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Der Boom bei den Testzentren ist vorbei. Monika Müller
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Der Boom bei den Testzentren ist vorbei.

Änderung ab 11. Oktober

Corona in Hessen: Das Ende der Bürgertests – Was es mit den neuen Regeln auf sich hat

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Von Montag müssen die Tests in der Regel selbst bezahlt werden. Die FR zeigt auf, welche Ausnahmen es gibt.

Hessen - An diesem Wochenende (09. und 10.10.2021) kann sich jeder und jede das letzte Mal kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Von Montag, 11. Oktober, an gilt die geänderte Verordnung des Bundes. Wer sich hätte impfen lassen können, muss dann selbst bezahlen, wenn er oder sie ein negatives Testergebnis benötigt, um ein Restaurant zu besuchen oder eine Theatervorstellung. Betroffen sind ausschließlich Personen ohne Symptome einer Sars-CoV-2-Infektion. Wir beantworten Fragen zu den neuen Regeln.

Wer kann weiterhin kostenfreie Antigenschnelltests in Anspruch nehmen?

Personen, die jünger als zwölf Jahre sind oder das zwölfte Lebensjahr erst in den vergangenen drei Monaten vollendet haben. Der Grund: Die Impfung wird erst ab zwölf Jahre empfohlen. Oder die aus medizinischen Gründen derzeit oder in den vergangenen drei Monaten nicht geimpft werden konnten - insbesondere wegen einer Schwangerschaft.

Gibt es weitere Ausnahmen?

Ja, bis zum 31. Dezember können sich übergangsweise auch Personen gratis testen lassen, die unter 18 Jahre alt sind. Oder die gerade an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen beziehungsweise in den vergangenen drei Monaten an einer teilgenommen haben. Oder wer den Test zur Beendigung der Quarantäne benötigt.

Wie ist der Umgang mit Menschen, die mit Sputnik oder einem Vakzin immunisiert wurden, das vom Paul-Ehrlich-Institut nicht anerkannt ist?

Bis zum 31. Dezember können sich auch Schwangere und Studierende gratis testen lassen, bei denen eine Corona-Schutzimpfung mit einem anderen als den vom Paul-Ehrlich-Institut empfohlenen Impfstoffen erfolgt ist (www.pei.de/impfstoffe/covid-19). Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat übrigens in der vergangenen Woche bestätigt, dass eine mit dem Vakzin „Sputnik V“ zweifach geimpfte Person keinen Anspruch darauf hat, dass ihr in Deutschland ein Zertifikat über eine vollständige Schutzimpfung gegen das Coronavirus ausgestellt wird.

Wie viel wird ein Antigenschnelltest für Selbstzahler kosten?

Das legen die Betreiber:innen der einzelnen Teststellen ab dem 11. Oktober selbst fest.

Die Höhe kann also variieren. Ein Anruf bei einer beliebigen Apotheke in Hessen ergab: vermutlich rund 10 Euro. Ein kommerzieller Betreiber gab die Auskunft: vermutlich 19 Euro.

Welcher Nachweis berechtigt dazu, einen kostenfreie Antigenschnelltest in Anspruch zu nehmen?

Ein amtlicher Lichtbildausweis, um die Identität festzustellen, sowie eine Bescheinigung, dass die zu testende Person aus einem der oben genannten Gründe anspruchsberechtigt ist, gegebenenfalls ergänzt durch ein ärztliches Zeugnis im Original, dass medizinische Gründe gegen eine Impfung sprechen. Kindern brauchen einen Schülerausweis oder Kinderreisepass.

Wo kann ich mich kostenlos testen lassen?

Noch gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Wie sich der Markt weiter entwickeln werde, sei noch nicht absehbar, lautet die Auskunft aus der Landeshauptstadt Wiesbaden. Auf der Homepage des hessischen Sozialministeriums können sich die Teststellen registrieren lassen. Es gibt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. www.corona-test-hessen.de

Wie oft kann sich eine berechtigte Person kostenlos testen lassen?

„Im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten“ mindestens einmal pro Woche, heißt es in der Testverordnung.

Erhalten Getestete weiterhin eine Bescheinigung?

Jede Person erhält eine Bescheinigung über das Testergebnis. Die Teststellen müssen das Ergebnis mitteilen, ein digitales Zertifikat über die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts (RKI) anbieten und das Ergebnis auf Wunsch der getesteten Person auch über die Corona-Warn-App übermitteln.

Was ist mit Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. Die werden durch das Ende der Gratistests und mögliche 2G-Regelungen etwa in der Gastronomie doch benachteiligt?

Hier bleibt das hessische Sozialministerium bei dem in der FR bereits veröffentlichten Statement: „Nach den aktuellen, durch das RKI erstellten Aufklärungsunterlagen ist einzig eine Überempfindlichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff des jeweiligen Impfstoffs ein dauerhafter Ausschlussgrund dafür, sich mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen. Die Anzahl der hiervon betroffenen Personen wird als verschwindend gering eingestuft.“ Dem Ministerium sei ein einziger Fall bekannt, bei dem im Vorfeld der Impfung eine Überempfindlichkeit nachgewiesen worden sei. Diese Person habe ihre Injektion überwacht in einem Krankenhaus erhalten. „Es handelt sich also um Einzelfälle – allen anderen Bürger:innen über zwölf Jahren steht es offen, eine Impfung gegen das Coronavirus in Anspruch zu nehmen.“

Was tun bei Verdacht auf Covid?

Wer glaubt, sich angesteckt zu haben, sollte seine Hausarztpraxis anrufen oder die Telefonnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH). Die entscheiden, ob ein Test sinnvoll ist. Dieser erfolgt in der Arztpraxis oder in einem der Zentren der KVH. Anders als bei den Bürgertests werden hier PCR-Tests eingesetzt. Sie sind auch Anlaufstelle für Kontaktpersonen bei positivem Antigenschnelltest oder roter Corona-Warn-App-Meldung.

Was ist der Unterschied zwischen PCR-, Antigenschnell- und Selbsttests?

PCR-Tests sind der Goldstandard. Die Probenentnahme erfolgt durch medizinisches Personal, die Auswertung durch Labore. Sie werden genommen, um zum Beispiel bei einer Person mit Symptomen abzuklären, ob eine Infektion mit Sars-CoV-2 vorliegt. Oder um einen positiven Schnell- oder Selbsttest zu verifizieren. Die Antigenschnelltests werden bei den sogenannten Bürgertests verwendet. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zum PCR-Test direkt vor Ort. Selbsttests werden von Privatpersonen angewendet. Schnell- und Selbsttests weisen im Vergleich zu PCR-Tests eine höhere Fehlerrate auf. Daher soll nach einem positiven Schnell- und/oder Selbsttest immer ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden.

Zusammengestellt von Jutta Rippegather

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