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Corona in Hessen: Kliniken schlagen Alarm

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Von: Jutta Rippegather

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Durch Hygienemängel im Essen starb ein Mensch in einem Krankenhaus in Hessen.
Immer mehr Krankenhäuser können keine Patient:innen mehr aufnehmen.  © Fabian Strauch / dpa

Die Kapazitäten sind am Limit. Es gibt keine finanzielle Entlastung, es drohen Insolvenzen.

Immer mehr Krankenhäuser können keine Patient:innen mehr aufnehmen. Die Zunahme der Corona-Fälle schlage sich sowohl auf die Auslastung der Betten nieder als auch auf den Krankenstand beim Personal. „Viele Kliniken haben keine Aufnahmekapazitäten mehr“, teilt der Klinikverbund Hessen mit, der die öffentlichen Häuser vertritt.

Der große Aufwand bei der Behandlung von Covid-Infizierten verursache hohe Kosten und Einnahmeausfälle. Immer mehr Krankenhäuser gerieten in finanzielle Schieflage. „Wenn dauerhaft die Kosten nicht durch Einnahmen gedeckt werden, kommt es zur Insolvenz“, warnt Geschäftsführer Reinhard Schaffert. Appelle der Landesregierung, dass die Krankenhäuser solidarisch den Covid-Aufgaben nachkommen und die Notfallversorgung aufrechterhalten sollten, reichten nicht aus. „Es braucht dringend die Wiedereinführung der in der ersten Jahreshälfte ausgelaufenen Covid-Zuschläge“, fordert Vorstandsvorsitzender Clemens Maurer. Notwendig seien Ausgleichszahlungen sowie Ausnahmeregelungen bei den Personalmindeststandards. Auch öffentliche Krankenhäuser müssten wirtschaftlich arbeiten und könnten nicht ohne Ausgleich auf Einnahmen verzichten. Im stark geregelten Gesundheitssystem sei es nicht möglich, steigende Kosten über die Preise an die Verbraucher:innen weiterzugeben. Das Defizit könne auch nicht auf Dauer durch die Kommunen auf Kosten der kommunalen Steuerzahler ausgeglichen werden.

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