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Hessen

Das Sterben in Hessens Altenheimen nimmt kein Ende

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Hessens Gesundheitsminister Klose berichtet, wie viele Bewohnerinnen und Bewohner mit Corona gestorben sind - und wie stark die Zahl steigt

Das Coronavirus grassiert in Alten- und Pflegeheimen – diese traurige Botschaft ist nicht neu. Jetzt hat Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) über das Ausmaß dieser Infektionen informiert.

Danach waren oder sind zwei Drittel aller hessischen Pflegeeinrichtungen „von einem Infektionsgeschehen durch das Sars-CoV-2-Virus betroffen“. Das schreibt Klose in seiner Antwort auf Fragen des FDP-Landtagsabgeordneten Yanki Pürsün. Der war im Dezember noch davon ausgegangen, dass Corona in gut einem Drittel der Alten- und Pflegeheime aufgetreten sei.

Nach Kloses Angaben leben gut 56 000 Menschen in 833 hessischen Pflegeeinrichtungen. In 565 dieser Häuser seien Fälle von Corona aufgetreten. Die Zahlen stammen bereits vom 20. Januar, dürften seitdem also noch deutlich gestiegen sein.

Bis dahin seien seit Beginn der Pandemie 2600 Bewohnerinnen und Bewohner gestorben, die mit dem Virus infiziert gewesen seien. Bis Ende 2020 waren nur 1714 Todesfälle gemeldet worden. Das geht aus Kloses Antworten auf eine zweite Anfrage hervor, die der AfD-Abgeordnete Rainer Rahn gestellt hatte. Das bedeutet, dass allein in den ersten drei Wochen des Januars rund 900 alte oder pflegebedürftige Menschen in hessischen Heimen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind.

Der FDP-Politiker Pürsün verwies darauf, dass das Sterben in den Alten- und Pflegeheimen weitergehe. Nach Zahlen der Pflegeaufsicht beim Regierungspräsidium seien bis Donnerstag voriger Woche 3067 Tote registriert worden. Diese dramatische Situation in den Altenheimen zeige, wie wichtig eine schnelle Impfung gerade für ältere Menschen sei, betonte Pürsün.

Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte vor zwei Wochen berichtet, dass rund zwei von drei Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeeinrichtungen mindestens einmal geimpft worden seien. Die wichtige Zweitimpfung habe gut ein Drittel erhalten. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Heime zählen wie die Pflegekräfte und andere Mitarbeitende zur Gruppe mit der höchsten Priorität. Sie werden in Hessen seit dem 27. Dezember durch mobile Teams geimpft.

In der Antwort auf Rahn gibt Minister Klose auch Auskunft über die Zahl der infizierten Beschäftigten in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Danach hätten sich 373 von mehr als 55 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angesteckt. Klose rechnete vor, dass dies lediglich einem Anteil von 0,68 Prozent entspreche. Diese Angabe ist allerdings veraltet: Sie stammt von Anfang November. Auch hier dürften die Zahlen seitdem deutlich angestiegen sein.

Zudem breiten sich die Mutationen des ursprünglichen Coronavirus in Hessen aus und sind auch in Heimen angekommen. So war die britische Variante in zwei Altenheimen in Gedern und Wöllstadt nachgewiesen worden, hieß es vor wenigen Tagen.

Anders als im Frühjahrs-Lockdown dürfen Besucherinnen und Besucher die Alten- und Pflegeheime derzeit betreten. Sie müssen aber medizinische Masken tragen. Voraussetzung für den Besuch ist außerdem, dass sie einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können. Auch wird das Personal mindestens zweimal wöchentlich getestet. Das Land hat ein Kontingent von bis zu 500 000 Schnelltests für diese Zwecke geordert.

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