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Opel hat in Rüsselsheim ein eigenes Impfzentrum aufgebaut. Doch es gibt zu wenig Serum, um groß loszulegen.
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Opel hat in Rüsselsheim ein eigenes Impfzentrum aufgebaut. Doch es gibt zu wenig Serum, um groß loszulegen.

Hessen

Corona-Impfungen in Hessen: Zweifel um die Versorgung im Herbst

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Die geplante Schließung der Impfzentren stößt auf Kritik. Hessens Kassenärztinnen und -ärzte arbeiten mit dem Land an einem Konzept.

Wiesbaden - Können die Arztpraxen und Betriebsärzt:innen das Impfen gegen das Coronavirus ab Oktober komplett übernehmen? Die Landesregierung ist davon überzeugt und auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen hält deren Beschluss für richtig, die 28 Impfzentren spätestens Ende September zu schließen. Und widerspricht jenen, die um die Versorgung fürchten.

„Wir sind überzeugt davon, dass es uns gemeinsam mit dem Sozialministerium und unseren Mitgliedern gelingen wird, an dieser Stelle für einen guten und fließenden Übergang der Strukturen zu sorgen“, teilten die KV-Vorstandvorsitzenden am Donnerstag mit. Sobald die konkreten Pläne stehen, werde die Öffentlichkeit informiert. „Die hessischen Bürger:innen können sich in jedem Fall darauf verlassen, dass sie für die Impfungen bei den niedergelassenen Haus- und Fachärzt:innen in den besten Händen sind, egal, ob es sich um den Abschluss einer Impfung oder eine neue Impfung handelt“, versicherten die KV-Chefs Frank Dastych und Eckhard Starke. Das gelte auch für die Auffrischungsimpfungen, die voraussichtlich zum Schutz gegen eine Infektion notwendig werde. Sie räumten aber auch ein: „Voraussetzung für dieses Versorgungsversprechen bleibt, dass vom Bund mehr und verlässlich Impfstoffe geliefert werden.“

Wer impft?

Angefangen hatte es Ende Dezember mit den Impfzentren, von denen es inzwischen 28 gibt. Sie arbeiten im Auftrag des Landes und werden von den Kommunen organsiert. Spätestens Ende September sollen sie ihre Arbeit einstellen. Anmeldungen sind unter Telefon 0611 / 505 92 888 oder unter impfterminservice.hessen.de möglich.

Im Frühjahr kamen die Hausarztpraxen und Facharztpraxen hinzu. Am Montag sind auch die Privatarztpraxen und die Betriebsärztlichen Dienste eingestiegen. Anders als die Impfzentren erhalten sie das Serum nicht vom Land, sondern über die Apotheken vom Bund zugeteilt. jur

Anfang der Woche hatte die Landesregierung mitgeteilt, dass spätestens Ende September alle Impfzentren schließen sollen. Ein umstrittener Beschluss. Der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) protestierte, weil die Kommunen überrumpelt wurden. Er bezweifele, dass die Niedergelassenen und Betriebsärztlichen Dienste alleine die Aufgabe schaffen. Zumal nicht alle Stadtteile ausreichend mit Hausärzt:innen versorgt sind. Es fehle eine Konzept, wie Auffrischungen organisiert werden sollten. Auch sei unklar, wie es mit dem mobilen Teams für Impfungen in Alten- und Pflegeheimen weitergeht.

Einer der ersten Opelaner, die den Piks erhielten.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Daniela Sommer, warf der Landesregierung vor, alleine aus finanziellen Erwägungen zu handeln. Ende September läuft die Co-Finanzierung der Zentren durch den Bund aus. Mit der Ankündigung der Schließung, so die SPD-Politikerin, sende die Koalition das Signal aus, den weiteren Verlauf der Impfkampagne zuverlässig vorhersagen zu können. „Dabei wissen inzwischen alle, wie viele Unwägbarkeiten es auf dem Weg zu einem umfassenden Impfschutz der Bevölkerung gibt.“ Niemand könne sicher sagen, dass die Hausärztinnen und Hausärzte im Oktober keine Entlastung durch die Zentren mehr brauchen.

Christiane Böhm von der Linksfraktion wies darauf hin, dass die Impfzentren schon im August nicht mehr im Vollbetrieb arbeiten können. Denn die bereits begonnenen Impfserien sollen am selben Ort abgeschlossen werden sollen. Der Beschluss sei ein weiterer Beleg der Konzeptionslosigkeit der Landesregierung, urteilte Yanki Pürsün von der FDP. (Jutta Rippegather)

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