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Die Aktivisten im Dannenröder Wald „schützen dein Trinkwasser und 300 Jahre Mischwald“

Reportage zum A49-Ausbau

Dannenröder Wald und A49: Polizei holt Aktivisten aus Bäumen 

  • Valerie Eiseler
    vonValerie Eiseler
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Der Streit um den Ausbau der A49 im Dannenröder Wald spitzt sich zu. Ein Streit um die Zukunft der Region. 

  • Der Ausbau der A49 soll Kassel und Gießen miteinander verbinden und damit die umliegenden Gemeinden besser anschließen.
  • Dafür sollen insgesamt 85 Hektar Wald im Dannenröder Wald und dem nahegelegenen Herrenwald gerodet werden.
  • Umweltschützerinnen und -schützer konnten trotz zahlreichen Klagen, Prozessen und Eilanträgen keinen Baustopp erzielen.

Update vom Donnerstag, 1. Oktober 2020, 17.04 Uhr: Die ersten Bäume für den A49-Ausbau wurden gefällt, berichtet die dpa. Vor Ort protestieren Umweltaktivistinnen und Umweltaktivisten gegen die Abholzung des Dannenröder Waldes und des nahegelegenen Herrenwaldes, hunderte Polizisten sind im Einsatz. Etwa 20 bis 40 Aktivistinnen und Aktivisten hätten sich laut der Polizei in den Bäumen verschanzt. Am Nachmittag begann die Polizei mit der Räumung des Gebiets.

„Bäume werden gesägt während Menschen im Baum sind“, berichten Demonstranten über Twitter-Account „Danni-Ticker“. Im Herrenwald haben die Aktivistinnen und Aktivisten etwa sieben Baumhäuser und Plattformen errichtet, im Dannenröder Wald sind es deutlich mehr.

Erstmeldung vom Donnerstag, 1. Oktober 2020, 15.33 Uhr: Homberg - Im Dannenröder Wald ist es zunächst still. Nur hier und dort ist Vogelgezwitscher und Wind in den Blättern zu hören. Es ist die Art von Stille, von der Städterinnen und Städter nach ihrem Aufenthalt auf dem Land schwärmen. Dabei ist hier viel los. Etwas weiter im Wald sind rhythmische Hämmerschläge und Rufe zu hören. Es riecht nach feuchter Erde, frischem Holz, Lagerfeuer und Mittagessen. Plötzlich steht man mitten in einem der hier errichteten Besetzungsdörfer. Etwa 15 jungen Aktivistinnen und Aktivisten haben sich um das kleine Feuer geschart. Zehn Meter über ihren Köpfen hängen ambitionierte Baumhauskonstruktionen.  

Aktivist im Dannenröder Wald: „Man merkt schon, dass die Vorbereitungen immer krasser werden, für den Ernstfall.” 

Eines davon ist eine schlichte Plattform, sie hängt am höchsten. Die anderen beiden Bauten sind großzügiger. Sie haben mehrere Etagen, verbunden mit Leitern, über Matratzen und Sofas lassen sich Schlaf- und Wohnbereiche ausmachen. Aus dem größten der Baumhäuser macht sich Mayo* gerade auf den Weg zum nächsten Baumhausdorf. Der junge Aktivist trägt, wie viele hier, ein Tuch über Mund und Nase gezogen, sowohl als Infektionsschutz, aber auch um anonym zu bleiben. Sein breites Grinsen lässt sich allerdings auch durch das Tuch erkennen. Seit Mittwoch sei er vor Ort im „Danni“. Seitdem habe er die Tage damit verbracht Wasser zu holen, Geschirr zu spülen oder Traversen zu bauen, um die Baumhäuser miteinander zu verbinden. Die Arbeit nehme zu. „Man merkt schon, dass die Vorbereitungen immer krasser werden, für den Ernstfall.” 

Die Aktivistinnen und Aktivisten im Dannenröder Wald haben für eine längere Besetzung vorgesorgt.

