Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Antigen-Tests

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) über Corona-Schnelltests: „Von der Spritze bis zum Corona-Impfstoff“

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
    schließen

Hessens Wirtschaft und Forschung sind gemeinsam im Kampf gegen die Pandemie. Wie aus Konkurrenten Partner wurden.

  • Coronavirus: Die Bedeutung von Hessen im Kampf gegen die Pandemie.
  • Biontech/Pfizer: Von der Entwicklung des Corona-Impfstoffes bis zur Impfstoff-Produktion - Ministerpräsident Volker Bouffier lobt Hessen.
  • Gentechnik: Anpassung der Corona-Impfstoffe an die Mutationen. Einer der ersten Antigentests zur Eigenanwendung aus Hessen.

Wiesbaden - Impfstoff aus dem neuen Biontech-Werk in Marburg, Schnelltests aus dem Hause Siemens Healthcare aus Schwalbach im Taunus: In der Pandemiebekämpfung ist Hessens Gesundheitsindustrie stark engagiert. Nicht selten profitieren die Firmen dabei von der Grundlagenforschung der drei in der Medizin führenden Universitäten in Marburg, Gießen und Frankfurt. Diese haben ein Pandemienetzwerk hessischer Universitätsmedizin gegründet, um sich noch besser abzustimmen.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) lobt Hessen für Bekämpfung der Corona-Pandemie

„Wir haben etwas, was so kein anderes Bundesland hat“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier am Freitag in Wiesbaden. „Von der Spritze bis zum Corona-Impfstoff ist alles aus hessischer Hand.“ Einmalig sei auch die langjährige Kooperation im Lenkungsausschuss der Initiative Gesundheitswirtschaft Hessen (IGH), der am Freitag tagte. Eigentlich Konkurrenten, doch im Kampf gegen die Coronapandemie, hieß es, seien die Unternehmen zu Partnern geworden.

Der Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Sanofi-Aventis Deutschland und Werkstattleiter in der IGH, Jochen Maas, nutzte am Freitag die Gelegenheit, mehr Technologieoffenheit zu fordern. Die Anpassung der Impfstoffe an die Mutationen zeige aktuell, was Gentechnik leisten könne. Maas forderte auch einen Zugriff auf anonyme Gesundheitsdaten von Covid-Erkrankten – nicht zuletzt, um auf die nächste Coronapandemie besser vorbereitet zu sein. Er regte an, zumindest in der aktuellen Situation die Datenrichtlinien zu überdenken. Bouffier signalisierte Zustimmung für eine Konzept, das die Privatsphäre schützt, aber auch die Möglichkeit eröffnet, aus den Erkenntnissen bei der Behandlung Medikamente zu entwickeln.

Ein Schnelltest.

Coronavirus: Anpassung der Impfstoffe an Mutanten durch Gentechnik

Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) wies auf die zentrale Rolle der Wissenschaft in der Pandemiebekämpfung hin. „Selten wurde ihre Bedeutung so anerkannt.“ An Hessens Universitäten werde zu vielen Aspekten von Covid-19 geforscht. „Wir sind sehr gut aufgestellt in Prävention, Therapie und Diagnostik.“ Seit Jahren setze Hessen auf Grundlagenforschung, Vernetzung mit Industrie und Anwendungsnähe. Dieser „Weitblick“, zeige sich jetzt, habe sich gelohnt.

So habe das Hochsicherheitslabor in Marburg schon viele Impfstoffe mitentwickelt – auch gegen das Mersvirus aus der Familie der Coronaviren. Die Landesregierung habe die Zusammenarbeit der Universitäten in Marburg, Gießen und Frankfurt schon vor Jahren mit dem „LOEWE-Zentrum DRUID“ unterstützt, habe insgesamt 20 Millionen Euro investiert. Dessen Forschung über vernachlässigte tropische Krankheiten, darunter Coronaviren, sei heute „brandaktuell“.

Impfstrategie: Biontech/Pfizer-Impfstoff unter Rekordtempo entwickelt

Als weiteres Beispiel nannte die Grünen-Politikerin das Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie mit Hauptsitz Frankfurt. Im Mittelpunkt stünde hier der Transfer von innovativen Ideen, Technologien und Methoden aus der biomedizinischen Forschung in die medizinische Anwendung und die Wirtschaft. „Das LOEWE-Zentrum mit einer Förderung von mehr als 40 Millionen Euro wurde nun in ein Fraunhofer Zentrum überführt.“

Am Ende ihrer Ausführungen sagte Dorn, dass bei allen Schwierigkeiten bei der Impfstrategie nicht vergessen werden dürfe, in welch unerwartet hohem Tempo die ersten sicheren Vakzine auf den Markt gekommen seien. „Das ist ein Impfwunder.“

Kampf gegen das Coronavirus: Antigentests zur Eigenanwendung aus Hessen

Auch die hessischen Behörden hätten „in Rekordgeschwindigkeit“ gearbeitet, als sie das neue Biotech-Werk in Marburg genehmigt hätten, sagte Bouffier. Alleine in der ersten Hälfte dieses Jahres könnte das Unternehmen dort bis zu 250 Millionen Dosen des Impfstoffs produzieren. Viele mittelständische und auch größere Unternehmen im Land seien in der Entwicklung von Diagnostikasystemen und In-vitro-Diagnostiktests tätig. Einer der in dieser Woche zugelassenen ersten Antigentests zur Eigenanwendung werde von „Siemens Healthcare Diagnostics Products“ hergestellt, das seinen Hauptsitz in Bad Schwalbach hat.

„Ein großer Hoffnungsschimmer für die Pandemiebekämpfung“, so Bouffier. „Und ich freue mich ausgesprochen, dass ein Mitglied der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen zu den Unternehmen gehört, die eine Sonderzulassung erhalten haben.“ (Jutta Rippegather)

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare