Die SPD spricht sich dafür aus, bei hohen Infektionszahlen in der jeweiligen Region ein Wechselmodell einzuführen.
+
Die SPD spricht sich dafür aus, bei hohen Infektionszahlen in der jeweiligen Region ein Wechselmodell einzuführen.

Schulen

Corona in Hessen: Kultusminister Lorz will an Präsenzunterricht in Schulen festhalten

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
    schließen

Die SPD will wegen Corona Klassen an Schulen in Hessen halbieren. Kultusminister Alexander Lorz hält dagegen weiter am Präsenzunterricht fest. Einheitliche Regelungen lehnt er ab.

Wiesbaden - Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) will so lange wie möglich am Präsenzunterricht an den Schulen festhalten. Er kämpfe dafür, dass das „für jedes Kind für jeden Tag“ möglich bleibe, sagte Lorz am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden.

SPD plädiert wegen Corona für Wechselmodell an Schulen in Hessen

Anders die SPD: Sie sprach sich dafür aus, bei hohen Infektionszahlen in der jeweiligen Region ein Wechselmodell einzuführen. Danach würden die Klassen halbiert. Schüler:innen würden nur jeden zweiten Tag in die Schule gehen. An den anderen Tagen würden sie zu Hause lernen. Das könne mit digitalem Fernunterricht geschehen, aber auch „analog“, sagte der SPD-Bildungspolitiker Christoph Degen.

Degen sagte, angesichts der hohen Infektionsraten bestehe die Gefahr, dass der Unterricht ganz ausfalle. Er fügte hinzu: „Lieber eine halbe Woche Schule als gar keine Schule.“ Kultusminister Lorz entgegnete: „Es ist doch besser: ganzen Unterricht als halben.“

Opposition fordert Corona-Schwellenwert für Schulen in Hessen

Gemeinsam forderten SPD und Linke Klarheit für die Schulen. Es solle landesweit festgelegt werden, bei welchem lokalen Ausmaß der Corona-Pandemie das Wechselmodell in Kraft trete, verlangten Sozialdemokrat Degen und die Linken-Abgeordnete Elisabeth Kula. Degen brachte eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern als möglichen Schwellenwert ins Spiel. Bei dieser Grenze wären derzeit die Schulen in ganz Hessen betroffen.

Der Grünen-Abgeordnete Daniel May hielt ihm entgegen, dass sich die sozialdemokratische Schuldezernentin Sylvia Weber gegen das Wechselmodell in Frankfurt ausgesprochen habe. Weber hatte betont, in der Mainmetropole lasse sich trotz der Inzidenz von fast 300 „ein relativ normaler Regelbetrieb erhalten“.

Corona in Hessen: Schulen fehle digitale Infrastruktur

Minister Lorz machte die Opposition darauf aufmerksam, dass alle Bundesländer am Präsenzunterricht festhielten – auch diejenigen mit Kultusminister:innen von SPD, FDP und Linken. „Kein Bundesland arbeitet an festen Schwellenwerten für die Einführung eines Wechselbetriebs“, fügte Lorz hinzu.

Aus Sicht der FDP versucht die Landesregierung vor allem deshalb, die Schulen offenzuhalten, weil die Voraussetzungen für Fernunterricht fehlten. „Dafür braucht es die notwendige digitale Infrastruktur an den Schulen und die Ausstattung von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern mit Endgeräten“, sagte Freidemokrat Moritz Promny.

Hessen stellt Schulen wegen Corona 100 Millionen Euro für Lüftungssysteme bereit

Der AfD-Abgeordnete Heiko Scholz wandte sich gegen Maskenpflicht und das Durchlüften von Schulräumen bei winterlichen Temperaturen. Das sei einem „Hochtechnologieland“ nicht angemessen. Vielmehr bräuchten alle Schulen „mobile Luftreinigungssysteme“.

Minister Lorz geht davon aus, dass diese Geräte nicht so wirkungsvoll sind wie das Lüften. Dennoch sei es den Kommunen erlaubt, aus einem 100-Millionen-Euro-Paket des Landes für die Verbesserung der hygienischen Bedingungen an den Schulen auch Luftfilter anzuschaffen. (Pitt von Bebenburg)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare