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Auf den Werbetafeln und den Zuganzeigen wird auf die neue Regelung hingewiesen.
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Auf den Werbetafeln und den Zuganzeigen wird auf die neue Regelung hingewiesen.

Corona

Corona-Regeln: Keine Kontrollen in Bus und Bahn

In öffentlichen Verkehrsmitteln in Hessen gilt fortan die 3G-Regel – doch wird das auch kontrolliert? Ein Selbstversuch von Anna Laura Müller.

Morgens in einer Bahn der DB Regio von Gießen nach Frankfurt: Müde Gesichter, die Menschen starren auf ihre Smartphones oder lassen den Blick aus dem Fenster schweifen. Ein Mann, dick eingepackt in Schal und Mütze, nippt an seinem To-go-Becher und hat dafür kurz die Maske unters Kinn gezogen. Eine Frau tippt auf ihrem Laptop, ihre Beine dienen ihr als Schreibtisch. Alles scheint wie immer in der morgendlichen Pendler:innen-Welt. Dabei gilt seit diesem Morgen in Zügen und Bussen der Deutschen Bahn und auch in den U-Bahnen und Straßenbahnen der VGF die 3G-Regel. Die Verkehrsbetriebe setzen damit die Beschlüsse von Bund und Ländern um. Sowohl die VGF als auch die Deutsche Bahn kündigte zur Umsetzung der Regeln stichprobenartige Kontrollen an.

Auf der Fahrt nach Frankfurt wird an diesem Morgen niemand nach einem Nachweis über Genesung, Impfung oder negative Testung auf Covid-19 gefragt. Das Einzige, das auf eine Änderung der Regeln hinweist, ist der Halbsatz, der an die sowieso schon immerzu laufende Anzeige am Bahngleis angehängt wurde. Dort wird jetzt neben den Verordnungen zur Abstands- und Maskenpflicht auch auf „die in den Zügen geltende 3G-Regel“ hingewiesen. Eine Ansage im Zug selbst oder einen Hinweis oder gar eine Prüfung der Nachweise durch das Zugpersonal beim Kontrollieren der Fahrkarten gibt es auf dieser Fahrt nicht.

Angekommen im Frankfurter Hauptbahnhof geht alles seinen gewohnten Gang. „Ich sehe es als unmöglich, dass die Kolleginnen und Kollegen in den Zügen neben der Fahrkartenkontrolle auch noch die 3G-Nachweise überprüfen“, sagt ein Bahn-Mitarbeiter. Die hätten schon genug damit zu tun, die Leute immer wieder auf die Pflicht zum Maskentragen hinzuweisen, meint er und betont: „Die Stimmung ist da teilweise sowieso schon sehr angespannt.“

Weiter mit der S-Bahn zur Hauptwache. Auch hier macht sich die neue Regel nicht bemerkbar, und es scheinen auch nicht weniger Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Die Masken gehören mittlerweile dazu. Es gibt Kontrolleure, die schon ganz automatisch darauf hinweisen, wie die Maske richtig zu tragen ist. Im gleichen Ton wie „Fahrkarten bitte!“, kommt „Maske richtig rauf“ hinterher.

Angekommen auf der B-Ebene der Hauptwache wirkt es, als sei mehr Sicherheitspersonal unterwegs. Ob das nun an der neuen 3G-Regel liegt oder doch eher dem Weihnachtsmarkt geschuldet ist, bleibt fraglich. Sicher ist, dass am ersten Vormittag, an dem die Regelung gilt, zumindest in diesem Selbstversuch keine Kontrollen vorkamen.

Die Überprüfungen stehen und fallen mit der Bereitstellung von genügend Personal, aber besonders in der Rushhour im Stadtgebiet fällt es auch schwer, sich vorzustellen, wie sich durch die Menschenmengen in S- und U-Bahnen auch noch Kontrolleur:innen für den 3G-Nachweis durchkämpfen sollen.

Beim Warten auf die nächste U-Bahn an der Hauptwache raunt ein älterer Herr seiner Begleitung zu: „Ach, hier kontrollieren die doch eh nicht. Die sind alle in den Kneipen in der Innenstadt unterwegs.“

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