Der Ernstfall, das ist die angekündigte Räumung der Besetzung im Dannenröder Wald für den geplanten Ausbau der Autobahn 49. Am 23. September hatte der Vogelsbergkreis die Aktivistinnen und Aktivisten dazu aufgefordert den Wald zu räumen. Sollten sie das bis zum 1. Oktober nicht tun, wird die Polizei einschreiten und die Räumung beginnen. 

Bisher kam es im Dannenröder Wald noch nicht zur großen Konfrontation mit der Polizei.

Bisher kam es noch nicht zur großen Konfrontation mit der Polizei. In der vergangenen Woche wurden jedoch mehrere Demonstrierende bei der Auflösung von Barrikaden leicht verletzt. Die Sorge um den unausweichlich scheinenden Konflikt ist groß. Auch bei Knolle, der sich geschickt von einem der Baumhäuser abseilt. Er ist enttäuscht über die bisherigen Polizeieinsätze im Wald. „Es gab Ankündigungen, dass sich faschistische Gruppen der Pro-A49 Demo anschließen wollten“, erzählt der junge Mann, während er ein Kletterseil aufwickelt. Gemeint ist die Demonstration der Befürworterinnen und Befürworter der Autobahn am vergangenen Sonntag. Eine richtige Auseinandersetzung dort hätten die anwesenden Polizistinnen und Polizisten nach Knolles Einschätzung nicht verhindern können: „Die Polizei bringt uns mehr Misstrauen entgegen, als der anderen Seite.“ 

Die Polizei ist an diesem Montag noch nicht sichtbar präsent im Wald. Doch es braucht schlicht eine kurze Autofahrt durch die umliegenden Ortschaften, um innerhalb einer Stunde rund zwölf Polizeivans zu sehen.  

Anwohnerin Gudrun Groß versteht nicht, warum durch den Dannenröder Wald eine Autobahn gebaut werden soll

„Die sind hier dauernd am Fahren”, bemerkt Gudrun Groß, während sie aus dem Fenster ein weiteres Polizeifahrzeug beobachtet. Gemeinsam mit ihrer Freundin Marianne Fleischhauer sitzt sie in der Kaffeestube der Bäckerei Wolf in Homberg an der Ohm, unweit des Waldes. Die beiden Hombergerinnen verstehen nicht wieso der Ausbau der Autobahn trotz aller Einwände wie geplant fortgesetzt werden soll. Insbesondere der Bau durch das Trinkwasserschutzgebiet mache ihnen Bedenken. „Wir wissen nicht, ob die Wasserquellen hier ausreichen werden für die Leute“, sagt Fleischhauer besorgt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wenn für den Bau der Brücke, Pfosten in das Wasserschutzgebiet gerammt werden, nicht auch etwas zerstört wird.“ 

Das Gelände rund um den Dannenröder Wald befindet sich auf einem der wichtigsten Trinkwasserreservoirs Hessens. Sorge gibt es da vor allem um die Verunreinigung des Grundwassers. Denn vor rund 80 Jahren nutzten die Nationalsozialisten den Standort Stadtallendorf, um dort Sprengstoff herzustellen. Bei der Produktion gerieten die hochgiftigen Stoffe in den Boden, sodass im Zuge einer Bodensanierung die Schadstoffe ausgehoben werden mussten.  

Umweltforscher fürchten, dass bei großen Bauarbeiten übrig gebliebene Schadstoffe ins Grundwasser gelangen könnten

Einige Umweltforscher fürchten, dass bei großen Bauarbeiten die übrig gebliebenen Schadstoffe ins Grundwasser gelangen könnten. Laut dem zuständigen Bauunternehmen Deges gebe es diesbezüglich zahlreiche Untersuchungen und Schutzmaßnamen. Auch ein aktuelles Gutachten, das Deges im Auftrag des Landes Hessen erstellte zeigt, dass die Baumaßnahmen mit den EU-Wasserschutzrichtlinien konform sind.  

