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Manfred Haas (l.) wird von seinem Hausarzt Oliver Funken über die Impfung aufgeklärt. dpa
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Manfred Haas (l.) wird von seinem Hausarzt Oliver Funken über die Impfung aufgeklärt. dpa

Corona-Virus

Hessen: Hausarzt-Praxen beginnen mit Corona-Impfungen - vorerst nur mit Biontech

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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In Hessen haben Apotheken begonnen die ersten Dosen des Biontech-Vakzins an Hausarzt-Praxen auszuliefern. Einige legen die Corona-Impftermine auf Samstage.

Wiesbaden - Um 15.30 Uhr kam am Dienstag die Lieferung, eine Stunde später legten Christian Sommerbrodt und sein Praxisteam los. „Das ist wie eine Befreiung“, sagt der Schatzmeister des hessischen Hausärzteverbands. Endlich sei dessen Forderung erfüllt. Die Niedergelassenen dürfen seit dieser Woche in ihren Praxen nicht nur in einem Modellprojekt, sondern regelhaft gegen Covid impfen.

„Ich kenne keinen Hausarzt, der nicht mitmacht“, sagt Holger Seyfarth, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbands, der in Frankfurt drei Apotheken betreibt. Das Einbeziehen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sei ein Riesen-Fortschritt. „Sie kennen die Risikogruppen unter ihren Patienten.“ Ein Hoffnungsschimmer im Kampf gegen das Corona-Virus auch für die noch immer nicht wenigen unversorgten Menschen in häuslicher Pflege, die körperlich nicht dazu in der Lage sind, ins Impfzentrum zu gelangen.

Ärzte in Hessen: Start der Impfungen gegen Corona in Praxen nur mit Biontech-Impfstoff

Mit dem Einstieg der Hausärztinnen und -ärzte ging jetzt eine zweite Schiene neben den 28 hessischen Impfzentren in Betrieb. Sie arbeiten komplett in eigener Regie, vom Terminmanagement über Abrechnung, Organisation bis zur Bestellung. Die Auswahl der Patient:innen, die Impfstoffe erhalten, liegt in ihrem Ermessen.

„Hierbei können sie aufgrund der Kenntnis und unter Berücksichtigung der einzelnen Patientenbiografie auf diese Information zurückgreifen“, heißt es aus der Corona-Pressestelle im hessischen Sozialministerium auf FR-Anfrage. Die Sorge um Regressforderungen sei unbegründet: „Außer in offensichtlichen Betrugsfällen sind die Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Impftätigkeit nur ihrem Gewissen unterworfen.“

Wie die Pressestelle weiter informiert, erhalten die Hausarztpraxen in den ersten beiden Wochen, also bis 18. April, ausschließlich den mRNA-Impfstoff von Biontech. In den folgenden Wochen kämen weitere Vakzine hinzu - auch der Vektorimpfstoff von Astrazeneca. Sommerbrodt sieht darin kein Problem. Er kenne so gut wie keinen, der aus Skepsis gegen Astrazeneca ganz auf das Impfen verzichte. Denn das wäre die Alternative.

Beginn mit Impfungen in hessischen Arztpraxen: Zunächst nur 20 Impf-Dosen wöchentlich

Die Praxen bestellen den Impfstoff bei den Apotheken, die beim pharmazeutischen Großhandel und der wiederum beim Bund. Dieser hat für den Beginn durchschnittlich etwa 20 Dosen pro Woche und Arzt oder Ärztin zugesagt. Wenn mehr vorrätig sei, sagt Seyfarth, gebe es auch mehr. Bundesweit sollen die Niedergelassenen in der ersten Woche zusammen 940 000 Dosen erhalten. Ende April soll der Nachschub deutlich steigen. Die Rede ist von mehr als drei Millionen Dosen.

Das aktuell verimpfte Vakzin wurde am Wochenende beim Großhandel aufgetaut, die Apotheken transportieren es in Spezialkühltaschen in die Praxen. In einem normalen Kühlschrank sind sie fünf Tage haltbar. Die notwendigen Medizinprodukte wie Kanülen oder Spritzen ergänzen die Lieferung.

Hessen: Manche Arztpraxen öffnen samstags für Corona-Impfungen

Am Dienstag erreichten drei Vials seine Wiesbadener Praxis, sagt Sommerbrodt. Eines dieser Glasfläschchen beinhaltet sechs Dosen. Insgesamt haben er und seine fünf Kolleg:innen 48 Vials bestellt. „Ich bin neugierig, ob wir die auch alle bekommen.“ Um zunächst dem Umgang mit dem Vakzin zu üben, haben sie aus ihrer Patientenkartei zunächst die „Unkomplizierten“ ausgewählt; alle seien in der Priorisierungsgruppe 1 oder 2 aufgrund ihres Alters, ihrer Krankheit oder ihres Berufs. Auch Lehrer:innen fallen in Hessen unter diese Kategorie. Mit den Hausbesuchen wollen sie starten, wenn die Arbeitsabläufe eingespielt sind.

Nach Angaben Sommerbrodts gibt es unterschiedliche Konzepte. Es gebe auch Praxen, die das Impfen komplett außerhalb der üblichen Sprechstunden verlagern und mit Teams impfen, die dafür ihren freien Samstag opfern.

Unlängst haben auch die Deutschen Tierärzte ihre Mithilfe bei der Vergabe der Corona-Schutzimpfung angeboten, bisher fehlt dafür aber die rechtliche Grundlage. (Jutta Rippegather)

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