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Corona in Hessen: Ende mit der Pflicht zur Isolation

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Von: Jutta Rippegather

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Noch sind Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Doch um die Schutzmaßnahmen gibt es Streit.
Noch sind Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Doch um die Schutzmaßnahmen gibt es Streit. © Kay Nietfeld/dpa

Hessen schafft die Isolationpflicht ab. Infiziertes Klinikpersonal darf aber nicht arbeiten.

Die Hessische Landesregierung hat die Isolationspflicht für positiv auf das Coronavirus getestete Personen zum Mittwoch, 23. November, aufgehoben. Mindestens fünf Tage nach einem positiven Test gilt stattdessen eine Maskenpflicht außerhalb der eigenen Wohnung und unter freiem Himmel, sofern die Abstandsregel von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünfte sowie weitere Einrichtungen mit vulnerablen Personen bleiben für Infizierte weiter tabu. Das Betretungs- und Tätigkeitsverbot gilt sowohl für Besucher:innen als auch für Personal. „Ausgenommen sind unter anderem Personen, die in der Einrichtung behandelt beziehungsweise betreut werden, sowie Polizei- und Rettungskräfte“, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit.

Mehr Eigenverantwortung

Die neue Verordnung sei ein „Schritt zu mehr Eigenverantwortung“. Im Fall einer Infektion mit Symptomen sei „dringend empfohlen“, sich für fünf Tage zu isolieren und keinen Besuch zu empfangen. „Die Isolation sollte erst beendet werden, wenn mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit besteht oder zehn Tage nach dem ersten Test vergangen sind.“

Niedrige Infektionszahlen

Nach Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein ist Hessen das vierte Land, das sich von der Isolationspflicht verabschiedet. Wichtigster Grund sei, dass die derzeit vorherrschende Omikron-Variante BA.5 trotz ihres hohen Ansteckungsgrads aktuell nicht zu einer bedrohlichen Belastung des Gesundheitssystems führe, heißt es zu den Gründen. Die Infektionszahlen gingen seit Wochen kontinuierlich zurück, es gebe eine wirksame Schutzimpfung und eine Basisimmunität in Hessen von mehr als 90 Prozent aufgrund von Impfungen und durchgemachten Infektionen. Wirksame Medikamente seien verfügbar; die Erfahrungen aus anderen EU-Staaten zeigten, dass die Aufhebung der Isolationspflichten keine negativen Folgen habe. „Vor diesem Hintergrund ist der vergleichsweise schwere Grundrechtseingriff einer Isolationspflicht derzeit nicht verhältnismäßig.“ Deshalb habe das Kabinett jetzt die sogenannte Coronavirus-Basisschutzmaßnahmenverordnung angepasst.

www.corona.hessen.de

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