Doch die Sorge bleibt. Deshalb sind Groß und Fleischhauer dankbar für die Besetzung des Dannenröder Walds. Groß zeigt sich beeindruckt: „Wir waren gestern mit einer Bekannten da oben und das läuft derart friedlich ab. Die Leute sind sowas von zuvorkommend, nett und höflich, sowas von dankbar für jegliche Unterstützung.“ 

Homberg gehört nicht zu den Städten, die unter dem extremen Verkehrsaufkommen der B3 leiden. Doch das könnte sich mit dem Ausbau der A49 ändern. „Ich stelle mir vor, dass wenn hier die Auf- und Abfahrt hinkommen, doch auch mehr Verkehr herkommen wird, “ so Fleischhauer. Damit könnte sie Recht behalten. Denn in der Verkehrswissenschaft ist man sich relativ einig, dass mehr Straßen, langfristig fast immer zu mehr Verkehr und Stau führen. Anders gesagt: Wird das Autofahren angenehmer, dann wird auch mehr gefahren – so schon 2014 der Konsens am Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich.  

Worum geht es im Dannenröder Wald?

Der Ausbau der A49 soll Kassel und Gießen miteinander verbinden und damit die umliegenden Gemeinden besser anschließen.

85 Hektar Wald sollen dafür insgesamt gerodet werden, im Dannenröder Wald und dem nahegelegenen Herrenwald.  

Zahlreiche Klagen, Prozesse und Eilanträge der Umweltschützerinnen und -schützer konnten keinen Baustopp erzielen. Unter anderem weil die Gerichte ein früheres Urteil zur Baugenehmigung respektieren müssen. 

Seit September 2019 besetzten Aktivistinnen und Aktivisten den Wald um die Rodung zu verhindern. Mit Tüchern und ausgedachten Namen verdecken die meisten ihr Identität, um sich vor der Polizei zu schützen. vale 

A49-Unterstützer Christian Schade: „Es kann nunmal nicht jeder als Bäcker oder Metzger vor Ort arbeiten“

In Stadtallendorf, eine knappe halbe Stunde entfernt von Homberg entfernt, sieht man das anders. Der Ort gilt als Industriezentrum der Region, mit vielen Arbeitsplätzen. In der Stadthalle nahe des Bahnhofs hängen große Plakate der Deges, die über den Ausbau informieren. Nur wenige Meter entfernt, berichtet ein Kioskmitarbeiter, der seinen Namen hier nicht lesen möchte, dass die Mehrheit der Anwohnerinnen und Anwohner für den Ausbau sei. Er habe kein Verständnis für die Demonstration im Wald. „Die Entscheidung wurde getroffen, der Rechtsweg ist ausgeschöpft, irgendwann muss man es auch mal akzeptieren.“ Der Naturschutz sei nicht wichtiger, als die Vorteile, die die Autobahn bringen würde.  

Für viele Befürworterinnen und Befürworter des Ausbaus ist der Preis der Rodung, den Ausbau wert. Um nach eigenen Angaben diesen Pro-A49-Stimmen eine Plattform zu geben, hat das Regionalmanagement Mittelhessen die Kampagne „JA49!“ ins Netz gestellt. Die GmbH ist ein Zusammenschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, die laut ihrem Selbstverständnis die historisch nicht zusammenhängende Region Mittelhessen bei Innovation, Bildung und Infrastruktur voranbringen will. Unterstützt wird sie dabei mit Landesgeldern. Das Regionalmanagement sehe sich dennoch nicht als Lobbyverband für die A49, betont Michael Heinrich, Sprecher der Organisation.

Einer der Menschen, die diese Plattform als Sprachrohr nutzt, ist Christian Schade. Der IT-Berater aus Ungedanken bei Fritzlar ist für seinen Beruf auf das Auto angewiesen. Für Kundenaufträge fahre er regelmäßig drei bis vier Stunden mit dem Auto nach Nürnberg – und zurück. Früher sei er auch ins Rhein-Main-Gebiet gefahren, aber die Anbindung sei katastrophal. „Es kann nunmal nicht jeder als Bäcker oder Metzger vor Ort arbeiten. Gerade Menschen in hochqualifizierten Berufen oder in der Industrie müssen in die Ballungsräume, um zu arbeiten.“  

Die Bahn ist für A49-Unterstützer Groß keine Option: „Ohne Auto wäre ich zwei Stunden unterwegs für eine Tüte Milch“

Mit der Bahn zu fahren sei für Leute wie Schade keine Option. „Das ging vielleicht vor zehn Jahren noch“, erinnert er sich. „Aber inzwischen wurde ja das ganze Schienennetz zurück gebaut.“ Schade ist einer von vielen Menschen im ländlichen Raum, die sowohl für Beruf als auch Lebensqualität auf eine gute Infrastruktur angewiesen sind. „Ohne Auto wäre ich zwei Stunden unterwegs für eine Tüte Milch“, erzählt er. Deshalb unterstütze er zwar auch den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs, aber dieser sei kein Ersatz für den Ausbau der Autobahn.

