Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Insolvenz

Pleitewelle wegen Corona: Gastronomie in Hessen schlägt Alarm

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Gastronomie- und Hotelleriebetriebe wollen mit Hygieneauflagen wieder öffnen. Das Einsetzen von Schnelltests sei im Tagesgeschäft allerdings vollkommen unpraktikabel.

  • Durch die Corona-Pandemie ist die Insolvenzgefährdung für die Gastronomie und Hotellerie in Hessen sehr groß.
  • Betriebe fordern eine frühere Corona-Impfung für Beschäftigte im Gastgewerbe.
  • Die alleinige Öffnung der Außengastronomie ist für die Branche keine Lösung.

Frankfurt – Ein zehnjähriges Beherbergungsverbot für Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU)? Diese Forderung eines Kollegen sei wohl eher ein Scherz, sagt Gerald Kink, der Präsident des Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Hessen. Doch derlei „radikale Sprüche“ nähmen zu: „Der Kessel ist voll, alle Möglichkeiten Gehör zu finden, werden diskutiert.“ Bis hin zu Protestöffnungen wie in Polen oder Amsterdam.

Das monatelange Betriebsverbot strapaziert Nerven und Finanzen der rund 185 000 Beschäftigten im hessischen Gastgewerbe. Die staatlichen Hilfen sind selten auskömmlich und kämen oft zu spät.

Insolvenz durch Corona-Pandemie: Gastronomie und Hotellerie fordern erweiterten Stufenplan

Es drohe eine Pleitewelle historischer Dimension, warnt Peter-Martin Cox, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG-Region Rhein-Main. „Ohne eine baldige Öffnungsperspektive auch für die Innengastronomie und die Hotellerie dürfte bald jedes fünfte Unternehmen der Branche in die Insolvenz gehen.“ Schon jetzt liege der Anteil insolvenzgefährdeter Betriebe bei rund 13 Prozent.

Die Landesregierung müsse die Nöte der Betroffenen ernstnehmen und sich für einen erweiterten Stufenplan einsetzen. Die Unternehmen hätten im vorigen Jahr gezeigt, dass sie Coronaschutz gewährleisten könnten. Hinzu kämen neue Möglichkeiten wie eine direkt an die Gesundheitsämter angeschlossene App, Schnelltests sowie die Impfung durch die Betriebsärzte oder Berufsgenossenschaft.

Frühere Corona-Impfung für Beschäftigte im Gastgewerbe

Barbara Brendel, stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Steigenberger-Hotels, forderte eine Gleichbehandlung mit Supermarktkassierer:innen. „Es ist richtig, das Personal im Lebensmitteleinzelhandel in der Gruppe 3 zu impfen. Genauso richtig ist das für die Beschäftigten des Gastgewerbes.“

Seit Anfang November dürfen Hessens Gastronom:innen lediglich außer Haus verkaufen und Hotels einzig Geschäftreisende beherbergen. Der neue Stufenplan von Bund und Ländern sieht für frühestens 22. März die Öffnung der Außengastronomie vor – bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner:innen ohne Auflagen. Bei 50 bis 100 mit Terminbuchung sowie tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest, wenn an einem Tisch Personen aus mehreren Hausständen sitzen.

Der neue Stufenplan von Bund und Ländern sieht eine Öffnung der Außengastronomie, je nach Inzidenzlage, für frühestens 22. März vor. (Symbolfoto)

Begrenzte Öffnung für Gastronomie und Corona Schnelltests – Keine Lösung für Betriebe

Nur mit Außengastronomie sei die Branche nicht zu retten, mahnt jedoch Dehoga-Präsident Kink. Manche Betriebe hätten dazu gar nicht die Möglichkeit.

Die Auflage eines Tests sei eine gute Idee, um auch bei steigenden Inzidenzen geschlossene Gesellschaften zu veranstalten, etwa Hochzeiten, runde Geburtstage oder Messen; das Land müsse dafür nur den Weg ebnen. Für das Tagesgeschäft allerdings tauge diese Lösung nicht. „Schnelltests in der Gastronomie, egal, ob innen oder außen, sind vollkommen unpraktikabel.“ (Jutta Rippegather)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare