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Termine im Frankfurter Impfzentrum sind begehrt.
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Termine im Frankfurter Impfzentrum sind begehrt.

Impfen

Corona in Hessen: Für die Terminvergabe fehlt der Impfstoff

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Großen Andrang gab es am Montag auf die begehrten Impftermine. Diesmal spielte die Technik mit. Das größte Problem ist noch immer der mangelnde Impfstoff.

Wiesbaden – Die Aufhebung der Priorisierung in Hessen verlängert lediglich die Warteschlange. Das meiste Serum geht in die Zweitimpfung, auch wartet knapp eine halbe Million Ältere noch auf den Piks.

Rund 50 000 Bürgerinnen und Bürger haben am Montag innerhalb der ersten zweieinhalb Stunden ihre Registrierung für einen Impftermin abgeschlossen. Der Andrang war groß, doch die Wartezeiten waren überschaubar, und die Technik sei nicht zusammengebrochen, versichert Michael Schaich, Sprecher im Hessischen Innenministerium. Gelassen reagiert auch Hausarzt Christian Sommerbrodt auf das Ende der Priorisierung bei der Impfstoffvergabe: „Ob beim Bäcker 20 oder 30 Leute in der Warteschlange stehen, ist ihm egal.“

Corona in Hessen: Der Impfstoff mangelt noch immer

Nicht die Organisation sei aktuell das Problem, sondern der mangelnde Impfstoff, bestätigt Martin Kern, Vorsitzender des Landesverbands der Betriebsärzte und Leiter des Arbeits- und Gesundheitsschutzes bei Infraserv in Frankfurt-Höchst. Sein Team sammelt seit Wochen in einem Modellprojekt Erfahrungen mit dem Impfen von Beschäftigten. Die Priorisierten erhalten derzeit ihre zweite Injektion. Parallel kommen die Neuen dazu, deren Auswahl die jeweiligen Unternehmen bestimmen.

Neue Regeln

Alle Personen ab 16 Jahre können sich seit Montag für einen Impftermin bewerben. Bevorzugt werden Personen der Priorisierungsgruppe 1 bis 3.

Sollte die Ständige Impfkommission eine entsprechende Empfehlung abgeben, sind auch ab Zwölfjährige zur Registrierung zugelassen.

Für die Impfzentren vergibt das Land Hessen die Termine telefonisch von 8 bis 20 Uhr über die Nummer 0611 / 505 92 888 oder über die Online-Adresse impfterminservice.hessen.de.

Wer Online nicht direkt in das Registrierungsportal durchkommt, gelangt in einen virtuellen Warteraum. Sobald Plätze für die Anmeldung freiwerden, erfolgt die automatische Weiterleitung.

Die Terminvergabe erfolgt sobald weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen. Die Zuweisung erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Der Zeitpunkt der Registrierung hat keinen unmittelbaren Einfluss.

Hausärzt:innen, Fachärzt:innen, impfen weiter. Hinzu kommen jetzt Privatärzt:innen und Betriebsärzt:innen. Alle vergeben ihre Termine eigenständig. jur

Neue Woche, neue Regeln: Gestern hat die nächste Phase in der Impfkampagne gegen Sars-CoV-2 begonnen. Nach den Haus- und Fachärzt:innen sind jetzt Betriebs- und Privatärzt:innen eingestiegen. Wichtiger noch: Theoretisch könnten alle ab 16-Jährigen eine Spritze gegen das Coronavirus erhalten. Doch in der Realität wird es höchstwahrscheinlich noch einige Zeit dauern, bis alle Willigen zum Zug kommen. Eine Prognose wagt der Ministeriumssprecher nicht.

Corona-Impfung in Hessen: Noch nicht alle Priorisierungsgruppen versorgt

Die Vergangenheit zeigt, dass der Nachschub jederzeit stocken kann. Und: Noch längst sind nicht alle aus den drei Priorisierungsgruppen versorgt; sie genießen weiter Vorrang. „Aktuell warten aus dieser Gruppe noch rund 486 000 Personen auf einen Termin“, sagt Schaich. Allein am Wochenende hätten sich noch rund 8000 gemeldet. Auch liegt für die nächsten drei Wochen der Schwerpunkt auf den Zweitimpfungen, das bedeutet, es gibt weniger Serum für Erstimpfungen. Dadurch werde Hessen beim Impfquoten-Ranking der Bundesländer wieder weiter vor ins Mittelfeld rücken.

Wichtige Information: Wer am Montag nicht zur Registrierung kam, muss keine Nachteile befürchten. Sich zu registrieren bedeutet lediglich, Interesse zu bekunden. Die Terminvergabe beginnt erst, wenn weiterer Impfstoff zur Verfügung steht. Einen Termin nennt das Ministerium nicht. Zugewiesen werden dann „nach dem Zufallsprinzip“, sagt Schaich und betont: „Der Zeitpunkt der Registrierung hat somit keinen unmittelbaren Einfluss.“

Linke kritisieren Corona-Impfmanagement in Hessen: Klare Strategie fehlt

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Christiane Böhm, stellt klar, dass nicht mit einer kurzfristigen Terminvergabe zu rechnen ist. Impfstoff sei weiterhin knapp, die Lieferungen ließen auf sich warten. Die Landesregierung lasse eine klare Strategie vermissen. „Vor Ort ist es nicht einmal möglich, in den Stadtteilen mit besonderem Bedarf ein Impfangebot zu machen, weil der Impfstoff nicht ausreicht“, sagt Böhm. „Dies wäre aber notwendig, um Personengruppen zu impfen, die aktuell besonders stark unter der Erkrankung leiden.“ Nach Ansicht der Linken-Politikerin müssen Prioritäten gesetzt werden, die sich allein an den erhöhten Krankheitsrisiken orientieren. Auch müssten die Lizenzen für die Seren freigegeben werden. „Dies gebietet die Menschlichkeit, ist aber auch die einzige Chance, um Corona zurückzudrängen.“

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