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Zutritt zu öffentlichen Innenräumen in Hessen gibt es bei hohem Infektionsgeschehen nur noch für Geimpfte, Genese oder negativ Getestete. (Symbolbild)
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Zutritt zu öffentlichen Innenräumen in Hessen gibt es bei hohem Infektionsgeschehen nur noch für Geimpfte, Genese oder negativ Getestete. (Symbolbild)

Gastro oder Sport

Corona-Regeln in Hessen: 3G-Pflicht für Gäste - aber nicht fürs Personal

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Anders als Restaurantbesucher:innen oder Mitglieder im Sportstudio unterliegen Beschäftige keiner Kontrolle. Die Gewerkschaft begrüßt dies, das Gastgewerbe fordert Einheitlichkeit.

Wiesbaden - Die neuen 3G-Regeln gelten zwar für Mitglieder von Fitnessstudios oder Gäste der Innengastronomie – nicht aber für deren Beschäftigte. Wie das hessische Sozialministerium bestätigte, müssen sie keinen Nachweis erbringen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Für sie gilt weiterhin das Prinzip Freiwilligkeit, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Frankfurter Rundschau am Montag (23.08.2021). Und fügte hinzu: „Alle Beschäftigten, deren Tätigkeit mit dem erhöhten Risiko einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus verbunden ist, müssen mindestens zweimal wöchentlich ein Testangebot erhalten.“ Dies habe die Arbeitgeberin beziehungsweise der Arbeitgeber kostenlos zu stellen. Ob das Personal die Tests nutzt und wenn ja, mit welchem Ergebnis, darf der Chef oder Chefin nicht überprüfen.

Er oder sie dürfe auch nicht fragen, ob man geimpft sei, sagte Ute Fritzel, Sprecherin von Verdi Hessen. Die Gewerkschaft verteidigt dieses Vorgehen. Sie beruft sich dabei auf Artikel 12 des Grundgesetzes, Absatz 1: „Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.“

3G-Pflicht in Hessen: Arbeitgeber fordern einheitliche Regeln

Die Arbeitgeberseite hingegen fordert einheitliche Regeln und argumentiert dabei mit Infektionsschutz und Arbeitsschutz. Es sei doch ein „Widerspruch“, dass Gäste ihre Nachweise vorzeigen müssen, während das Personal noch nicht mal nach seinem Status gefragt werden könne, sagte Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gastronomieverband Dehoga Hessen. „Das schafft Probleme, die die Politik lösen muss.“

Ende vergangener Woche traten die neuen Allgemeinverfügungen der kreisfreien Städte und Landkreise in Kraft. Basis ist die aktualisierte hessische Coronavirus-Schutzverordnung, die erstmals berücksichtigt, dass von Geimpften oder Genesenen eine geringere Infektionsgefahr ausgeht. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 gilt demnach die 3G-Regel, etwa in Museen, Sportstudios, Frisiersalons. Weitere Einschränkungen für Nichtgeimpfte sind vorgesehen bei den Inzidenzmarken 50 und 100.

Corona in Hessen: Vierte Welle ist da

Unterdessen rollt über Hessen die vierte Corona-Welle, überall im Land steigt die Zahl der Neuinfektionen rapide. An der Spitze steht die Stadt Offenbach, die am Montag kurz vor der 100er-Marke stand. Demnach sind viele Menschen von den neuen 3G-Regeln betroffen. In manchen Sportstudios bildeten sich am Wochenende Warteschlangen, um sich als geimpft oder genesen registrieren zu lassen oder alternativ einen aktuellen Test vorzuweisen.

Den Status des Personals hingegen dürfen die Betreiber:innen der Studios ebenso wenig abfragen wie ihre Kolleginnen und Kollegen in Gastronomie und Hotellerie oder in einer anderen betroffenen Branche, etwa in einem Museum. Sie müssen nur in Kenntnis gesetzt werden, wenn es beim Personal zu einem Corona-Fall kommt. „Nach dem Infektionsschutzgesetz ist das meldepflichtig“, sagt Verdi-Sprecherin Fritzel.

Die Landesregierung verweist auf die zum 1. Juli in Kraft getretene Corona-Arbeitsschutzverordnung. Demnach müssen alle Beschäftigten mindestens zweimal wöchentlich ein Testangebot erhalten, wenn sie etwa im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten, in der Kindertagesstätte oder in der Fleischproduktion. Ob die sie Offerte nutzen, bleibt ihnen freigestellt. Einzig „bestimmte Beschäftigtengruppen“ können demnach verpflichtet werden. (Jutta Rippegather)

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