„Ich verstehe, dass die Anwohner sagen, sie brauchen die Straße, aber es ist definitiv so, dass das hier die schlechteste Trasse ist,“ sagt die Aktivistin Bieber während einer Pause im Wald. Gemeinsam mit Paprika und Palette sitzt sie an einer Wegeskreuzung auf zwei langen Baumstämmen und wartet auf Verstärkung, um einen Tripod zu errichten. Das ist ein dreibeiniges Gerüst, von dem ein Mensch sich im Räumungsfall abseilen soll. Werden die stabilisierenden Seile der Konstruktion mutwillig zerschnitten, könnte dieser Mensch stürzen. Vergangene Woche hatte die Polizei einen Tripod aufgelöst und damit laut Aktivistinnen und Aktivisten die darin sitzende Person gefährdet. Die Polizei bestreitet eine Gefahrenlage.  

Im Dannenröder Wald haben Aktivisten Barrikaden aufgestellt

Inzwischen stehen im Dannenröder Wald viele solcher Barrikaden. „Klar, wir leisten Widerstand hier im Wald,“ fährt Paprika fort, der zuvor bereits bei „Hambi bleibt“ und „Ende Gelände“ Erfahrung gesammelt hat. „Aber es sollen auch die Menschen hier vor Ort unterstützt werden, die sich untergraben fühlen von Staat, Kapitalismus und Unternehmen.“ Es werde mit der Autobahn A49 keine gesellschaftsfähige Infrastruktur geschaffen. Palette dreht sich langsam eine Zigarette und wirft ein, dass für die Autobahn auch viele Landbesitzerinnen und Besitzer zwangsenteignet wurden. „Die Bauern, die ihr Land, ihren Hof und ihr Einkommen auf der Trasse hatten, finden das ja nicht alle cool.“ Tatsächlich war eine Klage dreier Landwirte gegen die Enteignung erfolglos geblieben.  

Außerhalb des Dannenröder Wald, auf dem Gelände der täglichen Mahnwache, spazieren, joggen und radeln einige Anwohnerinnen und Anwohner Dannenrods vorbei, um die Septembersonne zu genießen. In ein energisches Gespräch vertieft sind dort das Ehepaar Hildtraud und Manfred Handstein mit Philipp Funck. Funck hält wenig von der Räumungsanordnung des Vogelsbergkreises. Insbesondere die Begründung der Waldbrandgefahr sei an den Haaren herbei gezogen. „Das ist einer der letzten gesunden Dauermischwälder. Der kann gar nicht brennen“, so Funck, der als Baumsachverständiger in der Gegend arbeitet.   

Baumsachverständiger Funck: „Die A49-Initiatoren sind nicht bereit, von alten Beschlüssen abzuweichen“

Tatsächlich sieht der Wald für das Laienauge kerngesund aus. Eichen und Buchen aller Größen strotzen vor frischen, grünen Blättern - manche von ihnen über 250 Jahre alt. Funck und die Handsteins befürworten eine alternative Lösung zum Ausbau der A49 durch den Dannenröder Wald: Die Bahn für Berufspendler in die Metropolen zu stärken, die Nord-Süd-Autobahn für LKWs zu erweitern und die B3 mit mehreren Umgehungsstraßen zu entlasten. 

Nach dem aktuellen Plan, so Funck, hole man sich den gesamten Nord-Süd-Fernverkehr in die Region, der bei jeglichem Stau auf der A49 durch die Dörfer geleitet werde. „Aber die Initiatoren“, ergänzt Dannenröder Manfred Handstein, „sind nicht bereit von alten Beschlüssen abzuweichen, selbst wenn es bessere Pläne gibt“. „Deshalb ist ziviler Ungehorsam wichtig, um die Politik aufzuwecken. Ich bin fest davon überzeugt, die Demokratie lebt von der außerparlamentarischen Opposition. Das sind die“, Funck zeigt auf das nahe gelegene Waldstück.  

