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Corona-App: Einchecken in die Bar

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Von: Jutta Rippegather

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Apps sollen bei der Kontaktverfolgung helfen – auch in Restaurants und Bars.
Apps sollen bei der Kontaktverfolgung helfen – auch in Restaurants und Bars. © dpa

Zeitgleich gehen in Hessen gleich zwei Apps zur Kontaktverfolgung an den Start. Eine Vereinheitlichung verspricht das Land für den Sommer.

Alle hessischen Gesundheitsämter sind jetzt an die Luca-App angeschlossen. Sie soll Papierlisten in Restaurants oder bei Veranstaltungen weitgehend ersetzen, teilte die Landesregierung mit. Die App könne eine nachgewiesene Corona-Infektion dem zuständigen Gesundheitsamt verschlüsselt übermitteln, das diese Informationen auslesen kann. Kontakte mit infizierten Personen würden „datenschutzkonform identifiziert“, die Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter erleichtert.

Nahezu zeitgleich rüstete der Bund seine Corona-Warnapp nach. Auch sie verfügt nun über ein solche Check-in-Funktion, mit der sich ein QR-Code einscannen lässt. Nutzerinnen und Nutzer werden später gewarnt, wenn es bei dem Besuch der Bar oder des Konzerts zu einer Begegnung mit Infizierten kam.

Zwei ähnliche Angebote also, beide vom Staat beworben und finanziert. Das kann leicht für Verwirrung sorgen, befürchtet der digitalpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Bijan Kaffenberger. Er forderte die Landesregierung auf, schnellstmöglich ein Konzept vorzulegen, „damit die Bürgerinnen und Bürger wissen, mit welcher App sie wann und wie hantieren sollen“. Kaffenberger wies zugleich auf die bislang im Vergleich zur Corona-Warnapp eher geringeren Downloadzahlen von Luca hin. Auch sieht er offene Fragen beim Datenschutz.

Stimmen aus Wissenschaft und von IT-Expert:innen hatten Luca jüngst wegen mangelnden Datenschutzes, Urheberrechtsverletzungen und Intransparenz kritisiert. Diese Bedenken sind nach Darstellung der Landesregierung ausgeräumt: Die Luca-Entwickler hätten den Quellcode ihres Systems zur Kontaktverfolgung vollständig unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht, um mögliche Probleme schnell ausräumen zu können. „Nach den vorliegenden Stellungnahmen der hessischen wie auch der überwiegenden Zahl anderer Landesdatenschutzbehörden erfüllt die Luca-App grundsätzlich die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung.“

Dem Handel, der Gastronomie oder auch Kulturstätten will Hessen die App zunächst kostenlos zur Verfügung stellen. Sie diene dem Infektionsschutz. Die Nutzung sei freiwillig und ein weiterer Baustein, um das Pandemiegeschehen einzudämmen. „Damit vereinfacht die App die Kommunikation zwischen 24 nun angeschlossenen Gesundheitsämtern und den Betreibern sowie Veranstaltern beispielsweise im Handel sowie im gastronomischen und kulturellen Bereich“, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne).

Außer in Hessen kommt die Luca-App in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Bayern, Sachsen-Anhalt, Hamburg und im Saarland zum Einsatz. Nach Angaben der Landesregierung wurde sie bislang rund vier Millionen Mal heruntergeladen, der Bund spricht von 20 Millionen Downloads der Warn-App. Das Problem, sich entscheiden zu müssen, dürfte bald gelöst sein. Für Sommer kündigt Hessen eine sogenannte Gateway-Funktion an. Diese werde die Nutzung verschiedener Kontaktnachverfolgungs-Apps und einen einheitlichen Zugang ermöglichen.

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