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Die Maskenpflicht ist wichtig, sagen Experten.
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Die Maskenpflicht ist wichtig, sagen Experten.

Hessen

Corona in Hessen: Das Land will lockern – Mehr Infektionen mit Delta-Variante

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Die hessische Landesregierung will am Dienstag über Corona-Lockerungen entscheiden. Die Bundesnotbremse läuft am 27. Juni aus.

Wiesbaden – Am kommenden Dienstag trifft sich das hessische Corona-Kabinett, um über weitere Öffnungsschritte zu entscheiden. Kriterium werde neben dem Impffortschritt und der Infektionslage die Entwicklung der Mutanten sein, sagte Staatsminister Axel Wintermeyer (CDU) am Donnerstag im Landtag. Die Landesregierung werde sich bei Lockerungen mit den Nachbarländern abstimmen. FDP-Abgeordneter Yanki Pürsün liege falsch mit dem Vorwurf, dass Hessen zu wenige Proben auf eine Mutation untersuchen lasse. „Das Problem sind die fehlenden Laborkapazitäten.“

Corona in Hessen: SPD fordert einen „Perspektivplan“

Pürsün hatte in einer Aktuellen Stunde die Landesregierung aufgefordert, den Bürgerinnen und Bürgern angesichts deutlich sinkender Corona-Infektionszahlen ihre Freiheiten zurückzugeben. Ergänzend dazu brachte Daniela Sommer (SPD) einen Antrag ein, einen „Perspektivplan“ vorzulegen und das Impfgeschehen zu optimieren. Dazu, sagte Wintermeyer, sei keine Landesregierung in der Lage. Auch wegen der Unkalkulierbarkeit, in der der Bund den Impfstoff liefere, was die SPD in Berlin zu verantworten habe.

Am Sonntag, 27. Juni, läuft die aktuelle hessische Verordnung aus. Sie regelt das Vorgehen nach dem Ausstieg aus der sogenannten Bundesnotbremse in zwei Stufen. Inzwischen liegen die Inzidenzen aller Landkreise und kreisfreien Städte in Hessen unter 50. Die Zahlen der Neuinfektionen sinken kontinuierlich. Die Hälfte aller Menschen im Land sei mindestens einmal geimpft, ein Viertel komplett, sagte Wintermeyer.

Delta-Variante

In Frankfurt sind seit Mitte April 46 Fälle dokumentiert, die auf die Virus-Mutation B.1.617 zurückgehen. Wie das Gesundheitsdezernat weiter angab, kam es bei sieben davon zu einer Krankenhauseinweisung. Gemessen an allen Sars-CoV-2 Fällen sei der Anteil weiterhin überschaubar.

Auch in Südhessen breitet sich die zuerst in Indien festgestellte und im Vergleich zum Sars-CoV-2-Urtyp ansteckendere Variante langsam aus: Im Kreis Groß-Gerau wurden bisher acht Fälle registriert, im Landkreis Darmstadt-Dieburg vier und in der Stadt Darmstadt sowie im Landkreis Bergstraße jeweils ein Fall. Im Odenwald gab es bislang noch keinen Nachweis der Delta-Variante. jur/jjo

Delta-Variante in Hessen: 48 Fälle in einer Woche

Große Unbekannte bleibt die Delta-Variante. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht vom Mittwoch mitteilt, stieg der Anteil in jüngster Zeit deutlich an. Inzwischen sei Delta in mehr als sechs Prozent aller Proben nachgewiesen.

In Hessen wurde sie demnach in der vergangenen Woche 48-mal entdeckt. Wo genau, können weder RKI noch das hessische Sozialministerium sagen. „Die Ausbreitung der Delta-Variante ist nach wie vor lokal begrenzt“, heißt es aus der Pressestelle in Wiesbaden. „Für das lokale Geschehen sind die Gebietskörperschaften respektive die Gesundheitsämter vor Ort zuständig.“ Nach Einschätzung der Experten im Ministerium könnten neue Varianten eine mögliche vierte Welle begünstigen – neben anderen Einflüssen.

Corona in Hessen: Warnung vor vierter Infektionswelle

Das sieht auch Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor der Frankfurter Uniklinik, so. Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass mit Beginn der kälteren Jahreszeit und der Rückkehr der Urlauber und Urlauberinnen die Inzidenzen wieder steigen würden.

„Es wird voraussichtlich eine vierte Welle geben“, so seine Prognose. „Es hängt aber von verschiedenen Faktoren – insbesondere dem Impffortschritt – ab, wie gravierend diese sein wird.“

Corona in Hessen: Delta-Variante wird nicht die letzte Mutante sein

Aktuell sieht Graf keinen Anlass, die Pandemiestrukturen in den Kliniken vollständig abzurüsten. Zum Schutz der Beschäftigten und Patient:innen bleibe die Maskenpflicht in den Uniklinik-Gebäuden nach derzeitigem Stand bis August bestehen, sagt er: Die Wirksamkeit der AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) sei infektiologisch unumstritten. „Seit mehr als einem Jahr hat es in unseren Breiten keine Krankenhausbehandlung wegen Influenza gegeben.“

Delta, so Graf, werde nicht die letzte Mutante sein. „Wir werden noch mehr bekommen.“ Das sei nichts Ungewöhnliches. Relevant sei, ob eine solche Variante ansteckender und gefährlicher für die Gesundheit sei. Und ob die aktuellen Impfstoffe dagegen schützen könnten. (Jutta Rippegather)

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