Im Dannenröder Wald geht es für die Aktivisten um bessere Pläne für ein zukünftiges Zusammenleben

Bessere Pläne für ein zukünftiges Zusammenleben, darum dreht sich alles im Dannenröder Wald. So sehen es auch Alma und Finn, zwei Aktivistinnen, die sich um die Organisation der „Küfa“, der Küche für Alle, kümmern. Nahezu im Minutentakt klingelt das alte Nokia-Handy in Almas Bauchtasche. Mal geht es um Wasserkanister, die gefüllt werden müssen, mal bietet ein Bauer ihnen eine halbe Tonne Kartoffeln an, erzählt die junge Aktivistin während sie bei einer kurzen Pause vor der Küche auf dem sonnengewärmten Asphalt sitzt. Die Küche ist eine Art Pavillon, den die Gruppe vor der Scheune einer Anwohnerfamilie aufgebaut hat. Ein paar Bierbänke auf denen sich Helferinnen und Helfer zum Gemüse schnippeln einfinden, ein Zelt mit Gaskochern und riesigen Kochtöpfen und ein Waschbecken für die obligatorische Handhygiene. Dahinter, in besagter Scheune, das Lager, in dem das Team gespendete Lebensmittel sowie säckeweise Äpfel und Kartoffeln ordentlich gestapelt hat. Sogar frische Kräuter finden dort fein säuberlich zum Trocknen aufgehängt ihren Platz. Dreimal am Tag bekocht die Küfa die zeitweise rund 300 Camp-Bewohnerinnen und Bewohner. Heute gibt es Kartoffelbrei mit Mangold und Zucchini.  

„Wir fangen um drei Uhr an das Wasser aufzusetzen und das Gemüse zu kochen, das seit elf Uhr geschnibbelt wurde, damit wir um 19 Uhr Abendessen ausgeben können,“ erzählt Finn, die die Küche mit aufgebaut hat. Dennoch sieht sie sich nicht als Autoritätsfigur in der Küfa. „Wir haben keine festen Rollen, weil wir hier keine Hierarchien haben wollen. Weder beim Vorwissen, noch bei den Entscheidungen”. Ein Grundsatz der für das gesamte Camp gilt. 

Die Polizei ist mit einem Aufgebot von 2000 Beamtinnen und Beamten im Dannenröder Wald

Für beide steht der Schutz des Waldes im Mittelpunkt ihres Engagements. „Ich wollte diesen Wald unbedingt sehen, solange er noch steht. Zwischen Arbeit und Uni habe ich es nie geschafft, aber als klar wurde, dass die Räumung beginnen sollte, wurde mir klar, dass ich mich engagieren möchte“, erzählt Alma. Seit sie hier sei, habe sie noch gar nicht allzu viel Zeit im Wald verbracht. Denn was von weitem aussieht wie ein Festival, ist näher beobachtet viel Arbeit.  

Für Finn ist diese Arbeit, das gemeinsame Ziel des Baustopps aber wert. „Ich will, dass das als Zeichen in die Geschichte eingeht, dass die Autobahn kein Konzept der Zukunft ist. Und, dass in die nachhaltigen Konzepte, die es schon gibt einfach Zeit und Aufwand investiert wird.“ 

Doch Zeit ist im Dannenröder Wald inzwischen Mangelware. Am gestrigen Donnerstag, dem ersten möglichen Tag der vom Kreis angeordneten Rodung, hat die Baufirma Deges ihre Arbeiten im vor Ort begonnen. Auch die Polizei ist vor Ort, mit einem Aufgebot von rund 2000 Beamtinnen und Beamten. Mit Konflikten wird auf beiden Seiten gerechnet(Von Valerie Eiseler)

*Die Aktivistinnen und Aktivisten ziehen es zum Schutz ihrer Identität vor, hier mit ausgedachten Namen zu erscheinen.  

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