1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Corona in Hessen: Deutlich mehr Stress seit der Pandemie

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jutta Rippegather

Kommentare

Coronavirus - Situation im Herbst
Corona hat Spuren hinterlassen. © Matthias Balk/dpa

Menschen mit Migrationsgeschichte sind besonders stark betroffen. Hessen veröffentlicht eine Studie über die Corona-Folgen.

Menschen mit Migrationsgeschichte leiden überproportional unter den Folgen der Pandemie: Für 64 Prozent hat sich das Sozialleben negativ verändert. Rund ein Viertel beklagt eine verschlechterte Einkommens- und Arbeitssituation. So das Ergebnis der zweiten Befragung zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Repräsentative Befragung

Das hessische Sozialministerium hat sie am Mittwoch veröffentlicht. Die Studie basiert auf einer hessenweiten repräsentativen telefonischen und online-gestützten Befragung von 1004 volljährigen Personen im Januar und Februar mit und ohne Zuwanderungsgeschichte.

Bereits die erste Befragung im Winter 2020/2021 hatte gezeigt, dass Menschen mit Migrationsgeschichte aufgrund der durchschnittlich schlechteren sozioökonomischen Lage stärker von den negativen Auswirkungen betroffen sind. Die Folgebefragung bestätige dies nun, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Neu hinzugekommen seien Kapitel, die anhand der Inzidenzen, Sterbefälle, Intensivbettenbelegung sowie Impfquoten den Pandemieverlauf abbilden.

Emotionale Belastung hat zugenommen

Im Vergleich zur ersten Corona-Studie habe die emotionale Belastung bei Befragten mit Zuwanderungsgeschichte um neun Prozent zugenommen. 54 Prozent fühlen sich deutlich häufiger gestresst (gegenüber 36 Prozent ohne Migrationshintergrund), niedergeschlagen (48 Prozent versus 37 Prozent) oder einsam (40 Prozent versus 36 Prozent). Doch es gibt auch eine positive Nachrichten: Beide Bevölkerungsgruppen zeigen sich insgesamt etwas weniger besorgt. An erster Stelle kreisen ihre Gedanken weiterhin um die Situation der eigenen Familie, gefolgt von der deutschen Wirtschaft. Bedenken wegen der schulischen Entwicklung der Kinder spielen eine große Rolle und um die psychische Gesundheit des Nachwuchs. Auch hat die Impfskepsis im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgenommen. „Eine sehr erfreuliche Entwicklung“, so der Minister. Lediglich neun Prozent der Befragten mit Migrationsgeschichte wollen sich auf keinen Fall impfen lassen, während es 2021 noch ein Viertel waren. Sechs Prozent sind unentschlossen, vorher waren es noch 19 Prozent. Die Impfbereitschaft liege in beiden Bevölkerungsgruppen relativ hoch. Die Lebenszufriedenheit hat im Vergleich zum Vorwinter zugenommen.

http://integrationskompass.hessen.de

Auch interessant

Kommentare