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Hessen

Corona in Hessen: Keine kostenlosen Lollitests mehr

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Die Anbieter sind überrascht vom hessischen Sonderweg. Er betrifft Behinderte und Kinder.

Zu Anwendung kommen sie bei Kindern, Behinderten oder Menschen mit medizinischen Problemen bei Abstrichen in Nase oder Rachen. Doch in Hessen werden die Kosten von professionellen Spuck- und Lollitests nicht mehr übernommen. Erfahren habe er davon per Zufall, sagt Philipp Klein, Leiter von zwei Testzentren in Babenhausen und Rodgau, die sich auf dieses Angebot spezialisiert haben.

„Durch unser Angebot haben wir gerade Menschen mit Behinderung wieder die Teilnahme am sozialen Leben und in ihren Einrichtungen ermöglicht.“ Was er nicht nachvollziehen kann, ist die Argumentation des Sozialministeriums. Womöglich handele es sich um eine Missverständnis. „Es ist absolut nicht verständlich, dass die Testungen in anderen Bundesländern noch erlaubt sind, in Hessen aber nicht.“ Zumal für das Land keinerlei Belastung entstehe, trage der Bund doch die Kosten für die Bürgertests.

Die Materie ist kompliziert. Und sie hat nichts damit zu tun, dass der Bund die kostenlosen Bürgertest für Erwachsene zum 11. Oktober einstellen wird. Hintergrund ist vielmehr eine schon zum 1. Juli in Kraft getretene Änderung der Testverordnung des Bundes, heißt es auf FR-Anfrage aus dem Sozialministerium in Wiesbaden. Demnach muss es sich bei den Tests um eine „patientennahe Anwendung“ handeln und, so das Ministerium, „die Probenentnahme muss durch Dritte ausgeführt werden“. Spuck- oder Lollitests erfüllten diese Anforderungen nicht: „Die Testperson sammelt den Speichel im Mund und gibt die Probe selbst ab.“ Daher sei fraglich, ob Teststellen die Kosten vom Bund weiterhin erstattet bekommen können.

Doch in der Verordnung ist nirgendwo von einer „Probenentnahme durch Dritte“ die Rede, entgegnet Klein. Und die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte anerkannten Tests seien sehr wohl patientennah. Beratung, Begleitung bei der Probenentnahme, Diagnostik – all dies leiste sein Team. „Die Leute sitzen nicht alleine in einer Ecke.“

Als Unterstützer hat sich Yanki Pürsün eingeschaltet, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP im Landtag. Der fordert die Landesregierung auf, bei diesem „hessischen Sonderweg“ schnell Klarheit zu schaffen. Sinn der Spuck- und Lollitests sei doch gerade, dass kein Fremder Proben aus Nase oder Rachen entnehme. „Andere Bundesländer“ so Pürsün, „interpretieren die Verordnung offenbar anders, denn dort werden die Kosten nach wie vor übernommen.“

Noch hegt Philipp Klein die Hoffnung, dass die Landesregierung ihre Lesart der Verordnung korrigiert. Zumal die Kosten ohnehin der Bund zu tragen hat. Übergangsweise bieten die Center in Rodgau und Babenhausen die Tests zu Sonderkonditionen an, notfalls auch kostenlos. Keine Lösung, die sich auf Dauer trägt. „Wenn das Land nicht reagiert, müssen wir komplett auf Selbstzahler umstellen.“

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