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Corona in Hessen: Abwasser als Frühwarnsystem

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Von: Jutta Rippegather

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Mit dem Monitoring des Abwassers beginnt in Hessen die neue Phase der Pandemiebekämpfung. Die Entwicklung der TU Darmstadt könnte sich für den bundesweiten Einsatz eignen.

Für ihr Projekt zur hessenweiten Überwachung der Abwässer auf Sars-CoV-2-Viren erhält die Technische Universität (TU) Darmstadt Unterstützung: Rund 1,5 Millionen Euro stellt die Landesregierung zur Verfügung. Das Geld fließt unter anderem in die Einrichtung eines mobilen Labors, um Flexibilität und Tempo bei Entnahme und Analyse der Wasserproben zu erhöhen. Gleichzeitig beginne Hessen als erstes Bundesland damit eine neue Phase der Pandemiebekämpfung, sagte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) am Montag.

Das an der TU entwickelte Frühwarnsystem misst und analysiert die Mengen an Viren-Erbgut. Das Infektionsgeschehen kann bis zu 14 Tage schneller abgebildet werden als über Tests von Einzelpersonen. Zugleich erfasst es früh noch nicht klinisch nachgewiesene Mutationen und lokale Mutationscluster. Dorn sagt: „Das neue schnelle System verschafft uns Zeit – wichtige Zeit, die sinnvoll für gezielte Virusbekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen vor Ort zum Beispiel bei lokalen Ausbrüchen genutzt werden kann.“

Wie Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ergänzte, sollen demnächst die Voraussetzungen geschaffen sein, um die Methode für ein flächendeckendes Monitoring nutzen zu können. Dazu gehörten „vor allem Standards und Strukturen zur Verarbeitung und Nutzung sowie Parameter für die epidemiologische Bewertung der Daten durch die Gesundheitsbehörden“. Das Konzept biete sich an für ein nationales Monitoring, wie es die Europäische Kommission dringend anrate. Über acht Monate hinweg werden derzeit rund 200 Proben von hessischen Kläranlagen untersucht. Darunter auch die für den Flughafen Frankfurt als internationales Reisedrehkreuz.

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