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Zwei Kinder halten ein Schild mit einem Aufkleber „FCK AFD“ und dem Schriftzug „Pfui Teufel“.
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Zwei Kinder halten ein Schild mit einem Aufkleber „FCK AFD“ und dem Schriftzug „Pfui Teufel“. (Archivfoto)

2G-Regel in Hessen

Corona-Debatte im hessischen Landtag: Die „kruden Verschwörungstheorien“ der AfD

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Im Plenum gibt es eine hitzige Diskussion über die Frage, wer die Gesellschaft spaltet. Und wem die Menschen mehr vertrauen - einem Oberarzt oder der AfD.

Am drastischsten formulierte es der fraktionslose Rolf Kahnt. Nach dem Redebeitrag seines Ex-Mitstreiters Volker Richter von der AfD sagte er, „es wächst das Bedürfnis, sich duschen zu müssen“. Auch die Vertreterinnen und Vertreter der demokratischen Parteien im Landtag gingen am Donnerstagmorgen nicht zimperlich mit der Rechtsaußenfraktion um, die der Landesregierung vorwirft, mit ihrer Corona-Politik die Bevölkerung zu spalten.

„Wenn sich jemand an der Spaltung beteiligt, dann ist es die AfD“, sagte Tobias Eckert von der SPD. „Die Impfung ist ein Glücksfall, keine Gefahr“, korrigierte FDP-Fraktionschef René Rock Richter, der vor den gesundheitliche Risiken durch die Vakzine gewarnt hatte. Die Diskussion erinnere ihn an jene um die Anschnallpflicht in den 70er Jahren, sagte Marcus Bocklet (Grüne). „Alle Argumente sprechen für das Impfen, nicht für Panikmache.“ Es sei die AfD, die die Menschen gegeneinander aufhetze. „Sie rufen zum Boykott. Das ist eine Spaltung der Gesellschaft.“

AfD schießt gegen 2G-Regeloption in Hessen - Demokratische Parteien sparen nicht mit Kritik

Aufhänger der von der AfD eingebrachten aktuellen Stunde war die neue Möglichkeit, bei Veranstaltungen oder in Lokalen die 2G-Regel einzuführen. Wer nicht gegen Corona geimpft oder genesen ist, hätte dann keinen Zutritt. Im Gegenzug können Abstandsregeln und Masken fallen. „Eine Option“, wie Max Schad von der CDU betonte.

Es bleibe bei der Wahlfreiheit, sich für 3G zu entscheiden, also auch Getestete zuzulassen. Wer sich habe impfen lassen, dürfe nicht bestraft werden. Die AfD mit ihren „kruden Verschwörungstheorien“ sei die Spalterin. „Sie wollen, dass das ganze Land sich nach den Impfverweigerern richtet.“

Lage auf Intensivstationen

79 Prozent der 120 mit einer Sars-CoV-2-Infektion behandelten Menschen auf hessischen Intensivstationen sind laut Sozialministerium nicht vollständig geimpft.

17 Prozent verfügen demnach über vollständigen Impfschutz, zählen allerdings aufgrund ihres Alters oder von Vorerkrankungen zu den vulnerablen Gruppen. jur

Corona-Debatte im Landtag: Großteil der Bevölkerung hät zusammen

Am Ende der Debatte verwies Sozialminister Kai Klose (Grüne) noch einmal auf die Fakten. Im Kampf gegen die Pandemie habe er „gelebten gesellschaftlichen Zusammenhalt“ erlebt. Richter habe immer noch nicht verstanden, dass es nicht darum gehe, dass auch Geimpfte infektiös sein können. „Das Risiko, schwer zu erkranken, geht dann gegen null“, sagte Klose. Wer sich impfen lasse, schütze auch jene, die das nicht könnten, etwa Kinder. Und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung, unter der auch Patient:innen mit anderen Krankheiten zu leiden hätten.

Klose zitierte den Darmstädter Oberarzt Cihan Çelik, der auf seiner Covid-Station immer wieder auf Menschen trifft, die sich grämen und dafür schämen, dass sie sich nicht haben impfen lassen. Celik sei wohl mehr Vertrauen entgegenzubringen als der AfD. (Jutta Rippegather)

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