1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Das Bistum Limburg ist finanziell zum ersten Mal im Minus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Hanack

Kommentare

Der Dom und der Bischofssitz in Limburg.
Der Dom und der Bischofssitz in Limburg. © Thomas Frey/dpa

Der Haushaltsabschluss 2020 des Bistums in Mittelhessen soll einen Wandel einleiten. Es gehe darum, zu „beraten, was nicht mehr geleistet werden kann“.

Zum ersten Mal in seiner Geschichte muss das katholische Bistum Limburg in seinem Haushalt ein Minus im laufenden Geschäft ausweisen. Damit sei der „notwendige Wandel“ eingeleitet, heißt es von dort.

Knapp 140 Seiten lang ist die Broschüre mit den Jahresabschlüssen, die das Bistum kurz nach Jahresbeginn vorgelegt hat. Veröffentlich sind dort die Jahresabschlüsse für 2020, und zwar für die Körperschaften öffentlichen Rechts „Bistum Limburg“, „Bischöflicher Stuhl zu Limburg“, „Limburger Domkapitel“ und Schulstiftung des Bistums.

„Geprägt war das Geschäftsjahr 2020 von der Corona-Pandemie. Damit verbunden ist eine rückläufige Wirtschaftsentwicklung“, bilanzierte Thomas Frings, Finanzdezernent und Ökonom des Bistums Limburg. Insgesamt sei das Bistum zwar vergleichsweise gut durch das Krisenjahr gekommen. Dabei habe sich die Vorsorge der vergangenen Jahre bezahlt gemacht.

Dennoch weise das Bistum zum ersten Mal ein negatives Ergebnis von 14,8 Millionen Euro aus. Dieses Defizit könne zwar unter anderem durch den Einsatz von Rücklagen ausgeglichen werden, läute aber „den notwendigen Wandel“ ein. „Wir müssen beraten, was künftig nicht mehr geleistet werden kann“, stellte Domkapitular Wolfgang Rösch, Generalvikar des Bischofs von Limburg, fest.

Die Kirchensteuern sind dem Bericht zufolge um 14 Millionen Euro auf 222 Millionen Euro gesunken, die Erträge insgesamt um 25,5 Millionen auf 262 Millionen Euro. Die Aufwendungen sanken dagegen nur um knapp sechs Millionen auf 277 Millionen Euro.

Zudem blickt der Jahresbericht auf das weltkirchliche Engagement des Bistums und auf die Umsetzung der Ergebnisse aus dem MHG-Folgeprojekt „Betroffene hören – Missbrauch verhindern“. Darin sollen der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche aufgearbeitet und künftiger Missbrauch verhindert werden. pgh

Der Jahresbericht 2020 ist zu finden unter www.finanzen.bistumlimburg.de

Auch interessant

Kommentare