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Zwei wöchentliche Schnelltests an Schulen und in Kitas für alle fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Frank Rumpenhorst/dpa
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Zwei wöchentliche Schnelltests an Schulen und in Kitas für alle fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Frank Rumpenhorst/dpa

Hessen

Corona-Tests starten nach den Osterferien

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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  • Peter Hanack
    Peter Hanack
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An Hessens Schulen und Kitas sich wöchentlich ein statt zwei Tests je Person geplant. Die Drogeriekette DM schafft eigene Zentren.

Lehrkräfte und die gesamte hessische Schülerschaft sollen zweimal in der Woche auf eine Corona-Infektion getestet werden. Dies ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für einen sicheren Schulbetrieb unverzichtbar. Die Forderung entspricht dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz von der Nacht auf Dienstag. Das hessische Kultusministerium sagt für den Schulbeginn nach den Osterferien lediglich einen Test je Woche für alle zu. Derweil öffnet eine Drogeriekette ihre eigenen Testzentren.

Die GEW sieht die Landesregierung in der Pflicht, die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels so schnell wie möglich umzusetzen. Nach Ende der Osterferien, also vom 19. April an, müssten in Schulen und Kitas zweimal pro Woche die dort Beschäftigten sowie alle Kinder und Jugendlichen getestet werden. „Das ist angesichts der besorgniserweckenden Entwicklung des Infektionsgeschehens dringend erforderlich“, sagte die Landesvorsitzende Birgit Koch am Dienstag. Bislang gibt es das Testangebot lediglich für das Personal an Kitas und Schulen.

Die GEW schätzt, dass für eine flächendeckende Testung zehn Millionen Tests pro Monat erforderlich sind. In Hessen besuchen nach Angaben des Kultusministeriums 750 000 Schülerinnen und Schüler eine allgemeinbildende oder berufsbildende Schule, hinzu kommen 60 000 Lehrkräfte und 40 000 andere Bedienstete. An den Kitas geht es laut Gewerkschaft um 270 000 Kinder sowie 50 000 Erzieher:innen.

Von Donnerstag an sollen 21 Schulen das Selbsttestprogramm des Landes erproben. Nach den Osterferien werde es an allen rund 2000 öffentlichen Schulen in Hessen pro Person je einen Selbsttest pro Woche geben, teilte das Kultusministerium auf Anfrage mit. Was den zweiten geforderten Test angeht, verweist das Ministerium auf das Angebot der allgemeinen kostenfreien Bürgertests. Zudem hätten Lehrkräfte und das weitere Personal an Schulen die Möglichkeit zu einem wöchentlichen kostenlosen Schnelltest in einer Arztpraxis. Ob es einen zweiten Test an den Schulen geben könne, hänge von der Verfügbarkeit der Tests ab.

Warnung

Vor falsch negativen Ergebnisse n bei Spuck- und Nasen-Abstrich-Tests warnt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen. Grund sei unsachgemäßer Umgang.

Frisch entnommene Proben sollen sofort weiterverarbeitet werden, jedoch spätestens nach einer Stunde.

Beim Speicheltest müssen zudem die im Beipackzettel angegebene Karenzzeit von einer Stunde oder länger für Nahrung und Flüssigkeit eingehalten werden. Nasentropfen oder -sprays, Cremes oder Rachentherapeutika könnten ebenfalls das Ergebnis verfälschen .

Beim Nasenabstrich soll der Tupfer 2 bis 3 Zentimenter in die Nase eingeführt werden und dort 5 bis 10 Sekunden bleiben. Der Tupfer muss danach mindestens zehnmal an die Wand des Teströhrchens gedrückt werden.

Das Testergebnis erst nach 15 bis 20 Minuten ablesen, niemals länger als 30 Minuten warten. jur

Eine Liste der Teststellen gibt es unter www.corona-test-hessen.de jur

Recht auf Schnelltest

Das Angebot an kostenlosen Schnelltests in Hessen wächst unterdessen weiter; jetzt steigt eine Drogeriekette ins Geschäft ein. Die ersten Testzentren in Verbindung mit DM-Filialen öffnen am Donnerstag in Frankfurt, Hanau und Fulda, teilte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag in Wiesbaden mit. Das Unternehmen habe angeboten, an geeigneten Standorten Zentren aufzubauen, in denen sich Bürgerinnen und Bürger durch geschultes Personal testen lassen können. Das Ministerium vermittelte dem Konzern den Kontakt zu den Gesundheitsämtern in den Städten und Kreisen, die Dritte mit der Leistung beauftragen können.

Am 9. März hatte die Bundesregierung die Verordnung veröffentlicht, wonach jede und jeder das Recht auf einen wöchentlichen Schnelltest hat. Schnell entstand in (Zahn-)Arztpraxen, Apotheken, Einrichtungen der Kassenärztlichen Vereinigung sowie bei kommerziellen Anbietern ein Netz von hessenweit mehr als 470 Teststellen. „Die umfangreiche Verfügbarkeit von Schnell- und Selbsttests wird einer der wichtigen Faktoren für die Bekämpfung der Pandemie sein“, sagte Klose. Die Nachfrage nach dem kostenlosen Angebot sei groß. „Daher begrüße ich die Initiative der Drogeriemarktkette DM, uns bei der Schaffung weiterer Testangebote zu unterstützen.“

Die Terminvereinbarungen erfolgen laut DM-Geschäftsführer Christian Harms digital über dm.de oder die „Mein dm“-App. „Unser Ziel ist es, bis Ende April deutschlandweit 500 Testzentren aufzubauen und so zur Bewältigung der Pandemie beizutragen“, sagte Harms. Sein Unternehmen sei aufgeschlossen für Kooperationen vor Ort. „Denkbar ist auch, dass andere – beispielsweise Apothekerinnen und Apotheker, die in ihren eigenen Räumlichkeiten aus Platzmangel keine Tests anbieten können – uns in den DM-Testzentren personell unterstützen.“ Minister Klose begrüßte das als Beispiel eines gelungenen unbürokratischen Vorgehens: „Wir laden herzlich dazu ein, das Netzwerk zu erweitern und auszubauen.“

Baustein der bundesweiten Teststrategie sind neben den Schnelltests die Selbsttests, die zu Hause angewendet werden können. Beide gelten als weniger zuverlässig als die in Laboren ausgewerteten PCR-Tests, die seit Beginn der Pandemie im Fall eines Verdachts zum Einsatz kommen. Gesellen sich noch Fehler bei der Handhabung dazu, ist die Gefahr falscher Testergebnisse groß.

Vor diesem Hintergrund wiesen die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen und das Gesundheitsministerium jetzt auf die häufigsten Fehlerquellen beim Selbsttest hin. Der KV-Vorstand warnte zudem davor, sich durch die Testergebnisse in falscher Sicherheit zu wiegen. Klose erläuterte, was im Fall eines positiven Selbsttests zu tun ist: sich sofort und ohne Umwege in Quarantäne begeben, das Ergebnis mittels eines PCR-Test überprüfen lassen. „Bitte kontaktieren Sie deshalb entweder Ihren Hausarzt, die 116 117 oder melden sich beim jeweiligen Testzentrum.“

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