark. Eine Regulierung der Mieten lehnen sie ab.

Die hessische Wirtschaft sagt eine Corona-Delle beim Wohnungsbau in Hessen voraus. Derzeit sei von einem Einbruch der Bautätigkeit zwar noch „vergleichsweise wenig“ zu spüren, sagte Gerald Lipka vom Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) am Montag bei einer Video-Pressekonferenz. Der Bau folge der konjunkturellen Entwicklung aber üblicherweise „mit zeitlicher Verzögerung“.

Der Bauunternehmer Thomas Reimann, Vizepräsident der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU), zeigte sich daher sicher: „Wir werden eine Delle bekommen.“ Schon jetzt spürten die großen Architekturbüros, dass sich „die Bautätigkeit verlangsamen“ werde.

Zu den Auswirkungen der Pandemie zählen die Wirtschaftsverbände Lieferschwierigkeiten. So sei eine „explosionsartige Verteuerung“ von Holz zu beobachten, berichtete Lipka.

wohnungsbau

Gut 17 000 Wohnungen sind im Jahr 2020 nach Angaben der Wirtschaftsverbände in Hessen gebaut worden. Im Jahr 2019 waren es noch 20 175 Wohnungen gewesen.

Bei 18 324 Wohnungen in Hessen lag der Schnitt von 2012 bis 2017. Das ist nach Ansicht von Fachleuten weniger als nötig. Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) schätzt den Bedarf auf 21 000 Wohnungen pro Jahr. pit

Auf Einladung der VhU schilderten die Wirtschaftsvertreter ihre Forderungen zur Bundestagswahl. So lehnen sie staatliche Eingriffe in die Gestaltung der Mieten ab. Die Mietpreisbremse und die Kappungsgrenzenverordnung bremsten die dringend nötigen Investitionen in neue und bestehende Wohnungen, sagte Gregor Weil von der Wohnungseigentümer-Vereinigung Haus & Grund.

Ein Mietendeckel müsse verhindert werden, fügte Weil hinzu. Der Mietendeckel in Berlin, der Mieten für fünf Jahre einfrieren sollte, war vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden, weil er nicht von einem Bundesland verordnet werden könne. Nun wird diskutiert, ob der Bund eine solche Vorschrift verabschieden soll. „Die Politik sollte sich nicht zu einfachen Antworten verleiten lassen und niedrige Mieten per Gesetz verordnen“, warnte Reimann. „Dann nämlich bleibt Wohnraum weiter knapp, weil zu wenig neu gebaut wird.“

Die Wirtschaftsverbände wünschen sich einfachere Regelungen. Es sei kein Wunder, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren zu lange dauerten, weil ein „Regulierungsdickicht“ herrsche, formulierte Burkhard Siebert vom Bauindustrieverband Hessen-Thüringen.

So gebe es in Deutschland einen „unübersichtlichen Flickenteppich unterschiedlichster Vergaberegeln für Beschaffungsvorhaben der öffentlichen Hand in Bund, Bundesländern und Kommunen“, beklagte Siebert. Insbesondere für mittelständische Unternehmen ohne eigene Rechtsabteilung sei es unmöglich, den Überblick über alle Vergaberegeln zu behalten.

Der Verbandsvertreter plädierte für „bundesweit einheitliche Grundsätze“ im Vergaberecht. Dadurch könnten „erhebliche bürokratische Hürden“ aus dem Weg geräumt werden. Die schwarz-grüne hessische Landesregierung plant derzeit eine Novelle des Vergabegesetzes.

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