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Wegen ausgefallener Reisen haben viele verhinderte Urlauber und Urlauberinnen Hilfe bei der Verbraucherzentrale gesucht.
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Wegen ausgefallener Reisen haben viele verhinderte Urlauber und Urlauberinnen Hilfe bei der Verbraucherzentrale gesucht.

Hessen

Corona-Krise: Verbraucherschutz ist stark gefragt

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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In der Pandemie sind die Menschen verunsichert und suchen Rat - nicht wenige versuchen, sich daran zu bereichern. Die Verbraucherzentrale Hessen nennt Beispiele.

Ausbleibende Erstattung von Flugtickets, abgesagte Konzerte oder Hochzeitsfeiern, geschlossene Fitnessstudios – das waren die Dauerbrenner in der Beratung der hessischen Verbraucherzentralen im vergangenen Jahr. Fast täglich erhielten die Experten Hinweise zu Wucherangeboten, zu Corona-Wundermitteln, zu mit der Pandemie begründeten Änderungen von Geschäftsbedingungen und anderen Maschen mit dem Ziel, die Krise auszunutzen.

Die Menschen waren verunsichert und suchten Rat. In den ersten Monaten der Pandemie sei der Beratungsbedarf um bis zu 70 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten gestiegen, bilanziert die Verbraucherzentrale Hessen in ihrem Jahresbericht. Demnach nahmen im vorigen Jahr knapp 90 000 Menschen ihre Dienste in Anspruch. Mehr als zwei Drittel davon mehrmals.

Rat und Hilfe

Seit 1. Juni sind die Beratungsstellen wieder geöffnet – mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Empfehlenswert sind weuter die anderen Beratungswege: telefonisch, per Video oder E-Mail.

Kostenlos sind die Erstberatungsgespräche an der Corona-Hotline, die die Verbraucherzentrale wegen der großen Nachfrage im November verstetigt hat. Sie dauern bis zu zehn Minuten.

Online-Vorträge gibt es seit vergangenen Sommer. An den ersten 36 Online-Veranstaltungen nahmen 1000 Menschen teil.

Mit Unterstützung der Hessischen Landesregierung wurden neue Angebote auf den Weg gebracht: die Energieschuldenberatung, die Informationsportale „Plastik sparen“ und „Algo...was?!“. jur

www.verbraucherzentrale-hessen.de

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig Verbraucherschutz sei, sagt Vorstand Philipp Wendt. „Für uns war es in dieser schweren Zeit besonders wichtig, den hessischen Verbraucherinnen und Verbrauchern mit gut recherchierten Informationen und verlässlichem Rat zur Seite zu stehen.“ Speziell im Lockdown habe das gute alte Haustürgeschäft eine Renaissance gefeiert – als Vertriebsweg, um mit Energieliefer- oder Telekommunikationsverträgen zu überrumpeln. Ebenfalls beliebt: Fake-Shops im Internet, die per Vorkasse Desinfektionsmittel oder Atemschutzmasken anbieten.

Erhöhten Beratungsbedarf riefen auch Gesetzesänderungen hervor. Etwa dass es plötzlich für ausgefallene Konzerte und Großereignisse nur noch Gutscheine gab. Oder die Möglichkeit, Verbraucherkredite zu stunden und die Reaktionen vieler Kreditgeber:innen darauf. Manche Geldinstitute erhöhten die Gebühren für Girokonten und Telefonbanking, parallel dazu wurde der Service schlechter. Das andauernde Niedrigzinsumfeld veranlasste insbesondere jüngere Menschen, neue Wege für ihre Altersvorsorgestrategie zu suchen und bei den Experten um Rat zu bitten.

Ärger wegen ausgefallener Reisen und Insolvenzen von Anbietern und Airlines gibt es seit Jahren. Doch so viel Stress rund ums Reisen und Fliegen habe es noch nie gegeben, bilanzieren die Verbraucherschützer. Bei rund 30 Prozent aller Beschwerden ging es demnach um Probleme im Freizeitbereich. Viele Reiseveranstalter informierten ihre Kunden falsch oder gar nicht darüber, dass sie bei einer coronabedingten Absage Anspruch auf Erstattung des vollen Reisepreises innerhalb von 14 Tagen haben. Bei annullierten Flügen müssen die Fluggesellschaften den Ticketpreis sogar innerhalb von sieben Tagen erstatten. „Stattdessen wurden oft nur Gutscheine oder eine Umbuchung angeboten oder sogar unrechtmäßige Stornoentgelte verlangt“, heißt es in dem Jahresbericht. Verbraucher:innen wurden demnach über Wochen hingehalten, manche warteten bis heute auf Rückzahlungen.

Die Kontaktbeschränkungen ließen nicht wenige Pläne für den schönsten Tag des Lebens platzen. „Das Aufgebot war bestellt, die Einladungen waren an die Hochzeitsgäste verschickt, Location, Fotograf, DJ und Catering für die Party reserviert und angezahlt – doch dann kam Corona“, heißt es in dem Bericht. Zu der großen persönlichen Enttäuschung gesellte sich der Ärger mit Anbietern, die Stornierungskosten in Rechnung stellten oder bestenfalls Gutscheine für eine spätere Nutzung anboten. Mit Unterstützung der Verbraucherschützer könnten sich viele diesen Forderungen widersetzen. „Die juristische Folge: Es bestand für die Paare in den allermeisten Fällen keine Pflicht zur Zahlung.“

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